LIMR, der Prototyp einer neuen Familie von Membranrezeptoren
LIMR, a prototype of a novel class of endocytic receptors
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
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Membrane Receptor,
Lipocalins,
Endocytosis,
Protein Family,
Protein-Protein Interaction
Lipocaline bilden eine große Familie extrazellulärer Proteine, die wasserunlösliche Moleküle, wie z.B. Pheromone und andere Signalmoleküle, binden und transportieren. Diese Proteine sind daher in eine Reihe wichtiger physiologischer Prozesse eingebunden. Während die biochemischen und strukturellen Eigenschaften der Lipocaline mittlerweile gut charakterisiert sind, sind die Grundlagen ihrer biologischen Wirksamkeit, wie z.B. Abgabe der gebundenen Liganden und Bindung an Rezeptoren, noch weitgehend ungeklärt. Es ist unserer Arbeitsgruppe gelungen einen neuen Lipocalinrezeptor des Menschen (LIMR) zu identifizieren und jüngst konnten wir zeigen, daß dieser Rezeptor für die Internalisierung von Lipocalinen in die Zelle essentiell ist. Sequenz- und Sekundärstrukturanalysen haben ergeben, daß dem LIMR ähnliche Proteine in einer Reihe von anderen Organismen zu finden sind, in einigen kommen sogar gleichzeitig mehrere Varianten dieses Membranproteins vor. Daher kann angenommen werden, daß LIMR der Prototyp einer neuen Familie von Membranrezeptoren ist. Primäres Ziel dieses Projekts ist es nun, herauszufinden, ob LIMR ein Lipocalin-spezifischer Rezeptor ist, oder ob es sich um einen Multiligandenrezeptor handelt, der ein breites Spektrum an Liganden bindet und in die Zelle internalisiert. Zu diesem Zweck soll mittels genetischer Methoden nach weiteren extrazellulären Liganden von LIMR und verwandten Proteinen. gesucht, und diese nachfolgend charakterisiert weden. Um den Signalweg der transportierten Lipocaline in der Zelle zu beschreiben, sollen intrazelluläre Interaktionspartner von LIMR identifiziert und charakterisiert werden. Zusätzlich soll der Vorgang der durch LIMR vermittelten Endocytose mittels Ultrastrukturanalysen aufgeklärt werden.
- Bernhard Redl, Medizinische Universität Innsbruck , assoziierte:r Forschungspartner:in