Zum jüdischen Erbe in der Wiener Architektur
Jewish Heritage in Vienna´s Architecture
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Sozialwissenschaften (30%); Bauwesen (40%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (20%); Rechtswissenschaften (10%)
Keywords
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Viennese architecture,
City Building,
Jewish minority,
Interior Design,
Synagogues,
Migration Research
Die Intention dieser Studie ist es einen Überblick über die Tätigkeit von jüdischen ArchitektInnen und Baumeistern in Wien zu geben. Der Zeitrahmen umfasst die Periode von 1867/8, der völligen bürgerlichen Gleichstellung der Juden in der Österreich-Ungarischen Monarchie, bis zur Machtergreifung der Nazis in Österreich1938. Einer chronologischen Anordnung folgend werden vor allem Einzelpersönlichkeiten in Hinblick auf ihre Bedeutung, fachliche Positionierung oder ihr Schicksal angeführt. So werden zunächst die Anfänge mit Einzelgängern, wie Wilhelm Fraenkel oder Josef Unger geschildert, die heute vergessen sind, damals jedoch Pionierleistungen erbracht haben. Eine Schwerpunktsetzung in der weiteren Abfolge ist die allmähliche Ausformung von spezifischen Schulen oder Gruppen. In diesem Sinn wird besonders der umfangreichen Schar der Schüler Karl Königs oder dem Kreis um Josef Frank Augenmerk gewidmet. Weitere Themenschwerpunkte stellen auch spezielle Bauaufgaben dar, insbesondere Synagogen, Banken, Geschäftshäuser u. a., aber auch markante städtebauliche Projekte, wie die Wiener Werkbundsiedlung oder der soziale Wohnbau des Roten Wien, an denen jüdische Architekten in besonderen Maß beteiligt waren. Eine Sonderstellung nimmt die Gruppe der Architektinnen ein, die in der Zwischenkriegszeit zunehmend Bedeutung erlangt hat - allen voran Ella Briggs und Friedl Dicker. Infolge der schwierigen Verhältnisse zumeist auf den Bereich der Innenarchitektur beschränkt, trugen sie jedoch zur hohen Qualität der Wiener Wohnraumkultur bei. Die letzten Kapitel sind dem Schicksal der Vertriebenen und Ermordeten gewidmet. Darüber hinaus werden aber auch Kontinuitäten nach 1945, wie die Vernichtung jüdisch konnotierter Bauten und die Verhinderung eines beruflichen Wiedereinstiegs der geflohenen Architekten geschildert. Keinesfalls jedoch ist eine umfassende enzyklopädische Auflistung aller betreffenden Personen intendiert sondern eine kulturhistorischer Überblick nach bestimmten Schwerpunktsetzungen.
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