Endometriose-assoziierte Mutationen in Eizellen
Endometriosis-associated germline mutagenesis
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (30%); Informatik (25%); Klinische Medizin (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (25%)
Keywords
-
Endometriosis,
Mutations,
Mitochondrial Dna,
Duplex Sequencing,
Oocytes
Endometriose ist eine gutartige gynäkologische Erkrankung, welche durch krankhafte Wucherungen von gebärmutterschleimhautartigem Gewebe ausserhalb der Gebärmutterhöhle charakterisiert wird, und zu einer chronischen Entzündungsreaktion führt. Es ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und tritt bei etwa 510% aller Frauen im gebärfähigen Alter auf. Die Häufigkeit steigt sogar auf 2550% bei Patientinnen mit Unfruchtbarkeit. Aufgrund von Unfruchtbarkeit sowie der mit Endometriose verbundenen Schmerzen im Bauchraum, stellt die Krankheit auch eine erhebliche Bedrohung der Lebensqualität, sowie der physischen, psychischen und sozialen Integrität vieler betroffener Frauen dar. Des Weiteren wurde in verschiedenen Studien vorgeschlagen, dass die Erkrankung auch die Nachkommen von Müttern mit Endometriose beeinflussen kann: Zusätzlich zu einer verminderten Qualität der Eizellen in Endometriose- Patientinnen, welche im Zusammenhang mit Veränderungen der Mitochondrien stehen könnte, wurde ein erhöhtes Risiko für verschiedene angeborene Fehlbildungen sowie weiterer Erkrankungen in den Kindern von Endometriose-Patientinnen festgestellt. Diese haben möglicherweise genetische Ursachen, ein Zusammenhang von Endometriose und deren Mutagenität in der Keimbahn wurde bisher aber noch nicht untersucht. Im Projekt mit dem Titel Endometriose-assoziierte Mutationen in Eizellen möchten wir daher die Rolle von Endometriose in der Mutagenität mitochondrieller DNA (mtDNA) in Eizellen untersuchen. Wir werden hierfür Duplex Sequenzierung, eine fehlerarme Methode zur Messung neuer Mutationen, verwenden, und Mutationen in der mtDNA humaner Eizellen im Detail untersuchen. Mutationen in Eizellen von Endometriose-Patientinnen werden mit jenen von gesunden Frauen verglichen. Im Zuge dieses Projektes können wir erstmals die mögliche Rolle von Endometriose in der Generierung von Keimbahnmutationen in mtDNA genau untersuchen. Erhöhte Mutationsfrequenzen können Langzeitfolgen für das humane Genom haben, mit möglichen gesundheitlichen Auswirkungen. In Anbetracht der hohen Inzidenz von Endometriose ist es wichtig solche möglichen Konsequenzen der Krankheit auf die Nachkommen besser zu verstehen, vor allen da viele der Kinder ohne Intervention mittels In-vitro-Fertilisation nicht leben würden. Die Ergebnisse aus dem Projekt können zukünftig wichtige Überlegungen beeinflussen, wie zum Beispiel ob eine Einlagerung von Eizellen im jungen Alter Vorteile bringt um die Zeit, in der sich die Eizellen in einer inflammatorischen Umgebung befinden, zu minimieren.
- Universität Linz - 100%
- Irene Tiemann-Boege, Universität Linz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Peter Oppelt, Universität Linz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Thomas Ebner, Universität Linz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Marzia Cremona, Université Laval - Kanada
- Kateryna D. Makova, Penn State University - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 2 Zitationen
- 1 Publikationen
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2025
Titel Allele frequency selection and no age-related increase in human oocyte mitochondrial mutations DOI 10.1126/sciadv.adw4954 Typ Journal Article Autor Arbeithuber B Journal Science Advances Link Publikation