Wien 8, Laudongasse 15 - 19: Volkskunde - Museum - Stadt
Vienna 8, Laudongasse 15 - 19: Volkskunde - Museum - City
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (30%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (20%); Soziologie (30%)
Keywords
-
Museum,
Folk Culture,
Exhibition,
Vienna,
1930 - 1950,
Urban Culture
2017 ist das Österreichische Museum für Volkskunde in der Wiener Josefstadt seit genau 100 Jahren im barockenGartenpalais Schönbornbeheimatet. Dashiervorgestellte Wissenschafts- kommunikationsprojekt nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, über die historischen wie aktuellen Aufgaben und Ziele eines kulturhistorischen Museums umfassend und nachhaltig zu reflektieren. Die Ausstellung Wien 8, Laudongasse 1519: Volkskunde Museum Stadt (Arbeitstitel) ist als Jahres- ausstellung 2017/18 projektiert und stellt damit für das Volkskundemuseum Wien das wichtigste Präsentations- und Kommunikationselement in diesem Jubiläumsjahr dar. Die Ausstellung basiert auf dem FWF-Projekt P 21442 zur Geschichte des Österreichischen Museums für Volkskunde von 1930 1950 von Birgit Johler und Magdalena Puchberger1, das aus ethnografisch-kulturanalytischer und museumswissenschaftlicher Sicht erstmals eine umfassende Darstellung einer kulturhistorischen Museumsinstitution in Österreich für die von politischen Umwälzungen geprägten Jahre liefert und dassich indieaktuellen Forschungen zu volkskundlichem Wissen,volkskundlicher Wissensproduktion und -popularisierung im 20. Jhdt. einreiht. Die Ausstellung Wien 8, Laudongasse 1519: Volkskunde Museum Stadt nimmt insbesondere die 1930er-Jahre und die in dieser Zeit hohe Dichte und Vielgestaltigkeit der volkskundlichen wie volkskulturellen Phänomene in der Haupt- und Großstadt Wien in den Blick. Über das Volkskundemuseum als Institution und sozialerOrt werden in Querverweisen und Kontextualisierungen urbane Dynamiken und kultureller Wandel beleuchtet auch betreffend die Zeit des Nationalsozialismus und die ersten Jahre der Zweiten Republik. Dabei wird der nicht geradlinige Weg der Volkskunde als sich etablierende, breite gesellschaftliche wie städtische Allianzen suchende Wissenschaft und Interessens- und Erlebnisgemeinschaft verfolgt, als ein Fach, das immer wieder neueund originelle undzudemideologisch wie politischflexible Bildungs- und Unterhaltungsformate fand bzw. finden musste. Ziel der Ausstellung ist eine pointierte Darstellung zum historischen wie zum gegenwärtigen Museumsort, in der die auf niederschwelliger Teilnahme zielende Ausrichtung der damaligen anwendungsorientierten volkskundlichen Wissenschaft berücksichtigt und mit gegenwärtigen partizipativen (museologischen) Zugängen in Beziehung setzt. Die aktuelle (Re)Positionierung des Hauses als Plattform für Interaktion und als offenes Haus (symbolisiert 2015 durch das Offenhalten des Museumstors hin zur öffentlichen Parkanlage und dem freien Museumseintritt) eröffnetderAusstellungpassendzum JubiläumReflexions- und Analyseansätze. Die Projektbearbeiterinnen/Kuratorinnen streben mit den Präsentationsmodi der Ausstellung und den Vermittlungsmodi des Begleitprogramms eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem ebenso vielschichten Ort Laudongasse 1519 und seiner heterogenen Geschichte an. 1 Museale Strategien in Zeiten politischer Umbrüche. Das Österreichische Museum für Volkskunde in den Jahren 1930-1950, Laufzeit: 01.04.201031.07.2015. Derzeit Erstellung des Endberichts, Abgabe 31.10.2015.
2017 jährte sich der Einzug des Volkskundemuseums in das Gebäude des Palais Schönborn im 8. Wiener Gemeindebezirk zum 100. Mal. Die Ausstellung heimat:machen nahm dieses Jubiläum sowie die umfassende Grundlagenforschung zur Geschichte des Hauses, der Institution wie auch der dort agierenden Personen zum Anlass, um über die eigene Geschichte, über Positionierungen und Handlungen im Namen von Volkstum und Heimat in der Großstadt und Hauptstadt Wien nachzudenken.Die Ausstellung stellte besonders die Jahre zwischen 1930 und 1950 und hier speziell die österreichische Zwischenkriegszeit in den Mittelpunkt, die sich als überaus dynamische und lange nachwirkende Periode im Rahmen der nationalen wie urbanen Produktion und Vermittlung von Heimat erwies. Die in diesen Jahren entwickelten volkskulturellen Formate wie auch die zu diesem Zeitpunkt entstandenen persönlichen, institutionellen, wissenschaftlichen wie politischen Netzwerke beeinflussten die Zeit des NS-Regimes, der Nachkriegszeit und der Zweiten Republik wesentlich.Die Besonderheit der Ausstellung lag nicht nur im Aufzeigen der Relevanz einer Museumsgeschichte für die Gegenwart, sondern auch in der Konstellation von Ausstellungsort und Ausstellungsthema. Das Volkskundemuseum selbst sollte als prägender und geprägter Ort gezeigt werden: So bezog die Ausstellung die historischen und mehrfach codierten Räume und besonders die Sammlungen des Museums mit ein und unternahm so neue Wege in der Darstellung einer Institution und ihrer Geschichte. Sie erkundete die Beziehungen zwischen Museum und Stadt, zeigte museale Praktiken im Kontext (kultur-)politischer Entwicklungen und setzte die Institution inmitten wissenschaftlicher, kultureller, sozialer und auch wirtschaftlicher Strömungen. Mit dem Blick auf spezifische Sammlungsgegenstände lud die Ausstellung ein, diese Objekte als Mittler für ideologisch unterfütterte Ideen, Projekte und Akteur*innen rund um Volkstum und Heimat zu kennzeichnen und zu reflektieren. Ziel der Ausstellung wie auch des vielseitigen Vermittlungsprogrammes war auch, das Museum als USEUM vorzustellen und den Fragen nachzugehen, wie das Haus von Interessierten, von Politik und Öffentlichkeit genutzt wurde und wer auch heute noch welches Interesse am Museum, seinen Inhalten oder einfach nur an seinen Räumlichkeiten und seiner spezifischen Öffentlichkeit hat.
- Verein für Volkskunde - 100%
Research Output
- 10 Publikationen
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2018
Titel Workshop: Die Aushandlung eines Begriffs zwischen Gesellschaft, Politik und medialer Inszenierung" (03.2018-03.2018). Typ Other Autor Köstlin K -
2018
Titel Instawalk, 18.1.2018. Typ Other Autor Köstlin K -
2016
Titel Wer nutzt Volkskunde? Perspektiven auf Volkskunde, Museum und Stadt am Beispiel des Museums für Volkskunde in Wien. Typ Journal Article Autor Johler B -
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Titel Öffentliche Kuratorinnenführungen sowie Spezialführungen für Volksliedwerk. Typ Other Autor Köstlin K -
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Titel Einführungsvortrag für die (von den Projektbearbeiterinnen organisierten) Tagung Orientieren & Positionieren, Anknüpfen & Weitermachen: Wissensgeschichte der Volkskunde/Kulturwissenschaft in Europa nach 1945. Typ Other Autor Köstlin K -
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Titel Power of Display, 14.11.2017. Typ Other Autor Köstlin K -
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Titel Workshop: Vermittlungsprogramm im Rahmen der Ausstellung für Jugendliche ab 14 Jahren: Heimat-Stadt-Kultur. Typ Other Autor Köstlin K -
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Titel Workshop: Heimatmacherei. Geschichten gemeinsam gestalten (12.2017-03.2018). Typ Other Autor Köstlin K -
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Titel heimat:machen. Das Volkskundemuseum in Wien zwischen Alltag und Politik. Typ Other Autor Köstlin K -
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Titel Heimatmacherei. Geschichten gemeinsam gestalten. Volkskundemuseum Wien, 7.2.2018-11.3.2018. Was ist Heimat? Und wie wird Heimat gemacht? Typ Other Autor Köstlin K