Evolutionsgeschichte von Cyprideis (Ostracoda) in Amazonien
Evolutionary history of Amazonian Cyprideis (Ostracoda)
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (100%)
Keywords
-
Species Flock,
Amazonia,
Ostracoda,
Miocene,
Evolution,
Palaeobiogeography
Der außergewöhnliche Artenreichtum des Amazonas-Regenwaldes ist eng mit seiner geologischen Geschichte verbunden. Starke Veränderungen der Landoberfläche (z.B. durch die Hebung der Anden), im Verlauf großer Flüsse (z.B. die Ausbildung des WestOst-verlaufenden Amazonas) und Klimaschwankungen haben in der jüngeren geologischen Vergangenheit (vor dem Holozän) das Entstehen neuer Arten begünstigt. Vor etwa 2311 Millionen Jahren, im Neogen, war das westliche Amazonasbecken ein riesiges, vielleicht vom Karibischen Meer beeinflusstes Feuchtgebiet aus miteinander verbundenen Flüssen, Seen und Sümpfen. Dieses sogenannte Pebas-System bildete zugleich einen Zugang zum (für Wasserlebewesen) und eine Barriere im (für Landlebewesen) Inneren des südamerikanischen Kontinents. Bisherige Forschungen an fossilen Muscheln und Schnecken lieferten bereits bedeutende Erkenntnisse zu den Prozessen, die die Evolution neuer Weichtierarten begünstigten. Anhand der Verbreitung dieser Pebas-Mollusken konnte auch die Ausdehnung des Pebas-Feuchtgebietes, seine Verbindungen zu angrenzenden Gebieten und eine auf Fossilien basierende zeitliche Gliederung skizziert werden. Im Gegensatz dazu ist über die in diesem Gebiet lebende Kleinkrebsgruppe der Muschelkrebse (Ostrakoden; besonders die Gattung Cyprideis) nur wenig bekannt. Weder ihre Artenvielfalt, ihre Umweltansprüche, ihr räumliches und zeitliches Vorkommen und ihre Evolution sind ausreichend erforscht. Im Zuge dieses Projektes soll der Ursprung der typischen Pebas-Muschelkrebsfauna, die rasche Entwicklung ihrer Artenvielfalt und die Ursachen ihres Verschwindens geklärt werden. Dazu werden Gesteinsabfolgen und - proben und die enthaltenen Fossilen aus Kolumbien, Ecuador und Peru mit Hilfe von geologischen, paläontologischen und geochemischen Methoden untersucht. Dies erlaubt einen einzigartigen Einblick in die Evolutionsgeschichte dieser Tiergruppe über einen Zeitraum von mehreren Millionen von Jahren.
- Universität Graz - 10%
- Universalmuseum Joanneum - 90%
- Werner E. Piller, Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Claudia Wrozyna - Deutschland
- Elisa Piispa, Yachay Tech University - Ecuador
- Andrés Pardo Trujillo, Universidad de Caldas - Kolumbien
- Carlos Jaramillo, Smithsonian Institution - Panama
- Diana Ochoa, Universidad Peruana Cayetano Heredia - Peru
- Andrea Kern - Vereinigte Staaten von Amerika