Coaching-Kommunikation. Eine linguistische Analyse
The Discourse of Coaching. A Linguistis Analysis
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
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Coach-Client Interaction,
Interprofessional Research Site,
Executive Business Coaching,
Core Of Communicative Practice,
Exploratory Linguistic Analysis,
Client'S Change
Das Ziel meiner linguistischen Habilitation ist es, die diskursiven Praktiken im personenorientierten Business- Coaching funktional zu beschreiben. Im Unterschied zu anderen Typen professionellen und institutionellen Diskurses wie etwa Arzt-Patienten Kommunikation oder Psychotherapiegespräche gibt es hierzu bislang keinerlei linguistische Forschung. Die Klärung der Frage "Was passiert aus kommunikativer Sicht im Coaching und wie wird dies interaktiv realisiert?" stellt also ein Forschungsdesiderat dar. Die hier beschriebene Habilitation soll dazu beitragen, diese Lücke linguistischer Grundlagenforschung zu schließen. Das besondere Augenmerk meiner Analyse liegt auf der Frage, wie Coach und KlientIn ihre jeweiligen Rollen und Identitäten in und durch die Interaktion konstituieren, und hier vor allem, inwieweit die unklare Konzeption des Beratungsformats Coaching` dies beeinflusst. Des weiteren soll geklärt werden, inwieweit Coaching eine hybride Diskursform darstellt und inwieweit sich Coaching- spezifische diskursive Normen und Charakteristika ermitteln lassen, die es erlauben Coaching von benachbarten Kommunikationsformen wie etwa Psychotherapie abzugrenzen. Die explorative Entwicklung von Konzepten und analytischen Kategorien zur linguistischen Beschreibung von Coaching-Kommunikation ist hierbei von Anfang an im Sinne einer interprofessionellen Analyse (interprofessional analysis) in den Diskurs mit PraktikerInnen eingebunden. Damit ist eine linguistische Beschäftigung mit in der Coaching-Praxis tatsächlich auftretenden Problemen statt mit theoretischen Konstrukten garantiert. Da der hohen Praxisrelevanz von Coaching sowohl im anglo-amerikanischen als auch im deutschsprachigen Raum ein noch ungeklärter professioneller Status gegenübersteht, sollen die Ergebnisse der linguistischen Analyse in einem nächsten Schritt in die laufende Professionalisierungsdebatte eingebunden werden und haben daher auch eine deutliche Anwendungsrelevanz. Im Rahmen meiner interprofessionellen Analyse wird der Diskurs im Coaching mit Hilfe einer kombinierten Methodik beschrieben, die auf verschiedene methodische Ansätze zurückgreift: 1) auf die Konversationsanalyse, die eher textimmanent arbeitet und den Ablauf von Gesprächen bezüglich ihrer Sequenzialität und Intersubjektivität erforscht, 2) auf die kritische Diskursanalyse, die die Einbettung und damit Abhängigkeit der Kommunikation von den sie umgebenden Kontexten betont (Coaching-Kommunikation als professioneller, institutionsabhängiger Dialog zwischen ExpertInnen und LaiInnen), und 3) auf allgemein pragmatische Konzepte wie etwa emotive communication, framing, und footing sowie das Konzept des activity type. Als Material dienen Videoaufzeichnungen zusammenhängender Coaching-Prozesse des personenorientierten Business-Coaching Ansatzes "Emotional-Intelligentes Coaching", die mit Hilfe der HIAT-Methode (Halbinterpretative Arbeitstranskription) grob verschriftet werden. Da es noch keine Bezugsergebnisse gibt, ermöglicht die Analyse dieses spezifischen Coaching-Ansatzes, relevante Kategorien erstmalig zu erfassen. Weiterführende Studien können sich dann zu diesen Ergebnissen positionieren, sie systematisch ergänzen, differenzieren und kontrastieren.
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