Archaische Siedlungsbefunde in Ephesos. Stratigraphie, ...
Archaic Settlement-Contexts at Ephesos. Stratigraphy, ...
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Greek Archaeology,
Ephesos,
Pottery Research,
Settlement Archaeology,
Geometric/Archaic Ionia
1. Titel Archaische Siedlungsbefunde in Ephesos. Stratigraphie, Bauphasen, Keramik und Kleinfunde aus den Grabungen unter der Tetragonos-Agora. Archaische Keramikfunde aus dem Theater und von den nordwestlichen Ausläufern des Panayrdag Mit Beiträgen von Michael Kerschner und Lisa Peloschek 2. Inhalt der Publikation Die Publikation befasst sich mit den Siedlungsbefunden archaischer Zeit (7. und 6. Jahrhundert v. Chr.) in Ephesos. Den zentralen Teil der Arbeit stellen die archäologischen Überreste in der Siedlung unter der späteren Tetragonos-Agora dar, die sich zwischen dem frühen 7. Jahrhundert und dem mittleren 6. Jahrhundert einordnen lassen. Die Siedlung liefert eine Fülle an stratigraphischen Befunden mit Resten der architektonischen Bebauung und Ausstattung, einige Kleinfunde und schließlich zahlreiche Fragmente des gefäßkeramischen Inventars. Alle diese Hinterlassenschaften werden in komplementärer Weise in die Studie einbezogen und führen so zu einer umfassenden Analyse und Interpretation. Das Hauptaugenmerk der Materialstudie liegt auf den Keramikfunden, die aufgrund ihrer Menge besonders dazu geeignet sind, den unterschiedlichen Fragen typologischer, chronologischer, und funktionaler Natur nachzugehen, die sich an archäologische Hinterlassenschaften stellen. Die Gefäßkeramik von zwei weiteren Grabungsplätzen, dem Theater von Ephesos und dem nordwestlichen Abhang des Panayrdag, fließen ergänzend in die Arbeit mit ein. Eine Fabrikatanalyse der Keramikfunde mittels Mikroskop wird von den archäometrischen Methoden der Petrographie und Geochemie abgerundet und ergänzt die archäologische Materialstudie um eine naturwissenschaftlich verbindliche Dimension. 3. Neue Ergebnisse Bei der archaischen Siedlung unter der Tetragonos-Agora handelt es sich um das bislang einzige für diesen Zeitraum auch architektonisch fassbare Siedlungsareal in Ephesos. Mit seiner alle Befundgattungen umfassenden Publikation wird die archaische Epoche damit erstmals auch außerhalb des berühmten Artemisheiligtums archäologisch fassbar. Die stratigraphische Auswertung der Befunde erlaubt die Gliederung der Siedlungsaktivität in vier Phasen, die sich in insgesamt sechs Sub- Phasen unterteilen lassen. Diese dichte Siedlungsabfolge spiegelt sich sowohl im architektonischen als auch im keramischen Befund wieder und erlaubt für die Keramik als archäologischem Leitfund den Entwurf eines verbindlichen Chronologiegerüstes auf typologischer Grundlage. Diese Typo- Chronologie kann für das übrige Ionien, wo vergleichbar ausführliche Studien an Siedlungskeramik bislang ausstehen, ebenfalls zu einer wertvollen Referenz werden. Jenseits der chronologischen Implikationen stellt die Fundkeramik mit die beste Grundlage für die Beschäftigung mit kulturhistorischen und wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen dar. Das in der Publikation vorgelegte Gefäßinventar aus Ephesos zeigt etwa die enge, vielseitige und diachron sich wandelnde Anbindung des archaischen Ephesos an die umliegenden ionischen Zentren und seinen Integration in die Kommunikationswege der östlichen Ägäis auf. Daneben ist es möglich, lokale Spezifika und Brüche in der diachron sich entwickelnden materiellen Kultur zu beschreiben, die als archäologisch fassbarer Ausdruck kultureller Phänomene für übergeordnete historische Überlegungen eine positive Argumentationsgrundlage bilden.