Dommusikarchiv Salzburg: Thematischer Katalog
Dommusikarchiv Sbg.: Thematic Catalog
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (15%); Kunstwissenschaften (80%); Philosophie, Ethik, Religion (5%)
Keywords
-
Musical Sources,
Mozart,
Wolfgang Amadeus,
Salburg Cathedral,
Eberlin,
Joahnn Ernst,
Sacred Music,
Haydn,
Michael
1. Dommusikarchiv Salzburg (A-Sd): Thematischer Katalog der musikalischen Quellen der Reihe A 2. Die Signaturenreihe A des Musikalienbestands des Salzburger Dommusikarchivs (A-Sd), aufbewahrt im Archiv der Erzdiözese Salzburg, umfasst in der Hauptsache Stimmenhandschriften der Salzburger Hofkapelle aus der Zeit zwischen dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts und 1806, als die Hofmusikapelle aufgelöst wurde. Diese sind insofern von besonderem Interesse, weil darin neben authentischen Quellen zum Werk W. A. Mozarts, L. Mozarts, H. I. F. Bibers und J. M. Haydns auch Werke vieler vergleichsweise unbekannter Salzburger Komponisten dieser Zeit überliefert sind, die bisher mangels Quellenerfassung für die Forschung entweder nur schwer oder gar nicht zugänglich waren. Wie sich erst im Laufe der Forschungen herausgestellt hat, gab es mit den Stadtpfarrmusikanten und Thurnern weitere von der Hofmusik unabhängige Gruppe von Berufsmusikern, die am Dom der auch Hauptkirche der Salzburger Stadtpfarre war und an anderen Kirchen aktiv waren. Die erhaltenen Quellen aus ihrer Praxis umfassen unter anderem zahlreiche deutschsprachige Kompositionen, wie sie nach den kirchenmusikalischen Reformen Fürsterzbischof Hieronymus Colloredos in den Pfarrkirchen gesungen wurden. Die zwischen 1807 und 1841 entstandenen Quellen dokumentieren die Musikpflege nach der Auflösung der Hofmusikkapelle, die von der Dommusik und den Stadtpfarrmusikanten weitergeführt wurde. Die von den politischen Verhältnissen dieser Zeit geprägte Vorstellung vom kulturellen Niedergang hat zur Vernachlässigung dieser Bestände in der Forschung geführt, tatsächlich finden sich aber darin aber frühe Quellen zu den Werken von Johann Michael und Josef Haydn, Franz Xaver Gruber, Wolfgang Amadeus Mozart und vieler bisher noch nicht beachteter Salzburger Komponisten des frühen 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus dokumentiert dieses Repertoire den Übergang von einer vorwiegend höfisch geprägten zu einer vom Bürgertum getragenen Musikkultur, wie er nicht nur in der weltlichen Musik, sondern auch in der Kirchenmusik seinen Niederschlag fand. Die Erschließung der Reihe A für das Internationale Quellenlexikon der Musik Répertoire International des Sources Musicales (RISM) erfolgte durch die zu diesem Zweck gegründete RISM Arbeitsgruppe Salzburg. Der hier vorgelegte Katalog ist ein überarbeiteter Auszug aus der Datenbank RISM A/II. 3. Zum ersten Mal werden in diesem Thematischen Katalog die musikalischen Quellen des Salzburger Doms zur Gänze erschlossen und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zahlreiche neue Erkenntnisse zu Papieren, Schreibern und Datierungen sind im Katalog dokumentiert Parallel dazu erscheint ein Band über die Musikgeschichte am Salzburger Dom vom Ende des 17. Bis zur Mitte des 19. Jahrhundert, in der auf unzählige neue, während der Projekte gewonnenen Erkenntnisse zur liturgischen Verortung der Musik, zu sozialen Aspekten der Musikausübung, zur Geschichte und Überlieferung der Sammlung, zu Papier- und Schreiberforschung aber auch zu neuen Aspekten der Aufführungspraxis, eingegangen wird.