Induktionsimmunosuppression nach Lungentransplantation
Induction immunosuppression after lung transplantation
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (50%)
Keywords
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Induction immunosuppression,
Humoral immunity,
B cells,
Lung Transplantation,
Alemtuzumab,
ATG
Eine Lungentransplantation ist die derzeit beste Behandlung für Patientinnen und Patienten mit schweren Lungenerkrankungen. Trotz erheblicher Fortschritte treten jedoch bei manchen Patienten schwerwiegende Komplikationen auf, insbesondere durch Abstoßungsreaktionen des Immunsystems. Eine besonders gefährliche Form dieser Abstoßung wird durch Antikörper verursacht, Substanzen, die normalerweise vom Körper produziert werden, um Infektionen zu bekämpfen. Leider können Antikörper auch das transplantierte Organ irrtümlich angreifen und schwer schädigen, was die Überlebenschancen erheblich verringert. Bis heute ist nicht genau bekannt, warum diese antikörperbedingte Abstoßung auftritt, und wirksame Behandlungsmethoden fehlen noch. Das Ziel unseres Forschungsprojekts ist es, genau zu untersuchen, wie gängige Medikamente, die direkt nach einer Lungentransplantation eingesetzt werden (sogenannte Induktionstherapien), die B-Zellen beeinflussen. B-Zellen sind Immunzellen, die Antikörper produzieren. Vorläufige Untersuchungen zeigen, dass diese Medikamente zwar bestimmte Immunreaktionen gut kontrollieren, möglicherweise aber Bedingungen schaffen, unter denen schädliche Antikörper vermehrt produziert werden können. Wir werden sowohl direkt an transplantierten Patienten als auch im Labor untersuchen, wie unterschiedliche Induktionstherapien die Funktion und das Verhalten der B-Zellen beeinflussen. Diese Studie ist besonders innovativ, da sie eine wichtige Wissenslücke hinsichtlich des Immunsystems nach Lungentransplantationen schließt. Bessere Erkenntnisse könnten Ärzten helfen, gefährliche Antikörperreaktionen gezielt zu verhindern und dadurch die Behandlungsergebnisse und Lebensqualität von Patientinnen und Patienten nach einer Transplantation deutlich zu verbessern.
- Federica Meloni, University of Padua - Italien