Alternde Maskulinitäten zwischen den Kulturen
Masculinities Ageing Between Cultures
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (40%); Soziologie (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (30%)
Keywords
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Relationality,
Kinship,
Care,
Masculinities,
Aging,
Cultures
Der Sammelband bringt die theoretischen Perspektiven der Masculinity Studies und Age Studies zusammen, um zu untersuchen, wie Männer in unterschiedlichen Kulturen altern. Dabei wird vor allem in den Blick genommen, wie sich ein kulturelles Dazwischen auf Konzepte von Alter und Geschlecht auswirkt. Die Einzelbeiträge greifen in ihren Fallstudien die Begriffe Relationalität, Verwandtschaft (Kinship) und Fürsorge (Care) auf, um alternde Männlichkeiten genauer zu bestimmen. Geographisch umfassen die Beiträge ein weites Feld transkultureller Erfahrungen männlichen Alterns: aus Nord- und Osteuropa, aus der US- amerikanischen indischen und chinesischen Diaspora, aus der Black British queer Community, aus afrikanisch-europäischen Kontexten und der brasilianischen Gesellschaft. Sie greifen dabei Themen auf wie kulturspezifische Vorstellungen von Familie und Vaterschaft, von Homosexualität und Homophobie sowie Auswirkungen von Geschlechterstereotypen und -machtverhältnissen in Institutionen wie dem Gefängnis und Krankenhaus. Die leitenden Forschungsfragen stützen sich auf zwei Annahmen, wobei die Beiträger:innen anthropologische und kulturkritische Ansätze mit Methoden des close reading und der Literaturanalyse verbinden. Die erste Annahme ist, dass Mobilität eine grundlegende Erfahrung unserer Zeit ist, die Vorstellungen von Kultur, Geschlecht und Alter prägt. Zweitens gehen wir davon aus, dass die kulturellen Konstruktionen von Männlichkeit in ihrem Wandel im Lebensverlauf bisher zu wenig Beachtung erfahren haben. Dies hängt damit zusammen, dass die noch restriktiveren Konstruktionen weiblichen Alterns verständlicherweise zuerst von den feministischen Age Studies in den Blick genommen wurden. Der dadurch entstandene blinde Fleck in der Forschung bezüglich männlichen Alterns wird in diesem Band korrigiert. Dazu bringen die Originalbeiträge des Sammelbands die genderspezifischen Aspekte von erzwungener oder freiwilliger Mobilität sowie solche des Stillstands mit Repräsentationen alternder Männlichkeit in Verbindung, um dessen kulturelle Vielfalt aufzuzeigen. Innovativ ist der Band, der zum ersten Mal Fallstudien über das männliche Altern im Dazwischen unterschiedlicher Kulturen zusammenbringt. Aus einer Vielzahl disziplinärer Perspektiven aus den Literatur-, Kultur- und Filmwissenschaften, der medizinischen Anthropologie, der Afrikanistik, Amerikanistik und Anglistik, der Skandinavistik und Slavistik wird ein erster Versuch unternommen, die kulturelle Vielfalt der Repräsentationen männlichen Alterns komparativ zu erfassen. Der Sammelband enthält Beiträge von Expert:innen und Nachwuchswissenschafter:innen aus den Bereichen der Masculinity Studies und Age Studies.