Versiegeln mit Bildern in Kato Zakros
Sealing with Images in Kato Zakros
Wissenschaftsdisziplinen
Chemie (15%); Geschichte, Archäologie (85%)
Keywords
-
Seals,
Sealings,
Aegean,
Minoan,
Zakros,
Administration
Die Monographie stellt die endgültige Publikation der Tonplomben aus Kato Zakros dar, einer minoischen Hafenstadt mit einem Palast am Ostende Kretas. Dabei handelt es sich um mit Siegeln gestempelte Tonklumpen, die zum Schutz vor unbefugtem Zugriff sowie zur Kennzeichnung und Autorisierung verwendet wurden. In Kato Zakros sind 554 Tonplomben in Fundkontexten aufgetreten, die auf ca. 14801425 v.u.Z. datiert werden. Die meisten stammen aus einem städtischen Gebäude genannt Haus A, fünf weitere aus dem Palast. Die Objekte wurden sowohl makroskopisch untersucht als auch ihr Material mithilfe von pXRF (portable xray-fluorescence spectrometry) analysiert. Die Studie stellt einen vollständigen, bebilderten Katalog der Objekte bereit. Dieser fungiert als das Fundament, auf dessen Basis Aspekte der minoischen Siegelverwaltung mit Hilfe der Tonplomben rekonstruiert werden. Es ist möglich, dass die Tonplomben in Gruppen in die Depots gelangt sind. Die aufgezeichneten Transaktionen, die teilweise mit Warenaustausch zusammenhängen können, betrafen wahrscheinlich kretische Akteure und Angelegenheiten. An der Siegelverwaltung waren vermutlich viele Personen mit festen Aufgaben beteiligt, z.B. Plombenhersteller*innen und Siegelnutzer*innen mit unterschiedlichem Status. Die Komplexität der Siegelverwaltung zeugt von einer formell organisierten Dokumentation der Transaktionen durch das Siegeln. Am Ende der Publikation werden die Tonplomben in die Diskussion der Rolle von Kato Zakros im neupalastzeitlichen Kreta miteinbezogen. Zwei Hauptgruppen von Tonplomben werden unterschieden. Die Siegel der ersten Gruppe weisen einen regulären pan-kretischen Charakter auf und wären überall auf Kreta zu Hause. Die andere Gruppe zeigt einige charakteristische Merkmale, die außerhalb von Kato Zakros selten sind. Wahrscheinlich handelt es sich um einen lokalen Zweig der neupalastzeitlichen Siegelverwaltung. Die Tonplomben aus dem Palast gehören zur pan-kretischen Gruppe und liefern Hinweise, dass das Gebäude in direkter wirtschaftlicher Verbindung mit Knossos im nördlichen Zentralkreta stand, wo sich der größte minoische Palast befindet. Dies könnte bedeuten, dass zumindest seit der Zeit des Palastes von Kato Zakros die Stadt als Tor zum Handel von Knossos mit den östlichen Häfen fungierte.