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Figurationen des Stromes im 19. Jahrhundert

Configurations of the River in the 19th Century

Edit Király (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/PUB389
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 14.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (40%); Geschichte, Archäologie (10%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (40%)

Keywords

    German studies, Media history, Cultural studies, Austrian History, History of literature

Abstract

Ein majestätisch dahin strömender Strom die Donau wird durch diese beliebte Etikette im 19. Jahrhundert wie von Natur aus in den Rang einer imperialen Landschaft erhoben. Wenn dieses Attribut dem größten Fluss Mitteleuropas immer schon zukam, so wurde es jetzt geradezu inflationär. Worauf gründete sich diese Hoheit, deren Insignien selbst in den sachlichsten Beschreibungen nicht fehlen durften? Obwohl der zweitgrößte Fluss Europas, trat seine tatsächliche ökonomische Bedeutung im Vergleich zu jener der Elbe oder des Rheins deutlich zurück. Selbst seine landschaftlichen Vorzüge mussten gegenüber denen des Rheins immer von neuem bewiesen werden. Majestätisch erschien sie nicht nur als der Fluss, der sie war, sondern als jenes Naturelement, das menschlichen Plänen und Normen gefügig gemacht werden sollte. Mächtig wurde sie durch die enormen Ambitionen und Ziele, die sich im 19. Jahrhundert an sie knüpften, und durch die Anstrengungen, die man zur Verwirklichung dieser Ziele auf sich nehmen musste. Besonders virulent wird diese (politische) Diskursivierung von Landschaft bei der Flussregulierung, die den Strom buchstäblich zu einer Regulierungs- und Verwaltungsaufgabe des Staates macht. Die Vorstellung von der Wasserstraße Donau war vielfach mit strategischen Zielen der Habsburgischen Monarchie im Süd-Osten Europas verflochten. Befürworter der Donau-Regulierung sprachen von der Aufgabe der Donau - einer, zu der sie aber erst befähigt werden musste. Sie sollte zu einer Verkehrsstraße ausgebaut werden, auf der Waren und Güter transportiert werden können. Der zunehmende Austausch würde, so die logische Schlussfolgerung jener, die in Büchern, Aufsätzen und Reden eine Lanze für die Stromregulierung brachen, die Länder der oberen und der unteren Donau einander näher bringen und für die Herausbildung eines wahrhaft großen, wenn auch mit sehr unterschiedlichen Ressourcen ausgestatteten Wirtschaftsgebietes sorgen. Die Monografie Die Donau ist die Form versucht nachzuzeichnen, wie in der österreichischen und ungarischen Öffentlichkeit die Fragen der Donauregulierung abgehandelt wurden, wie diese Diskussionen zur Vorstellung eines einheitlichen Donau-Raumes beitrugen bzw. von welchen Widersprüchen diese gekennzeichnet war. Es wird anhand von englisch-, deutsch- und ungarisch- sprachigen reiseliterarischen Texten sowie Mappenwerken und Prachtbänden gezeigt, wie die Donau als Ganzes im 19. Jahrhundert auch ästhetisch verfügbar gemacht wurde.

Forschungsstätte(n)
  • Eötvös Loránd University - 100%

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