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4FatQs

Libor Zavorka (ORCID: 0000-0002-0489-3681)
  • Grant-DOI 10.55776/P35515
  • Bewilligungs­summe Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projekt­beginn 01.10.2022
  • Projektende 31.03.2026
  • Bewilligungs­summe 400.614 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (82%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (18%)

Keywords

  • Animal Cognition,
  • Fatty Acids,
  • Comparative Neurobiology,
  • Evolutionary Ecology,
  • Aquatic Food-Webs,
  • Salmonid Fishes
Abstract Zusammenfassung

Die Bedeutung von über die Nahrung aufgenommenen omega-3 Fettsäuren für die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten in freilebenden Fischen, in Bezug auf die vier Fragen von Tinbergen. Die physiologische Notwendigkeit von Tieren ihren Bedarf lebensnotwendiger Biomoleküle wie Vitamine, Aminosäuren und Fettsäuren über die Nahrung aufzunehmen, ist allgemein bekannt. Langkettige, mehrfach ungesättigte omega-3 Fettsäuren, kurz n-3 LC-PUFA, gehören zu eben jener Gruppe der lebensnotwendigen Biomoleküle und sind für das Überleben und die Reproduktion vieler Wirbeltiere, vom Fisch bis zum Menschen, von immanenter Bedeutung. Jedoch ist derzeit noch größtenteils unbekannt wie und in welchem Ausmaß die n-3 LC-PUFA die biochemische Zusammensetzung des Hirns und somit die kognitiven Eigenschaften, sowie das Verhalten beeinflussen. Genau genommen kratzen wir erst an der Oberfläche, wenn es darum geht zu verstehen, wie deutliche Unterschiede in der Verfügbarkeit von essentiellen Nährstoffen in verschiedenen Nahrungsnetzten dazu führen, dass Tiere sich über eine Vielzahl von Strategien anpassen, vom Verhalten, über neurale und physiologische Adaption, bis hin zur Anpassung ihres Lebenszyklus, nur um die spezifischen Bedürfnisse ihrer Ernährung zu befriedigen. Vorausschauend kann man davon ausgehen, dass der anthropogene Druck durch Klimaveränderung, Eutrophierung und die Einschleppung invasiver Arten die Menge von frei verfügbaren essentiellen Fettsäuren in aquatischen Ökosystemen rapide verändern wird. Diese Veränderung wird in diesen Systemen, wahrscheinlich besonders an der Spitze der Nahrungskette, etwa für Süßwasser- Salmoniden, zu erheblichen Konsequenzen führen. Deshalb ist es eine Notwendigkeit zu verstehen wie wildlebende Fische mit dem veränderten Gehalt essentieller Fettsäuren in ihrer Nahrung umgehen. Das Ziel des 4FatQs Projektes wird sein, mit Hilfe der vier Fragen des Nobel Preis Trägers Nikolass Tinbergen, die Verfügbarkeit der n-3 LC PUFA in der Ernährung und deren Auswirkungen auf Entwicklung und Evolution des Gehirnes von europäischen Süßwasser- Salmoniden in einem experimentellen System zu verstehen. Im Genauen werden wir überprüfen wie die Nahrungsqualität die Dichte der Neuronen im Fischgehirn moduliert und ob etwaige Unterschiede mit der daraus folgenden Veränderung der kognitiven Fähigkeiten und des Verhaltens von Individuen in Einklang gebracht werden kann. Außerdem werden wir die Reaktion von Individuen verschiedener Populationen beobachten, wenn sich die Verfügbarkeit essentieller Nährstoffe verändert. Das wiederum sollte uns helfen zu verstehen, wie geringfügige evolutionäre Adaptionen die Sensibilität von Individuen für Nahrungsqualität beeinflusst. Im Projekt werden Feld- und Laborexperimente kombiniert und Aspekte aus den Bereichen Biochemie, Verhaltensökologie, Neurobiologie und Evolutionsbiologie integriert. Da dies die erste Studie sein wird, die auf der Ebene der einzelnen Individuen die Verfügbarkeit von essentiellen Nährstoffen in der Nahrung mit Gehirn Biochemie, Zellzusammensetzung, ökologische Nische und kognitive Eigenschaften in Verbindung bringen wird, werden die erhaltenen Ergebnisse das Verständnis in den Disziplinen der kognitiven und ökologischen Forschung substantiell verbessern. Das erhaltene Wissen durch die Antwort fundamentaler ökologischer und evolutionärer Fragen wird auch in der Praxis Anwendung finden, zum Beispiel beim Management von wilden Fischbeständen aber auch in der Pflege von Aquakulturen.

Alle Tiere - von Fischen bis hin zu Menschen - sind auf essenzielle Nährstoffe in ihrer Nahrung angewiesen, darunter Vitamine, Aminosäuren und bestimmte Fettsäuren. Unter diesen spielen Omega3Fettsäuren eine besonders wichtige Rolle für die Entwicklung und Funktion des Gehirns. Allerdings liefern nicht alle Nahrungsquellen die gleichen Mengen dieser Nährstoffe. In natürlichen Ökosystemen sind einige Nahrungen reich an Omega3Fettsäuren, während andere vergleichsweise arm sind, sodass Tiere ihr Fressverhalten und ihre Physiologie anpassen müssen, um ihren Bedarf zu decken. Das Projekt 4FatQs untersuchte, wie Unterschiede in der Aufnahme von Omega3Fettsäuren über die Nahrung das Gehirn und Verhalten von Süßwasserfischen beeinflussen, mit besonderem Fokus auf die Bachforelle. Die zentrale Idee ist, dass die Ernährung beeinflussen kann, wie sich das Gehirn entwickelt, wie Fische denken und lernen und wie sie sich in der Natur verhalten. Diese Verhaltensweisen - darunter Kühnheit, Aktivität und Explorationsverhalten - können letztlich Überleben und Fortpflanzungserfolg bestimmen. Um diese Fragen zu beantworten, kombinierte das Projekt Laborexperimente, kontrollierte Freilandstudien und Untersuchungen in natürlichen Gewässern. Dabei wurden Fischdiäten mithilfe chemischer Markierungen verfolgt, Gehirnmerkmale gemessen sowie Verhalten und Leistungsfähigkeit analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Omega3Fettsäuren in der Nahrung einen starken Einfluss auf die Gehirnentwicklung und die kognitiven Fähigkeiten von Salmoniden haben. In Laborexperimenten entwickelten Forellen, die eine omega3arme Ernährung erhielten, kleinere Gehirne, was vermutlich ihre kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigte. Dieser Effekt wurde in mehreren Experimenten konsistent beobachtet. So schnitten Fische mit geringer Omega3Aufnahme bei einfachen Aufgaben, etwa beim Navigieren durch ein Labyrinth, schlechter ab. Zudem waren sie weniger erfolgreich im Lernen aus sozialen Interaktionen, was dazu führte, dass sie mehr Zeit und Energie in direkte Auseinandersetzungen mit Artgenossen investierten. Infolgedessen nahmen sie niedrigere Rangpositionen in sozialen Hierarchien ein und wuchsen langsamer. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Fische mit unzureichender Omega3Versorgung geringere Überlebens und Fortpflanzungschancen in der Natur haben, was die Bedeutung dieser Nährstoffe für die Fitness der Bachforelle unterstreicht. Das Projekt untersuchte diese Zusammenhänge auch im Freiland. In einer Studie in Schottland zeigte sich, dass Forellen, die in Seen und ins Meer wandern, eine geringere Fähigkeit besitzen, Omega3Fettsäuren selbst zu synthetisieren, und daher stärker auf die Aufnahme über die Nahrung angewiesen sind als Forellen, die in ihren OberlaufHabitaten verbleiben. Dies entspricht der Tatsache, dass Beute in Seen und Meeren reichhaltiger an Omega3Fettsäuren ist als Beute in Fließgewässern. Darüber hinaus wurde die Bedeutung von Omega3Fettsäuren für die Fortpflanzung verschiedener BachforellenLinien in österreichischen Bächen untersucht. Während sich eingeführte atlantische und domestizierte donauländische Linien nicht in der Aufnahme von omega3reicher Nahrung vor dem Laichen unterschieden, nahmen Weibchen beider Linien mehr omega3reiche Nahrung auf als Männchen. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass Weibchen diese essenziellen Nährstoffe für die gesunde Entwicklung ihrer Eier benötigen.

Forschungsstätte(n)
  • WasserCluster Lunz - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Martin Kainz, WasserCluster Lunz , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Nemec Pavel - Tschechien
  • Shaun Killen, University of Glasgow - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 23 Zitationen
  • 11 Publikationen
  • 2 Disseminationen
  • 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 4 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2026
    Titel Deficiency of vital organic nutrients in ecosystems limits brain development and fitness in wild fish
    DOI 10.1242/jeb.250914
    Typ Journal Article
    Autor Höjesjö J
    Journal Journal of Experimental Biology
  • 2026
    Titel First report on natural reproduction of rainbow trout Oncorhynchus mykiss (Actinopterygii: Salmonidae) in theOkna River (Tisza River basin, Slovakia)
    DOI 10.1007/s11756-026-02215-3
    Typ Journal Article
    Autor Fedorčák J
    Journal Biologia
  • 2025
    Titel Influences of diet quality and nursery-habitat complexity on brain development and cognitive performance of brown trout (Salmo trutta L.)
    DOI 10.22541/au.173809429.92898125/v1
    Typ Preprint
    Autor Koene J
  • 2025
    Titel Dietary omega-3 long chain polyunsaturated fatty acids can enhance ecologically relevant cognitive traits in juvenile brown trout
    DOI 10.22541/au.174006732.26493876/v1
    Typ Preprint
    Autor Auer S
  • 2025
    Titel Deficiency of vital organic nutrients in ecosystems limits brain development and fitness in wild fish
    DOI 10.22541/au.174420773.34708385/v1
    Typ Preprint
    Autor Höjesjö J
  • 2025
    Titel Influences of Diet Quality, Nursery-Habitat Complexity and Sex on Brain Development and Cognitive Performance of Brown Trout (Salmo trutta L.)
    DOI 10.1002/ece3.71924
    Typ Journal Article
    Autor Koene J
    Journal Ecology and Evolution
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Dietary Omega-3 Long-Chain Polyunsaturated Fatty Acids Can Enhance Ecologically Relevant Cognitive Traits in Juvenile Brown Trout
    DOI 10.1002/ece3.72340
    Typ Journal Article
    Autor Mari S
    Journal Ecology and Evolution
    Link Publikation
  • 2025
    Titel A critical role for brain nutrition in the life-history decisions of a partially migratory fish
    DOI 10.1101/2025.06.19.660559
    Typ Preprint
    Autor Koene J
    Seiten 2025.06.19.660559
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Measuring fish cognition: empirical-based guidance for designing cognition assays
    DOI 10.1111/jfb.70240
    Typ Journal Article
    Autor Jones N
    Journal Journal of Fish Biology
    Seiten 1083-1088
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Non-invasive determination of critical dissolved oxygen thresholds for stress physiology in fish using triple-oxygen stable isotopes and aquatic respirometry
    DOI 10.1080/10256016.2024.2366470
    Typ Journal Article
    Autor Wassenaar L
    Journal Isotopes in Environmental and Health Studies
    Seiten 365-379
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Maze design: size and number of choices impact fish performance in cognitive assays
    DOI 10.1111/jfb.15493
    Typ Journal Article
    Autor Jones N
    Journal Journal of Fish Biology
    Seiten 974-984
    Link Publikation
Disseminationen
  • 2024
    Titel Interview for national news
    Typ A magazine, newsletter or online publication
  • 2023
    Titel Guided tours at the WasserCluster Lunz facilities for school groups
    Typ A talk or presentation
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2022
    Titel Guest Editor of a special issue of Journal of Fish Biology
    Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series
    Bekanntheitsgrad Continental/International
Weitere Förderungen
  • 2027
    Titel Warming & Pollution Effects on Macroinvertebrate Ecology
    Typ Fellowship
    DOI 10.55776/j5096
    Förderbeginn 2027
    Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)
  • 2026
    Titel Linking Brain, Environment and Ecosystems Through Holistic Omics and Validated Evidence-based Nutrition guidelines
    Typ Research grant (including intramural programme)
    Förderbeginn 2026
    Geldgeber European Commission
  • 2026
    Titel MetaboRain: Diet and Metabolism in Trout Naturalization
    Typ Research grant (including intramural programme)
    DOI 10.55776/esp3976425
    Förderbeginn 2026
    Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)
  • 2025
    Titel BrainFood
    Typ Research grant (including intramural programme)
    Förderbeginn 2025
    Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)

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