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Zelluläre Grundlagen von Magnetorezeption

The cellular Basis of Magnetoreception

David A. Keays (ORCID: 0000-0002-8343-8002)
  • Grant-DOI 10.55776/Y726
  • Förderprogramm FWF-START-Preis
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2013
  • Projektende 30.09.2019
  • Bewilligungssumme 1.193.420 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (50%)

Keywords

    Magnetoreception, Sensory Neuroscience, Magnetite

Abstract

Jedes Jahr migrieren Millionen von Tieren von der nördlichen in die südliche Hemisphäre und überwinden dabei Ozeane. Für diese Wanderschaft dient ihnen das Erdmagnetfeld als Orientierung. Die zelluläre Grundlage für diesen faszinierenden Sinn, der Magnetorezeption genannt wird, ist noch immer ein wissenschaftliches Mysterium.Die Magnetit-Theorie ist eine Hypothese, die versucht die Grundlage des Sinnes der Magnetorezeption zu erklären. Ihr zufolge wird die magnetische Information mit Hilfe des Eisenoxids Magnetit (Fe 2 O3 ) in neuronale Impulse umgewandelt. Der gegenwärtige Stand der Forschung ist, dass Tauben einen Magnetorezeptor verwenden, der mit dem ophthalmischen Zweig des Trigeminus und dem vestibularen System assoziiert ist. Die Sinneszellen sind jedoch nach wie vor unbekannt. Das Ziel dieses Forschungsantrages ist es, diese primären, magnetosensitiven Zellen zu finden. Das Projekt kann in drei spezifische Aims unterteilt werden: (1) die Identifizierung von potenziellen magnetorezeptiven Zellen (PMCs, engl.: putative magnetoreceptive cells); (2) die Charakterisierung von diesen PMCs; und (3) ihre spezifische Inaktivierung. Um Aim (1), die Identifizierung von PMCs, zu erreichen, werden wir sowohl histologische Techniken als auch unser neues "Magnetoskop" verwenden. Letzteres erlaubt die Isolierung einzelner Zellen auf Grundlage ihres magnetischen Moments. In Aim (2) soll mit Hilfe einer Reihe von molekularen, subzellulären, magnetischen und funktionellen Werkzeugen die Charakterisierung der isolierten PMCs erreicht werden. In Zusammenarbeit mit Dr. Jeremy Shaw (University of Western Australia) werden wir Isolated Magnetic Cell Transmission Electron Microscopy (iMAC-TEM), Energy Filtered Transmission Electron Microscopy (EFTEM) und Selected Area Diffraction (SAED) anwenden, um die subzelluläre Architektur dieser Zellen zu beschreiben und festzustellen, ob sie Magnetit enthalten oder nicht. Weiters werden wir in Zusammenarbeit mit Dr. Michael Winklhofer (Ludwig Maximilian Universität) Magnetic Force Microscopy (MFM) anwenden, um mehr über ihre magnetischen Eigenschaften zu erfahren. Um festzustellen ob PMCs in vitro sensitiv auf Änderungen im Magnetfeld sind, werden wir unser neues Mikroskop, bei dessen Bau auf ferromagnetische Materialen gänzlich verzichtet wurde, verwenden, um mit Hilfe von "Calcium-Imaging" danach zu fragen, ob Zellen auf einen bestimmten magnetischen Vektor reagieren. Wenn die mit dieser Vorgehensweise identifizierten Zellen, in der Tat magnetorezeptiven sind, sollte ihre Inaktivierung folgende Effekte haben: (1) eine Verminderung der durch magnetische Information induzierten neuronalen Aktivität im zentralen Nervensystem und (2) eine Beeinträchtigung der Fähigkeit Aufgaben zu lösen, welche die Wahrnehmung von Magnetfeldern benötigen. Wir werden diese Hypothese in Aim (3) testen, indem wir gemeinsam mit Dr. Michael McGrew (Roslin Institute) Tauben generieren, die ein induzierbares Transgen enthalten, welches in PMCs Apoptose verursacht. Um genetische Marker für PMCs zu identifizieren, werden wir neben bioinformatischen Analysen das Transkriptom analysieren und in situ Hybridisierungen durchführen. Die Promotoren der Markergene werden anschließend mit bakteriellen Nitroreduktasen gekoppelt (welches in der Gegenwart der Chemikalie CB1954 zu Apoptose führt) und transgene Tauben werden mittels Lentivirus-Injektion generiert. Nach der genetischen, oder alternativ auch chemischen, Inaktivierung werden wir anatomische und verhaltensbiologische Phänotypisierung durchführen, sodass eine direkte Korrelation zwischen einem bestimmten Zelltyp und Magnetorezeption hergestellt werden kann.

Forschungsstätte(n)
  • Institut für Molekulare Pathologie - IMP - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Michael Winklhofer, University of Munich - Deutschland
  • Jeremy Shaw, University of Western Australia - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Mike Mcgrew, Roslin Institute - Vereinigtes Königreich
  • Mark Lythgoe, University College London - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 385 Zitationen
  • 10 Publikationen
Publikationen
  • 2021
    Titel The expression, localisation and interactome of pigeon CRY2
    DOI 10.1038/s41598-021-99207-x
    Typ Journal Article
    Autor Balay S
    Journal Scientific Reports
    Seiten 20293
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Finding a worm's internal compass
    DOI 10.7554/elife.09666
    Typ Journal Article
    Autor Rankin C
    Journal eLife
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Subcellular analysis of pigeon hair cells implicates vesicular trafficking in cuticulosome formation and maintenance
    DOI 10.7554/elife.29959
    Typ Journal Article
    Autor Nimpf S
    Journal eLife
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Is magnetogenetics the new optogenetics?
    DOI 10.15252/embj.201797177
    Typ Journal Article
    Autor Nimpf S
    Journal The EMBO Journal
    Seiten 1643-1646
    Link Publikation
  • 2020
    Titel A high sensitivity ZENK monoclonal antibody to map neuronal activity in Aves
    DOI 10.1038/s41598-020-57757-6
    Typ Journal Article
    Autor Nordmann G
    Journal Scientific Reports
    Seiten 915
    Link Publikation
  • 2020
    Titel The interplay of VSCF/VCI calculations and matrix-isolation IR spectroscopy – Mid infrared spectrum of CH3CH2F and CD3CD2F
    DOI 10.1016/j.jms.2019.111224
    Typ Journal Article
    Autor Dinu D
    Journal Journal of Molecular Spectroscopy
    Seiten 111224
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Magnetosensitive neurons mediate geomagnetic orientation in Caenorhabditis elegans
    DOI 10.7554/elife.07493
    Typ Journal Article
    Autor Vidal-Gadea A
    Journal eLife
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Cryptochrome: The magnetosensor with a sinister side?
    DOI 10.1371/journal.pbio.3000018
    Typ Journal Article
    Autor Landler L
    Journal PLOS Biology
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Low-intensity electromagnetic fields induce human cryptochrome to modulate intracellular reactive oxygen species
    DOI 10.1371/journal.pbio.2006229
    Typ Journal Article
    Autor Sherrard R
    Journal PLOS Biology
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Improved Genome Assembly and Annotation for the Rock Pigeon (Columba livia)
    DOI 10.1534/g3.117.300443
    Typ Journal Article
    Autor Holt C
    Journal G3: Genes, Genomes, Genetics
    Seiten 1391-1398
    Link Publikation

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