Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Rechtswissenschaften (50%)
Keywords
Rechtsgeschichte,
Historische Wissenschaften,
Mittelalterliche Geschichte
Abstract
Das Archiv der Stadt und des Landes Wien verwahrt drei Foliobände einer spätmittelalterlichen
Handschrift, die üblicherweise als Wiener Testamentsbücher bezeichnet wird. Die Quelle nennt sich
selbst Stadtbuch und ist ihrem Charakter nach auch tatsächlich dem Rechtsquellentypus Stadtbuch
zuzuordnen. Sie enthält auch keineswegs nur letztwillige Verfügungen (Testamente), welche in der
spätmittelalterlichen Rechtssprache Geschäfte heißen, sondern weitere Eintragungen
privatrechtlicher Natur sowie andere Eintragungen öffentlich rechtlichen Charakters. Die insgesamt
mehr als 4.500 Eintragungen umfassen den Zeitraum von 1395 bis 1430.
Die Wiener Stadtbücher stellen eine Rechtsquelle ersten Ranges dar, sind aber nicht nur für die
Rechtsgeschichte von Bedeutung, sondern ebenso um nur einige Wissenschaftszweige zu nennen
für die Kultur-, die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte; In ihrer Bedeutung als Stadtbuch einer der
größten Städte Mitteleuropas sprengt die Quelle den lokalen Rahmen. Für die Edition schien nur eine
vollständige Wiedergabe sinnvoll, allein auf diese Weise ist sie den Interessen aller Historiker
dienstbar zu machen. Jedem Eintrag ist zu dessen Typisierung ein rechtshistorischer Hinweis (in
Regestenform) vorangestellt, im Übrigen wurde weitgehend buchstabengetreu ediert.
Der vorliegende fünfte Teil der Wiener Stadtbücher umfasst die Eintragungen der Jahre 1418 bis
1421. Eine Fortsetzung (in zwei weiteren Bänden) bis 1430 ist beabsichtigt. Der letzte Teil wird unter
anderem auch die ausführliche Handschriftenbeschreibung und detaillierte editionskritische
Bemerkungen sowie umfassende Register enthalten.