Berufliche Geschlechtersegregation verstehen
Understanding occupational gender segregation
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (100%)
Keywords
-
Occupational gender segregation,
Gender & Social Inequalities,
Labour Market,
Multi-Method Design,
Austria,
Careers In Gender-Atypical Occupations
Trotz zahlreicher Gleichstellungsmaßnahmen ist die berufliche Trennung von Männern und Frauen weiterhin ein zentrales Ungleichheitsmerkmal des Arbeitsmarktes. Dies äußert sich in einer geschlechterspezifischen Aufteilung in typisch männliche oder weibliche Berufe, die meist auch mit ungleichen hierarchischen Positioneneinhergeht. Obwohl sich dieberufliche Geschlechtertrennung in allen europäischen Ländern abbilden lässt, ist sie in Österreich aufgrund der lange verbreiteten klassischen Arbeitsteilung und einer starken Orientierung an traditionellen Familienbildern, besonders ausgeprägt. Woran liegt es nun aber, dass die geschlechterspezifischen Ungleichheiten am Arbeitsmarkt ungeachtet der wachsenden Frauenerwerbsquote und eines steigenden weiblichen Bildungsniveaus über die letzten Jahrzehnte nicht nur äußerst stabil bleiben, sondern in manchen Teilbereichen sogar zunehmen? Viele sozialwissenschaftliche Studien haben sich mit der Beschreibung unterschiedlicher Facetten geschlechterspezifischer Ungleichheiten befasst. Bisher weniger intensiv ist die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Hintergründen der beruflichen Geschlechtertrennung. Genau dieses Ziel verfolgt das vorliegende Projekt. Zunächst beschäftigt sich das Projekt mit der Forschungsfrage, in welcher Form berufliche Merkmale (z.B. befristetes Beschäftigungsverhältnis, Überstunden, körperliche Arbeit) oder persönlichen Präferenzen die berufliche Geschlechtertrennung bedingen. Es ist nicht nur entscheidend zu verstehen, welche Personen sich aus welchen Gründen für unterschiedliche Berufe entscheiden. Vielmehr ist es auch wichtig zu wissen, welche spezifischen Charakteristika Männer bzw. Frauenberufe aufweisen, die ihrerseits wiederum den Entscheidungsprozess beeinflussen. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt in dem Projekt befasst sich mit der Untersuchung von geschlechteruntypischen Berufswahlen. Der Ausgangspunkt dieser Forschungsfrage liegt im gesellschaftlichen Ziel der beruflichen Gleichstellung von männlichen und weiblichen Arbeitskräften. Wenn die Gleichstellung am Arbeitsmarkt angestrebt wird (berufliche Geschlechtersegregation jedoch die Realität ist), dann könnte es aufschlussreich sein genau jene Personen zu beforschen, die sich geschlechteruntypisch verhalten und dabei beruflich erfolgreich sind. Diese Forschungsfragen wird mit einem innovativen Studiendesign untersucht, wobei sowohl quantitative als auch qualitative Elemente der empirischen Sozialforschung miteinander verbunden sind. Zunächst wird die Entwicklung der beruflichen Geschlechtertrennung mittels statistischer Analysen innerhalb der letzten 20 Jahre skizziert. Dabei werden die Besonderheiten des österreichischen Arbeitsmarktes im Kontext europäischer Entwicklungen dargestellt. Im Anschluss daran werden in der qualitativen Teilstudie 30 Problemzentrierte Interviews mit Frauen und Männern in jeweils geschlechteruntypischen Berufen geführt. Das Ziel besteht die Gründe für die geschlechteruntypische Berufswahl besser zu verstehen und Strategien zu identifizieren, die es diesen Personen möglich machen in geschlechteruntypischen Berufsumwelten erfolgreich zu sein.
Berufliche Geschlechtertrennung am Arbeitsmarkt und geschlechter(un)typische Berufsentscheidungen - Österreich im Europäischen Vergleich Trotz zahlreicher Gleichstellungsmaßnahmen ist die berufliche Trennung von Männern und Frauen weiterhin ein zentrales Ungleichheitsmerkmal des Arbeitsmarktes. Dies äußert sich in einer geschlechterspezifischen Aufteilung in typisch "männliche" oder "weibliche" Berufe, die meist auch mit ungleichen hierarchischen Positionen einhergeht. Obwohl sich die berufliche Geschlechtertrennung in allen europäischen Ländern abbilden lässt, ist sie in Österreich aufgrund der lange verbreiteten klassischen Arbeitsteilung und einer starken Orientierung an traditionellen Familienbildern, besonders ausgeprägt. Woran liegt es nun aber, dass die geschlechterspezifischen Ungleichheiten am Arbeitsmarkt - ungeachtet der wachsenden Frauenerwerbsquote und eines steigenden weiblichen Bildungsniveaus - über die letzten Jahrzehnte nicht nur äußerst stabil bleiben, sondern in manchen Teilbereichen sogar zunehmen? Viele sozialwissenschaftliche Studien haben sich mit der Beschreibung unterschiedlicher Facetten geschlechterspezifischer Ungleichheiten befasst. Bisher weniger intensiv ist die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Hintergründen der beruflichen Geschlechtertrennung. Genau dieses Ziel verfolgt das vorliegende Projekt. Zunächst beschäftigt sich das Projekt mit der Forschungsfrage, in welcher Form berufliche Merkmale (z.B. befristetes Beschäftigungsverhältnis, Überstunden, körperliche Arbeit) oder persönlichen Präferenzen die berufliche Geschlechtertrennung bedingen. Es ist nicht nur entscheidend zu verstehen, welche Personen sich aus welchen Gründen für unterschiedliche Berufe entscheiden. Vielmehr ist es auch wichtig zu wissen, welche spezifischen Charakteristika "Männer" bzw. "Frauenberufe" aufweisen, die ihrerseits wiederum den Entscheidungsprozess beeinflussen. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt in dem Projekt befasst sich mit der Untersuchung von geschlechteruntypischen Berufswahlen. Der Ausgangspunkt dieser Forschungsfrage liegt im gesellschaftlichen Ziel der beruflichen Gleichstellung von männlichen und weiblichen Arbeitskräften. Wenn die Gleichstellung am Arbeitsmarkt angestrebt wird (berufliche Geschlechtersegregation jedoch die Realität ist), dann könnte es aufschlussreich sein genau jene Personen zu beforschen, die sich geschlechteruntypisch verhalten und dabei beruflich erfolgreich sind. Diese Forschungsfragen wird mit einem innovativen Studiendesign untersucht, wobei sowohl quantitative als auch qualitative Elemente der empirischen Sozialforschung miteinander verbunden sind. Zunächst wird die Entwicklung der beruflichen Geschlechtertrennung mittels statistischer Analysen innerhalb der letzten 20 Jahre skizziert. Dabei werden die Besonderheiten des österreichischen Arbeitsmarktes im Kontext europäischer Entwicklungen dargestellt. Im Anschluss daran werden in der qualitativen Teilstudie 30 Problemzentrierte Interviews mit Frauen und Männern in jeweils geschlechteruntypischen Berufen geführt. Das Ziel besteht die Gründe für die geschlechteruntypische Berufswahl besser zu verstehen und Strategien zu identifizieren, die es diesen Personen möglich machen in geschlechteruntypischen Berufsumwelten erfolgreich zu sein.
- Wirtschaftsuniversität Wien - 100%
- Johannes Giesecke, Humboldt-Universität zu Berlin - Deutschland
- Melinda Mills, University of Oxford - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 26 Zitationen
- 6 Publikationen
-
2019
Titel Der Arbeitsmarkt in Österreich DOI 10.1007/978-3-658-25592-3_5 Typ Book Chapter Autor Verwiebe R Verlag Springer Nature Seiten 113-153 -
2018
Titel Arbeit und Berufe in Österreich DOI 10.1007/978-3-658-21081-6_15 Typ Book Chapter Autor Fritsch N Verlag Springer Nature Seiten 333-385 -
2020
Titel Horizontal and vertical labour market movements in Austria: Do occupational transitions take women across gendered lines? DOI 10.1177/0011392120969767 Typ Journal Article Autor Fritsch N Journal Current Sociology Seiten 720-741 -
2022
Titel Transformation und Krise der Sorgearbeit DOI 10.31235/osf.io/pw5te Typ Preprint Autor Berger C Link Publikation -
2022
Titel Who Belongs to the Middle Income Class in Europe? The Role of Gender-Specific Occupational Characteristics in Multi-Level Analyses for 17 European Countries DOI 10.1080/00207659.2022.2151765 Typ Journal Article Autor Fritsch N Journal International Journal of Sociology Seiten 59-82 Link Publikation -
2021
Titel Die Mittelschicht in ländervergleichender Perspektive: Welche Rolle spielen Berufszugehörigkeit und Ländereigenschaften? DOI 10.1007/978-3-658-31523-8_8 Typ Book Chapter Autor Liedl B Verlag Springer Nature Seiten 159-184