Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Rechtswissenschaften (50%)
Keywords
Ancient Greece,
Ancient Rome,
Ancient Egypt,
Ancient Mesopotamia,
Ancient Law,
Late Antiquity
Abstract
Ob nun jeweils sicherheits-, innen- oder finanzpolitische Motive zu Grunde liegen, stets stehen Straffreiheit und
Straferlass im Spannungsfeld von zwingender Verantwortung des Einzelnen als Grundlage unseres Rechtssystems
und der Forderung nach ausgleichender Gerechtigkeit und sozialem Frieden. Das Rechtsinstitut der Amnestie steht
nicht nur begrifflich, sondern auch sachlich in antiker Tradition, vergleichbare Maßnahmen sind aus allen Epochen
des Altertums nachzuweisen. Fünfzehn renommierte AutorInnen aus Deutschland, Großbritannien und Österreich,
alle ExpertInnen in verschiedenen Fachgebieten und Epochen des Altertums, nämlich der Altorientalistik, des
pharaonischen Ägypten, der Griechischen und Römischen Rechtsgeschichte, des archaischen und klassischen
Griechenland, des Hellenismus, der altitalischen Geschichte, der Römischen Republik, der frühen und hohen
römischen Kaiserzeit und der Spätantike, präsentieren ihre Beiträge in diesem Band. Sie behandeln das Thema
jeweils aus der eigenen Perspektive - entweder in Form von Spezialuntersuchungen zu exemplarischen Fällen oder
aber in breit angelegten Übersichtsreferaten. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass alle Kategorien von
Schriftquellen, also die literarische Überlieferung, juristisches Schrifttum, Inschriften und Papyri, in die Analyse
eingeflossen sind. Hierdurch wurden erstmals in der Forschungsgeschichte die Voraussetzungen geschaffen, eine
Gesamtschau über Fragen der Amnestie und des Straferlasses vom Alten Orient bis in die Spätantike zu bieten und
rote Fäden durch die Jahrhunderte zu ziehen. Auf diese Weise wurde auch eine neue Grundlage für eine
Typologisierung von Amnestien gelegt.