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Giambattista Marinos Wort-Zucht-Peitschen

Giambattista Marinos Wort-Zucht-Peitschen

Alfred Noe (ORCID: 0000-0002-5987-8710)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB247
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 14.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    Giambattista Marino, Vienna, Translation, Italian Literature, Counter-Reformation, 17th Century

Abstract

Der in erster Linie am französischen Hof wirkende Giambattista Marino zählt vor allem mit seinem mythologischen Epos LAdone zu jenen Autoren, welche den barocken Konzeptualismus zu rhetorischen Höhepunkten geführt haben, weshalb auch diese Strömung in der italienischen Literaturgeschichte mit seinem Namen bezeichnet wird. Neben zahlreichen anderen polemischen Schriften verfasst Marino 1617 seine konfessionelle Streitschrift La sferza invettiva, welche 1625 posthum in Paris gedruckt wird. In Reaktion auf ein zeitgenössisches Pamphlet verteidigt Marino darin die Position der katholischen Kirche. Die Übersetzung von Heinrich Schmidt erscheint bemerkenswerter Weise 1655 in Wien mit einer Widmung an Veit Daniel Colewaldt, einen kurz davor unter Druck zum Katholizismus konvertierten Offizier, der auch selbst als Übersetzer aus dem Italienischen tätig ist. Das Titelkupfer der Übersetzung verweist programmatisch auf den Inhalt, denn die Kirchenväter Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor peitschen darauf die Reformatoren Huss, Luther, Zwingli und Calvin aus. Im Gegensatz zu Brockes erstmals 1715 gedruckter Übersetzung von Marinos La strage degli innocenti (Bethlehemitischer Kinder=Mord) handelt es sich hier um einen äußerst seltenen Druck (das einzige bekannte Exemplar befindet sich in der HAB Wolfenbüttel in einem nicht reproduzierbaren Sammelband), wie bereits Johann Jacob Bauer in seiner Bibliotheca librorum rariorum universalis, Supplement 2 (Nürnberg 1774, S. 198: libellus rarissimus) festhält. Die vorliegende Edition mit Kommentar stellt damit nicht nur den Text wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung, sondern gliedert ihn auch in den historischen Kontext der Gegenreformation in Wien ein und illustriert, wie die Übertragung aus dem französischen in den österreichischen Zusammenhang vom Übersetzer bewältigt wird. Es soll damit sowohl inhaltlich als auch sprachlich ein Musterbeispiel für die Rezeptionsliteratur in einer polemischen Gattung dieser Zeit vorgelegt werden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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