Vignettenforschung: Forschungsmethoden.
Vignette Research: Research Methods.
Wissenschaftsdisziplinen
Erziehungswissenschaften (100%)
Keywords
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Vignette research,
Phenomenology,
Responsivity,
Co-Experiential Experience,
Vignette Reading,
Social Science Research
Das Buch Vignettenforschung: Forschungsmethoden bietet einen phänomenologischen Leitfaden für Forschende und Praktiker*innen der darüber aufklärt, wie Vignettenforschung in einer Vielzahl von Kontexten auf der ganzen Welt durchgeführt werden kann. Die Forschung mit Vignetten ist ein phänomenologischer Ansatz, der explorativ angelegt ist und versucht, die Erfahrungsbasis des Wissens zu erschließen. Um zu den Dingen selbst (Husserl) vorzustoßen, werden vielfältige Lebenswelten in alltäglichen Situationen untersucht. Die Vignettenmethodik ermöglicht es den Forschenden, über ihre eigenen Erfahrungen die Erfahrungen anderer zu erfassen, so wie sie sich im Feld ereignen. Dabei nehmen sie eine Haltung ein, welche die Autor*innen als miterfahrende Erfahrung bezeichnen. Als erfahrungsorientierter Text zielt die Vignette darauf ab, eine Darstellung alltäglicher Ereignisse zu liefern, die der gelebten Erfahrung so nahe wie möglich kommt. Im Mittelpunkt einer Vignette stehen Erfahrungen, welche die Forschenden im Feld überraschen (z. B. in der Schule, Zuhause, im Krankenhaus, Verkehr, in der Natur). Vignetten bestehen somit aus kurzen, prägnanten Erzählungen, in denen etwas Überraschendes, Besonderes oder Eigenartiges zum Vorschein kommt. Vignetten werden einer phänomenologischen Analyse unterzogen, ein Prozess, den die Autor*innen als Vignetten-Lektüre bezeichnen. In der Lektüre einer Vignette operationalisieren oder kategorisieren die Forschenden nicht, was sich ihnen offenbart. Vielmehr lassen sie sich als Lesende auf die Vignette ein und halten sich strikt zurück, um keine finalen Schlussfolgerungen aus der dargestellten Erfahrungssituation zu ziehen. Vignettenforschung ist eine qualitative, narrative und phänomenologisch orientierte Forschungsmethodik, die inzwischen internationale Anerkennung gefunden hat und das Interesse einer Vielzahl von Institutionen, Kontexten und Einzelpersonen weckt.
- Universität Wien - 100%