Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (35%); Geschichte, Archäologie (40%); Kunstwissenschaften (25%)
Keywords
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Nationbuilding,
Serbia,
Naionalism,
Icons/Images,
Croatia,
Heroes
1) Die Publikation Ikonen der Nationen befasst sich auf interdisziplinäre und intervisuelle Weise mit den sich in den 1990er Jahren veräußernden Transformationsprozessen nationaler Mythen und deren HeldInnenfiguren im ex-jugoslawischen Raum. Dabei werden die mythischen HeldInnenfiguren herausgearbeitet, die von Seiten der regierungsnahen Organisationen zur Schaffung eines ,neuen Nationalbewusstseins und weitergehend zur Legitimation von Kriegshandlungen eingesetzt wurden. Dem gegenüber gestellt werden die künstlerisch kritischen Bewegungen, die diese zu den Ikonen der Nationen erklärten Stereotype versuchen zu hinterfragen und die Entlarvung der diskursiven Mechanismen jener nationalen Bestrebungen in den Mittelpunkt stellen. Das Ende der von Tito geprägten sozialistischen Periode verursachte nicht nur ein politisches, sondern vor allem ein visuelles Vakuum, welches nach neuen narrativen und visuellen Ausformulierungen von HeldInnen verlangte. Auf Grundlage dessen, stellt sich in der Arbeit die wesentliche Frage: wer oder was Titos visuellesMachtvakuum ausfüllen kann? Die neuen/alten erwachsenden Gründungsmythen kreieren neue/alte HeldInnenfiguren, die in Kroatien (Heimatkrieg/Domovinski Rat, 1991-1995) und Serbien (die Schlacht auf dem Kosovo) in den frühen 1980ern und 1990ern an politisch brisanter Bedeutung erlangten. 2) Aus der gewonnenen Vielzahl an neuen heldenbetitelten Persönlichkeiten wird in dem Buch mithilfe der noch jungen Methode der Intervisualität ein Stereotyp ermessen und dessen gesellschaftlicher Wirkungskreis und politische Einflussnahme nachvollzogen. Diese nach wie vor marginal berücksichtige Forschungsfrage leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu der Erfassung und dem Einsatz von Mythen und dessen visuelle Ikonen (HeldInnen), welche eine entscheidende Rolle im Prozess der Nationsbildungen im ex- jugoslawischen Raum in den 1990er und nach wie vor in der Gegenwart spielen.
- Universität Wien - 100%