Columna Traiani – Traianssäule. Siegesmonument und [...]
Columna Traiani – Traian´s Column.
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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Roman history,
Trajan,
Trajan's Column,
Dacians,
Roman art,
City of Rome
Columna Traiani Traianssäule. Siegesmonument und Kriegsbericht in Bildern. Beiträge der Tagung in Wien anlässlich des 1900. Jahrestages der Einweihung, 9.-12. Mai 2013, herausgegeben von Fritz Mitthof und Günther Schörner, unter Mitarbeit von Theresia Pantzer Am 12. Mai 2013 jährte sich der Tag der Einweihung der Traianssäule in Rom zum neunzehnhundertsten Mal. Das Jubiläum bot den geeigneten Anlaß, um dieses einzigartige Monument im Rahmen einer internationalen Tagung in seiner herausragenden Bedeutung umfassend zu würdigen, vor allem aus der Perspektive der traditionellen akademischen Fächer der Alten Geschichte und der Klassischen Archäologie, freilich unter Einbeziehung vieler Forschungsrichtungen und Disziplinen wie der Kunstgeschichte, der Religionswissenschaft, der Epigraphik, der Numismatik, der material culture studies und der visual culture studies. Die Traianssäule ist ein Glanzstück materieller und visueller Kultur des Imperium Romanum. In einer spezifischen historischen Situation entstanden, war sie in weitreichender Weise innovativ, stand zugleich aber in einer langen Tradition. Sie entfaltete schnell eine enorme und nachhaltige Wirkungsmacht: als stadtrömisches Monument und bedeutender Bestandteil einer Platzanlage, dem Traiansforum, von höchster politisch-ideologischer Symbolkraft; als eindrucksvoller Bildträger; als dauerhaftes Dokument der Leistungen des besten Kaisers (optimus princeps) Traian; als Visualisierung der Dakerkriege, der Daker und der Gründung der Provinz Dacia; als Monument der Repräsentationund Selbstvergewisserung römischer Zivilisation und Weltordnung durch Überwindung des barbarischen Chaos; ferner als exzeptionelles Grabmonument (in diesem Punkt ist sich die Forschung allerdings nicht einig) und letztlich auch als Ausgangspunkt einer langen Rezeptionsgeschichte des Monumenttyps, die von der Mark Aurel-Säule bis zu den Säulen der Karlskirche in Wien und auf der Place Vendôme in Paris und darüber hinaus reicht. Die Genese der Säule erfolgte im Spannungsfeld verschiedener Akteure und Gruppen. Hierzu zählten der Kaiser und seine Berater als Auftraggeber, Senat und Volk von Romals offizielle Stifter, die ausführenden Architekten und Kunsthandwerker sowie das intendierte Publikum, die Besucher des Traiansforums, Römer, Peregrine und Fremde aus allen Teilen des von Rom beherrschten Erdkreises. Mit den Bezeichnungen Siegesmonument und Kriegsbericht in Bildern im Titel des Bandes soll auf die drängendste Frage hingewiesen werden, die mit der Deutung der Säule verbunden ist: Inwiefern bilden die Darstellungen der Friese Realität ab, und inwiefern sind sie Manifest eines kulturellen Konstrukts bzw. Medium für die Vermittlung politisch-ideologischer Botschaften? Zwar zeichnet sich in diesem Punkt zeichnet keine in jeder Hinsicht einhellige Forschungsmeinung ab. Während der Tagung sind die fächerbedingten Unterschiede abermals sichtbar geworden, vor allem im unterschiedlichen Zugang der Alten Geschichte, die in der Säule eine Quelle zu den Dakerkriegen mit starkem Realitätsgehalt sucht, und der Klassischen Archäologie, die den Konstrukt-Charakter der einzelnen Bildszenen und des gesamten Bildprogramms in den Vordergrund stellt. Allerdings hat die Debatte zu einer weiteren Schärfung der Problemstellung beigetragen. Auf diese Weise ist der Band ein wichtiger Schritt in der Erforschung dieses einzigartigen Monuments römischer Staatskunst.
- Universität Wien - 100%