Neue Inschriften aus Olympia
New Inscriptions from Olympia
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (90%); Gesundheitswissenschaften (10%)
Keywords
-
Epigraphy,
History of Sports,
Ancient History,
Archaeology,
Olympia,
Relegion
Das Standardwerk über die Inschriften aus dem Heiligtum von Olympia, die von Wilhelm Dittenberger und Karl Purgold im Jahre 1896 als Band 5 der deutschen Grabungspublikation herausgegebenen "Inschriften von Olympia" (IvO), ist mittlerweile über hundert Jahre alt. Seither ist bei den mit wenigen Unterbrechungen fortgeführten Grabungen eine große Anzahl von epigraphischen Dokumenten zutage gekommen, die jedoch verstreut und oft an entlegenen Stellen publiziert wurden. Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, alle nach IvO veröffentlichten Inschriften zu sammeln und mit der Angabe von Erst- und Referenzedition, Sekundärliteratur, griechischem Text, deutscher Übersetzung, kritischem Apparat und Kommentar neu herauszugeben. Damit soll das Material von diesem für die griechische Geistes-, Sport- und Religionsgeschichte so zentralen Platz der Forschung besser zugänglich gemacht werden und damit die Aufgabe erleichtern, es für einschlägige Arbeiten heranzuziehen. Die Sammlung umfasst mehr als 370 Texte aus der Zeit zwischen dem 6. Jh. v. Chr. bis zum 4. Jh. n. Chr. Wichtige Einzelgruppen sind: Urkunden auf Bronze (Nr. 1-10) und Stein (11- 15), Kultpersonallisten (16-20), Siegerinschriften (21-33), Weihinschriften (33A-43), Ehreninschriften (49-64), Werkinschriften und erklärende Beischriften (72-119), Waffenweihungen (120-200B), Inschriften auf Metallgeräten (201-227) sowie Keramik- Inschriften (250-359). Zu den bedeutendsten Dokumenten zählen Vorschriften über den olympischen Ringkampf (Nr. 2), ein ausführlicher Staatsvertrag zwischen Ätolern und Akarnanen (9), eine Bronzetafel mit einer bis ins 4. Jh. n. Chr. reichende Siegerliste (10), Ehrensitze zweier Spartaner (49/50), eine Basis für Hieron II. von Syrakus (52) sowie für den Philosophen Kritolaos (53), eine Grabstele des beim Wettkampf verstorbenen Boxers Agathos Daimon (69), ein Helm des Miltiades für den Persersieg (162), eine Goldschale der Kypseliden (201) sowie der vieldiskutierte Phidias-Becher (304). Aber auch sonst wenig beachtete Fundgruppen wie Metallbarren (228-245), Maßbecher (250-266) und Besitzerinschriften (269-318) werden ausführlich präsentiert und erlauben Einblicke in das Alltagsgeschehen im bedeutendsten panhellenischen Heiligtum. Die vollständige Übersicht über den in Olympia vorhandenen epigraphischen Bestand wird durch ausführliche Indices und Konkordanzen erschlossen und durch die Angabe neuerer Literatur zu den IvO-Texten ergänzt.