Die Register Innocenz´ III. 16. Band
The registers of pope Innocent III, vol. 16
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (75%); Philosophie, Ethik, Religion (25%)
Keywords
-
Edition,
Diplomatics,
Ecclesiastical History,
Legal History,
Theology,
Papacy
Das Register des 16. Pontifikatsjahrs Innocenz III. enthält 182 Briefe aus der päpstlichen Kanzlei, die sich an unterschiedliche Empfänger in ganz Europa wie im Nahen Osten richten. Er ist der letzte der vollständig überlieferten Registerbände dieses Papstes. Einen Auftakt bilden drei Briefe, mit denen die Umsetzung zweier zentraler Anliegen des Papstes eingeleitet werden sollte: ein neuer Kreuzzug ins Heilige Land und ein allgemeines Konzil, das notwendige Reformen beschließen sollte. Die Schreiben wurden massenhaft an Bischöfe und Herrscher in der gesamten westlichen Christenheit versandt. Ihre komplexe Überlieferung erforderte spezifische editorische Lösungen. Ein anderer Schwerpunkt des Jahres ist ein weiteres Mal der Albigenserkreuzzug in Südfrankreich. Ein eigenes Dossier, das im Register identifiziert werden konnte, zeigt die verflochtenen Konflikte zwischen den Kreuzfahrern, dem hohen Klerus, dem Grafen von Toulouse und dem König von Aragn. Interessenskonflikte zwischen Papst, Kaiser, Venedig und verschiedenen Bischöfen bestimmen weiterhin die Lage im Lateinischen Kaiserreich von Konstantinopel. Im römisch- deutschen Reich, im dem wieder um die Krone gekämpft wird, sucht der Papst seinen Kandidaten und dessen Anhänger zu unterstützen. Die Ausläufer dieses Kampfs beunruhigen, neben selbstgemachten Konflikten, auch Italien. Hingegen scheint sich die Lage im langwierigen Streit des englischen Königs gegen den Papst und den Großteil der englischen Bischöfe zu klären: König Johann gibt nach und unterstellt seine Reiche der Lehenshoheit des Papstes. Im Baltikum schreiten Mission und Eroberung, nicht ohne Verwerfungen, voran. Weitere Schreiben befassen sich mit den politischen und kirchlichen Verhältnissen von Süditalien bis Skandinavien, Ehesachen und besitzrechtlichen Fragen, Privilegien und Unterschutzstellungen für Bistümer und Klöster, Bistumsangelegenheiten und kirchenrechtlichen Entscheidungen verschiedenster Art, umstrittenen Wahlen und Disziplinarfragen, die Einblicke in die großen wie die alltäglichen Probleme der Kirche und der Laien um 1200 erlauben. Wie seine Vorgänger gehört auch der 16. Jahrgang zu den Bänden, die nicht als Originalregister, sondern in einer an der Kurie gefertigten Abschrift aus der Mitte des 14. und dem Druck des französischen Gelehrten Bosquet aus dem 17. Jahrhundert überliefert sind. Der Band bietet eine kritische Edition, einen ausführlichen Sachkommentar, Nachweise der Zitate aus der Bibel, kirchlichem und römischem Recht, theologischen und klassischen Vorlagen, und gibt die Dekretalenüberlieferung der Briefe an. Einleitend werden die Handschrift und die Einrichtung der Edition beschrieben. Der Band wird durch mehrere Indices erschlossen.