Beteiligung von Malassezia am duktalen Pankreaskarzinom
Contribution of Malassezia towards ductal pancreas carcinoma
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (30%); Klinische Medizin (40%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%)
Keywords
-
Pancreatic ductal adenocarcinoma,
Malassezia,
Immmuno-environment,
Tumor progression,
Antomycotic prophylaxis and therapy,
Innate immunity
Das duktale Pankreasadenokarzinom (PDAC) ist die häufigste Form von Krebs der Bauchspeicheldrüse und weist trotz aller Therapiefortschritte weiterhin eine 5-Jahres- Überlebensrate von lediglich 6-20% auf. Angesichts der Notwendigkeit neuer Therapieansätze wird in diesem FWF-Projekt untersucht, wie sich der in Pankreastumoren nachgewiesene Hefepilz Malassezia auf das Fortschreiten des Karzinoms auswirkt. Mittels einer Zusammenarbeit mit Assoc.Prof. Priv.Doz Manuel Maglione von der Univ.-Klinik für Viszeral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie wird abgeklärt, wie Malassezia die Tumorzellen selbst, aber auch andere sich im Tumor befindende Zellen beeinflusst. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen eine frühere Tumordiagnose, neue - auf den Pilz gezielte - therapeutische Ansätze und schließlich eine bessere Prognose ermöglichen. Die Studie ist in drei Teilprojekte gegliedert. In jedem davon werden Labor- und Zellkulturmethoden sowie Studien an PDAC-Gewebe von Patient*innen angewendet; weiters wird in Modellsystemen die komplexe Situation im lebenden Organismus simuliert. Im ersten Teil wird das Zusammenspiel zwischen Malassezia und dem Komplementsystem als wichtigem Teil der angeborenen Abwehr sowie dessen Auswirkungen auf PDAC untersucht. Die zugrundeliegende Hypothese ist, dass Malassezia durch die Aktivierung des Komplementsystems Entzündungsprozesse verursacht, die das Fortschreiten des Karzinoms begünstigen. Hemmstoffe des Komplementsystems könnten somit in Zukunft ein wichtiges therapeutisches Instrument darstellen. Das zweite Teilprojekt untersucht die Wechselwirkungen des Hefepilzes mit verschiedenen Zellen der angeborenen Abwehr, die einerseits für den Schutz vor Infektionen wichtig sind, aber auch die Tumor-Entstehung maßgeblich mitgestalten. Neben Fresszellen des Immunsystems stehen Pankreas-Sternzellen im Fokus, die sowohl Bindegewebs- als auch Abwehrfunktionen aufweisen und daher das Tumorwachstum stark beeinflussen können. Der dritte Teil des Projekts beschäftigt sich mit von Malassezia produzierten und freigesetzten Stoffwechselprodukten, sogenannten bioaktiven Indolen. Von manchen dieser Stoffe ist bekannt, dass sie die Vermehrung von Krebszellen fördern können und möglicherweise auch die immunologische Tumorumgebung beeinflussen. Das Projekt als Ganzes befasst sich also mit der Hypothese, dass das Einwandern von Malassezia- Pilzen aus dem Darm in die Bauchspeicheldrüse das PDAC fördern kann. Die Untersuchung und genaue Aufschlüsselung der Mechanismen hinter diesem Prozess soll zu neuen Therapiemöglichkeiten führen und die Prognose betroffener Patient*innen verbessern.
- Georg Schäfer, Medizinische Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
- Günter Rambach, Medizinische Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
- Manuel Maglione, Medizinische Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in