Diskurse des Kalten Krieges - Buch
Cold War Discourses - Book
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
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Cold War,
Austrian Literature,
Discourse Analysis,
Postwar Literature
Die vorliegende Studie Diskurse des Kalten Krieges. Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur geht auf das von Günther Stocker geleitete FWF-Projekt Diskurse des Kalten Krieges. Figuren des politischen in der österreichischen Literatur zwischen 1945 und 1966 im Kontext (P 22579) am Institut für Germanistik der Universität Wien zurück. Die Publikation stellt die erste systematische Untersuchung zu diesem Themenkomplex dar, indem sie einen bisher kaum wahrgenommen Teil der österreichischen Literatur- und Kulturgeschichte behandelt, wobei der Fokus auf das für diese Epoche so zentrale gesellschaftspolitische Phänomen des KaltenKriegesliegt. Die Untersuchung bezieht sich zwar ausführlich auf geschichtswissenschaftliche Erkenntnisse, versteht sich aber vom thematischen und methodischen Ansatz als genuin literaturwissenschaftliche Arbeit, die unter theoretischer Bezugnahme auf den New Historicism in der Figuration Stephen Greensblatts an den spezifisch literarischen Repräsentations- und Verarbeitungsstrategien zeitgenössischer politischer Diskurse interessiert ist. Die Studie beschreibt die zentrale Redeweisen und Denkfiguren in den literarischen Diskursen des Kalten Krieges und verortet sie sowohl in nationalen als auch in internationalen Kontexten. Die literarischen Texte werden insofern auf das kulturelle Feld rückbezogen, das sie hervorgebracht hat, als die Austauschprozesse zwischen literarischen und nicht-literarischen Texten sichtbar gemacht und die Alternationen von spezifischen Metaphern, Allegorien und Denkfiguren analysiert werden. Auf der Basis von mehr als 50 größtenteils unbekannten und neu- oder wiederentdeckten Texten der österreichischen Nachkriegsliteratur strukturiert die Studie in 15 Kapiteln auf unterschiedlichen Ebenen, von Bilderfeldern über thematische Bündel bis zu diskursiven Konstellationen und Narrativen die Forschungsergebnisse. Diese Kapitel widmen sich ausführlich den Imaginationen und Konstruktionen der Grenze (Kapitel 1), fiktiven Reisen hinter den Eisernen Vorhang (Kapitel 2) sowie Erzählungen, die William Shakespeares Romeo und Julia hinsichtlich des vorherrschenden geopolitischen Konflikts aktualisieren (Kapitel 3). Mit Phänomenen wie Totalitarismus- (Kapitel 4) und Materialismuskritik (Kapitel 5) setzt sich die Studie ebenso auseinander wie mit dem Schreckensszenario des Gulag (Kapitel 6). Des Weiteren werden Kontinuitäten des Nationalsozialismus im Lichte des Kalten Krieges (Kapitel 7), die atomare Bedrohung (Kapitel 8), Stellvertreterkriege in Form der Spionage (Kapitel 9), die omnipräsenten Feind-und Krankheitsbilder (Kapitel 10) ebenso behandelt wie die Fronten hinsichtlich sprachlicher (Kapitel 11) und künstlerischer Aspekte (Kapitel 12) in der geteilten Welt. Analysiert werden das Phänomen der Konversion (Kapitel 13), Österreich-Bilder im Kalten Krieg (14) und Menschenraub (Kapitel 15). Die zahlreichen Beispiele präsentieren nicht nur immer wieder unbekanntes Material, sondern zeigen vor allem auch, dass die beschriebenen Phänomene nicht nur Einzelfälle, sondern rekurrente Diskursmuster sind.
- Universität Wien - 100%