Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (30%); Psychologie (70%)
Keywords
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Gehirn,
Tanz,
MRT,
Kognition,
Affektive Funktionen
Körperliche Aktivität hat vielfältige positive Auswirkungen auf unsere physische und mentale Gesundheit. Studien an der Schnittstelle zwischen Sport- und Bewegungswissenschaften, Gehirnforschung und Psychologie zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität auch funktionelle und strukturelle Charakteristika des Gehirns sowie damit einhergehende kognitive und affektive Funktionen beeinflussen kann. Der überwiegende Anteil der Studien hat sich dabei mit den Effekten von kardiovaskulären Übungen befasst. Erst in jüngerer Zeit konzentrieren sich Studien in diesem Bereich auch auf die Rolle von visuomotorischen Anforderungen. Besonders die Domäne des Tanzens erfreut sich hier großer Beliebtheit, vor allem als eine Form der Therapie bei neurologischen Erkrankungen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Tanzen beinhaltet und stimuliert viele unterschiedliche Prozesse aus unterschiedlichen Domänen, aber unser Wissen über die spezifischen neuronalen Mechanismen und der damit einhergehend kognitiven Funktionen, die durch diese komplexe körperliche Aktivität beeinflusst werden ist noch sehr beschränkt. Die zentrale Forschungsfrage des aktuellen Projekts beschäftigt sich damit, ob unterschiedliche Tanzstile (klassisches Ballett, Contemporary/zeitgenössisch) unterschiedliche Effekte auf Gehirnfunktionen, sowie psychophysiologische (Herzratenvariabilität als Indikator der Aktivität des autonomen Nervensystems) und psychologische Funktionen haben. Das Design der Studie beinhaltet drei Erhebungszeitpunkte und drei experimentelle Bedingungen: 1) Training im zeitgenössischen Tanz, 2) Training im klassischen Ballett, and 3) eine Wartekontrollgruppe erhält die Intervention erst nach Abschluss der Studie. Die Teilnehmer*innen dieser Studie werden vor der Tanzintervention, zur Halbzeit der Intervention und nach Studienabschluss getestet (Magnetresonanztomografie, Elektrokardiografie, psychologische und motorische Testungen). Dieses Projekt ist in ein größeres interdisziplinäres Forschungsfeld an der Universität Graz eingebettet (mit Forscher*innen aus der Gehirnforschung, Sport und Bewegungsforschung, Biologische Psychologie und Gesundheitspsychologie), das sich mit den Effekten der körperlichen Aktivität auf unterschiedliche Indikatoren der physischen und mentalen Gesundheit beschäftigt. Mit dem vorliegenden Projekt soll diese Forschung mit dem Fokus auf das relativ neue Feld der Tanzforschung erweitert werden. Der Vergleich unterschiedlicher Tanzformen in einer Studie und die Erfassung einer breiten Palette von Variablen (neuronal, Herzaktivität, motorisch, kognitiv und affektiv) zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Intervention soll neue Erkenntnisse darüber liefern, wie unterschiedliche Tanzformen unsere physische und mentale Gesundheit beeinflussen können.
- Universität Graz - 100%
- Andreas Schwerdtfeger, Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Christian Rominger, Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Corinna Perchtold-Stefan, Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Ilona Papousek, Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Karl Koschutnig, Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Markus Tilp, Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in