Franz Waxman – Zwischen Filmmusik und Konzertsaal
Franz Waxman – Between Film Music and the Concert Hall
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (10%); Kunstwissenschaften (70%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (10%); Soziologie (10%)
Keywords
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Franz Waxman,
Hollywood film music,
Film Music Adaptations,
Intermediality,
Soundtrack Album,
Migration Of Musicians
Franz Waxman (19061967) zählte zwar zu den bekanntesten Vertretern der so genannten ,klassischen Ära der Hollywood-Filmmusik, ist aber, im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen Mikls Rzsa, Erich Wolfgang Korngold oder Max Steiner, bislang nur lückenhaft erforscht. Die Monographie Franz Waxman Between Film Music and the Concert Hall eröffnet einen neuen, umfassenden Blick auf Hollywoods Filmmusik der 1930er- bis 1960er-Jahre, der über rein biographische oder musikanalytische Einzelbetrachtungen hinausgeht. So wirkte Waxman in einem internationalen Umfeld nicht nur als Filmkomponist, sondern auch als Festivalveranstalter, Dirigent und Komponist von Opern- und Konzertmusik. Franz Waxmans Karriere kann folglich als paradigmatisch für die Vielschichtigkeit von Musikerkarrieren im 20. Jahrhundert gelten, die bislang vorrangig aus der Perspektive des schaffenden Komponisten erforscht wurden. Der titelgebende Fokus der Monographie zwischen Filmmusik und Konzertsaal zielt dabei nicht darauf ab, in Waxmans Karriere vermeintlich gegensätzliche Sphären aufzeigen, sondern gemäß der zeitgenössischen Praxis die wechselseitigen medialen und ästhetischen Transfers zwischen Filmmusik und Konzertsaal als integralen Bestandteil einer Musikerkarriere in den Vereinigten Staaten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert zu verdeutlichen. Diese Transfers passierten vor einem die Gegensätze zwischen E- und U-Musik hervorhebenden Pressediskurs im Spannungsfeld zwischen Modernismus, kanonisierter Konzertkultur des Langen 19. Jahrhunderts und zeitgenössischer populärer Musik, sowie fundamentalen politisch-gesellschaftlichen und technologischen Umwälzungen, welche Musikpraxis beeinflussten. Entsprechend thematisiert die Monographie am Beispiel Franz Waxman die folgenden zwischen Filmmusik und Konzertsaal liegenden Aspekte und die zwischen ihnen bestehenden Verbindungslinien: (1) Migration von Filmkomponisten Anfang der 1930er Jahre von Europa in die USA (2) Waxman als Gründer und Leiter des Los Angeles Music Festival im Kontext der US- amerikanischen Kulturdiplomatie (3) Inter(-nationale) Rezeption und Selbstvermarktung von Waxman als Festivalorganisator, Dirigent, Konzert- und Filmkomponist zwischen Filmmusik und Konzertsaal (4) Musikalisch-mediale Transfers in Waxmans Schaffen: Konzertadaptionen von Filmmusik, Theme Songs und Soundtrack-Alben Durch die Einbeziehung und Verbindung unterschiedlicher methodischer Perspektiven (historisch-quellenkritisch, rezeptionsästhetisch, diskursanalytisch, (film)musikanalytisch, medienästhetisch, soziologisch) schließt die Monographie über Franz Waxman eine Forschungslücke in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts.