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Presbeia Theotokou [Fürbitte der Gottesgebärerin]. Die Funktion Mariens als Fürbitterin über Zeit und Raum in Byzanz (4. – 9. Jahrhundert)

Presbeia Theotoku. The Intercessory Role of Mary across Times and Places in Byzantium (4th to 9th century)

Andreas Külzer (ORCID: 0000-0003-1209-6735)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB218
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 14.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (50%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)

Keywords

    Byzantinistik, Patristik (Patrologie), Mariologie, Mariologie

Abstract

Die Aufsätze, die das vorliegende Buch vereint, sind einem wesentlichen Aspekt der Kultentwicklung des Christentums gewidmet. Es geht um die sich entfaltende Verehrung Mariens, der Mutter Jesu von Nazareth, die zwischen dem 4. und 9. Jahrhundert in Gebieten, die geographisch zum ehemaligen Byzantinischen Reich gehörten, ihre Ausprägung erfuhr. Insbesondere wird die sich ausprägende Vorstellung einer Funktion Mariens als Mittlerin und Fürsprecherin für die Gläubigen thematisiert. Die byzantinische Gesellschaft erlebte im Verlauf der fünfhundert Jahre, die in diesem Buch behandelt werden, einen entscheidenden Wandel: der im 4. Jahrhundert noch starke Anteil und Einfluß paganer Religionen ging bis zum 9. Jahrhundert völlig verloren; gleichzeitig vereinheitlichten sich die verschiedenen Spielarten und Glaubensideen des Christentums immer mehr, nachdem zahlreiche Synoden und Konzilien über den rechten Glauben beraten und entschieden hatten. Was den Marienkult angeht, so finden wir in der Mitte des 9. Jahrhunderts, nach dem Ende des sogenannten Bilderstreites oder Ikonoklasmus (843), die Mutter Jesu reichsweit mit der Vorstellung einer Fürsprecherin für die Gläubigen verbunden. Warum und wie sich diese Idee ausformen konnte, ist eine Thematik, die über die religiöse Dimension hinaus auch wesentlich mit der gesellschaftlichen Entwicklung in Byzanz im allgemeinen zu tun hat. Ein wesentliches Phänomen des Marienkultes ist seine regionale Unterschiedlichkeit: die Vorstellung entwickelte sich nicht zur gleichen Zeit in der gleichen Weise all überall im Reich, sondern formte sich ganz im Gegenteil in unterschiedlichen Regionen (man darf hier von religiösen Landschaften sprechen) in jeweils eigenständigen Formen aus, dies auch mitnichten zur gleichen Zeit. Die im vorliegenden Buch behandelten Regionen, Palästina, Ägypten, Konstantinopel, Syrien, Armenien, Albanien (Dyrrachium [Durrs]) und der Westen (Rom, Italien und Nordafrika) gereiht nach der Wichtigkeit der Entwicklung behandeln zahlreiche, aber natürlich nicht alle Landschaften des Byzantinischen Reiches. Dies erklärt sich daraus, daß unserer heutigen Kenntnis und dem Stand der Überlieferung zufolge nicht in allen Landschaften entscheidende Entwicklungen stattfanden. Die maßgeblichen erhaltenen Quellen, seien sie nun literarisch, sigillographisch oder materiell, wurden von ausgewiesenen und international weithin anerkannten Spezialisten der einzelnen Regionen untersucht. Nach einer grundlegenden EINFÜHRUNG in die Thematik von Leena Mari Peltomaa und Andreas Külzer handelt es sich um folgende Beiträge: Über PALÄSTINA: Stephen J. Shoemaker: The Ancient Dormition Apocrypha and the Origins of Marian Piety: Early Evidence of Marian Intercession from Late Ancient Palestine; Rina Avner: Presbeia Theotokou, Presbeia meteros: Reconsidering the Origins of the Feast and the Cult of the Theotokos at the Kathisma, on the Road to Bethlehem; über ÄGYPTEN: Arne Effenberger: Maria als Vermittlerin und Fürbitterin. Zum Marienbild in der spätantiken Kunst Ägyptens; Antonia Atanassova: The Theme of Marian Mediation in Cyril of Alexandrias Ephesian Writings; Theodore de Bruyn: Appeals to the Intercessions of Mary in Greek Liturgical and Paraliturgical Texts from Egypt; über KONSTANTINOPEL: Leena Mari Peltomaa: Cease your lamentations; I shall become an advocate for you. Mary as Intercessor in Romanos Hymnography; Mary B. Cunningham: Mary as Intercessor during the Iconoclast Period: The Textual Evidence; über SYRIEN: Cornelia Horn: Ancient Syriac Sources on Marys Role as Intercessor; Pauline Allen: Antioch-on-the-Orontes and its Territory: A terra dura for Mariology?; über ARMENIEN: Annegret Plontke-Lüning & Armenuhi Drost-Abgarjan: Die Jungfrau Maria als Fürsprecherin in Literatur und Kunst Armeniens bis zum 8. Jahrhundert; über ALBANIEN: Galina Fingarova: Mary as Intercessor in the Decoration of the Chapel in Durrs, Albania; über den WESTEN: Henry Maguire: What Is an Intercessory Image of the Virgin? The Evidence from the West. Alexandra-Kyriaki Wassiliou-Seibt behandelt in einem APPENDIX Die Sigillographische Evidenz der Theotokos und ihre Entwicklung bis zum Ende des Ikonoklasmus. Eine GESAMT- BIBLIOGRAPHIE, die als Arbeitsinstrument für weitere Studien zum Marienkult dienen kann und von der Fachwelt bereits seit langem gewünscht wird, sowie ein INDEX runden die Darstellung ab.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%

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