Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (40%); Geowissenschaften (50%); Geschichte, Archäologie (10%)
Keywords
Musicology,
History,
Austrian History,
Baroque,
Hapsburg
Abstract
Bis heute wird der Tod Karls VI. und der Regierungsantritt Maria Theresias 1740 als eine einschneidende Zäsur in
der österreichischen Geschichte gesehen. Diese Zäsur wurde auch weitgehend von anderen
geisteswissenschaftlichen Fächern übernommen. Doch nun stellt sich vor dem Hintergrund eines weitergefassten
Schnittstellenbegriffes (Reinhart Koselleck) die Frage, ob in unterschiedlichen Schichten und Räumen der
zweifellos grundlegende Wandel zwischen 1720 und 1780 nicht differenzierter gesehen werden muss. Ausgehend
vom Raum des Wiener Hofes, an dem der Herrscherwechsel in seinen Auswirkungen am ehesten dokumentiert
werden kann, wird aus der Sicht verschiedener Disziplinen versucht, Kontinuitäten und Diskontinuitäten
aufzuzeigen. Dass dabei die "klassischen" Disziplinen der sogenannten Hofkünste (Literatur/Dichtung Kunst
Theater/Tanz Musik) gewählt wurden, ist kein Zufall. Schließlich klafft bei allen diesen Künsten zwischen dem
oft zitierten Ende des Barock 1740 und dem Durchbruch eines neuen Stiles um 1765/70 eine erhebliche Lücke. Es
muss also eine längere Zeit des Überganges gegeben haben bzw. Wandlungsprozesse, die in unterschiedlichen
Geschwindigkeiten abgelaufen sind. Der Band versucht aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen (Österreichische
Geschichte, Romanistik, Germanistik, Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft und Musikwissenschaft) für diese
unterschiedlichen Prozesse sensibel zu machen und diese exemplarisch zu illustrieren.