Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, ArchÀologie (50%); Philosophie, Ethik, Religion (50%)
Keywords
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Enlightenment,
Epistemology,
Europe,
Ethics,
Human Rights,
Religion
Von der AufklĂ€rung ist in der Ăffentlichkeit immer wieder die Rede. Manchmal wird sie mit der Moderne oder den Wissenschaften gleichgesetzt, manchmal wird behauptet, sie sei selbst nicht aufgeklĂ€rt gewesen oder sei gescheitert. Was aber ist ĂŒberhaupt AufklĂ€rung? Das vorliegende Buch stellt erneut diese Frage, und untersucht dabei Vorurteile, Klischees, Zerrbilder oder einfach Annahmen ĂŒber die AufklĂ€rung. Das zweite Kapitel ĂŒber Die Grenzen der Vernunft: Erfahrung, Verstand, Vernunft kritisiert beispielsweise die verbreiteten Klischees ĂŒber die europĂ€ische AufklĂ€rung als vernunftglĂ€ubig, die GefĂŒhle und Emotionen abgelehnt oder bekĂ€mpft habe. Ein zentraler Abschnitt widmet sich der Suche vieler AufklĂ€rer nach den Grenzen der Erkenntnis. Das Buch untersucht verschiedene Dimensionen oder AnsĂ€tze von AufklĂ€rungen. AufklĂ€rung kann als Kulturen ĂŒbergreifendes PhĂ€nomen von Prozessen verstanden werden, bei denen die eigene kritische Vernunft im Mittelpunkt steht. Als historischer Epochenbegriff bezieht sie sich auf die Kultur- und Geistesgeschichte von Europa sowie Nord- und Lateinamerika im 18. Jahrhundert. Bei der AufklĂ€rung des Verstandes geht es drittens - um den Kampf gegen Unwissenheit, Unverstand und Vorurteile und die KlĂ€rung von Begriffen. AufklĂ€rung durch Wissenschaft ist die Kurzformel fĂŒr ein AufklĂ€rungsmodell, das teilweise von den französischen EnzyklopĂ€disten vertreten wurde. Beim emanzipatorischen AufklĂ€rungsbegriff geht es fĂŒnftens vor allem um die Befreiung von verschiedenen Formen der Bevormundung, von sozialen, religiösen, politischen oder kulturellen Fesseln und Unfreiheiten, die sich vor dem Forum der Vernunft nicht begrĂŒnden lassen. SchlieĂlich kann AufklĂ€rung als AufklĂ€rung der Vernunft (im Gegensatz zur AufklĂ€rung des Verstandes) begriffen werden, nĂ€mlich als selbstĂ€ndiges Denken ĂŒber das eigene Denken. Die sehr vielfĂ€ltige europĂ€ische AufklĂ€rung wird unter anderem durch die verschĂ€rfte Wendung zum eigenen Verstand bzw. zur eigenen Vernunft, als Versuch des Selberdenkens, als Zeitalter der Kritik und als verstĂ€rkte Wendung zum Menschen, zum Individuum und zur Geschichte charakterisiert. Der Kampf gegen Fanatismus, Aberglauben, SchwĂ€rmerei, dogmatische Haltungen und Engstirnigkeit kann als kleinster gemeinsamer Nenner der verschiedenen Strömungen innerhalb der europĂ€ischen AufklĂ€rung gelten. 1 Das Buch betont die Gegenwartsrelevanz der philosophischen AnsĂ€tze innerhalb der europĂ€ischen AufklĂ€rung, etwa hinsichtlich der Grenzen der Vernunft, der BegrĂŒndung von Moral und Ethik oder von Menschenrechten. Das letzte Kapitel versucht die zentrale Frage nach der angeblich gescheiterten AufklĂ€rung differenziert zu beantworten AufklĂ€rung verstanden als ein Prozess und ein nie an ihr Ende kommender intellektueller Kampf gegen eine vielköpfige Hydra, wo Vorurteile, Halbbildung, Unwissenheit, Aberglauben, Fanatismus, Dogmatismus und so weiter immer wieder nachwachsen.
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