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Illuminierte Inkunabeln der ÖNB 1475-1500, MeSch X

Illuminated incunabula in the ÖNB 1475-1500, MeSch X

Michael Viktor Schwarz (ORCID: 0000-0001-5795-7821)
  • Grant-DOI 10.55776/P29795
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.12.2016
  • Projektende 30.09.2020
  • Bewilligungssumme 397.876 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (20%); Kunstwissenschaften (60%)

Keywords

    Illuminated Incunabula, Catalogue, Book Painting, Book Trade, Österreichische Nationalbibliothek, Illuminators

Abstract Endbericht

Die ÖNB beherbergt eine der bedeutendsten Inkunabelsammlungen (vor 1501 gedruckte Bücher) der Welt. Ca. 20% dieses Bestands wurde im Mittelalter mit Buchmalerei dekoriert. Das Projekt widmet sich erstmalig der kunsthistorischen Analyse illuminierter Drucke von 1475-1500 in einer repräsentativen Sammlung. In der Tradition der Katalogisierungsreihe aller illuminierten Bücher in der ÖNB und aufbauend auf die Ergebnisse eines Projekts zur Buchmalerei in Inkunabeln von 1450-1475 richtet sich die Forschung auf Fragen in Bezug auf die neuen Tendenzen der Massenproduktion in den für den österreichischen Raum bedeutendsten Zentren des deutschen Buchhandels: Augsburg, Nürnberg und Leipzig. Umfangreiche Kampagnen des Pächt-Archivs zur Erfassung der Buchmalerei in Österreichs Klöstern sowie die Katalogisierung der Grazer und Linzer Bestände bieten dem Vorhaben eine breite Materialbasis. Der Buchdruck definierte das gesamte Buchwesen neu und führte zu einem enormen Anstieg der Buchproduktion sowie zur Entstehung überregionaler Buchmärkte. Die Buchmalerei entwickelte sich im Rahmen neuer internationaler Netzwerke von Druckern, Verlegern, Buchführern und Illuminatoren in einem durch universitäre und frühhumanistische Kreise sowie monastischen Verbindungen geprägten Umfeld. Mittels kunsthistorischer Analyse soll das Projekt sowohl aus der Perspektive der Hersteller als auch aus der Perspektive der Abnehmer zeigen, wie diese Netzwerke sich in den drei Städten herausbildeten und welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Buchkultur in Österreich hatten. Ziel des Projekts ist die Erstellung eines kunsthistorisch-kritischen Katalogs, der die illuminierten Inkunabeln der ÖNB mediengerecht beschreibt und in allgemeineren Einleitungen kontextualisiert. Hierzu wurde bereits in einem Projekt zu den frühen Inkunabeln (1450-1475) ein angemessenes Katalogisierungsschema erarbeitet. Im Unterschied zu bibliographischen Katalogen zeichnen sich kunsthistorische Kataloge durch den stilkritischen Ansatz zur Lokalisierung und Datierung der Werke aus, der die Buchforschung um neue Aspekte bereichert. Zusätzlich zur Relevanz für die Kunstgeschichte verspricht das Projekt neue Erkenntnisse zu sozialen und wirtschaftlichen Phänomenen des frühen Verlagswesens und des Buchhandels, die für verschiedene mit der Geschichte des Frühdrucks befasste Disziplinen von Bedeutung sein werden. Der Verbund der Forschungsprojekte zur Buchmalerei am Pächt-Archiv und die Kooperationen mit der ÖNB, der ÖAW und dem Handschriftenzentrum Leipzig bieten dem Projekt eine vorzügliche institutionelle Anbindung für wissenschaftlichen Austausch. Auch profitiert das Projekt von der international in letzter Zeit belebten Forschung zur Buchkunst im deutschsprachigen Raum und dem regen Interesse an der Rolle von Inkunabeln, das sich besonders in Ausstellungen und Tagungen äußert. So sind auch im Rahmen dieses Vorhabens Beteiligungen an Ausstellungen der ÖNB sowie ein Colloquium geplant.

II. B) FWF Zusammenfassung für die Öffentlichkeit Illuminierte Inkunabeln in der Österreichischen Nationalbibliothek (ca. 1475-1500). Mitteleuropäische Schulen: Serielle Buchmalerei aus Augsburg, Leipzig und Nürnberg Die Österreichische Nationalbibliothek beherbergt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Inkunabeln (vor 1500 gedruckte Bücher). Etwa 20% davon sind von Illuminatoren (Buchmalern) ausgestattet. Das Forschungsprojekt ist das erste, das Buchmalerei in Inkunabeln der Jahre 1475-1500 in einer repräsentativen Sammlung mit den Mitteln der Kunstgeschichte systematisch erschlossen hat. Bekanntlich definierte der Buchdruck den gesamten Buchhandel neu und führte zu einer enormen Steigerung der Buchproduktion und zur Entstehung überregionaler Buchmärkte. Ab den 1470er Jahren entwickelten sich proto-industrielle Strukturen für die Produktion von Büchern für den überregionalen Vertrieb. Die Buchmalerei passte sich den neuen Bedingungen im Kontext neuer überregionaler Netzwerke von Druckern, Verlegern, Buchhändlern und Buchmalern und in einem Umfeld an, das von universitären und frühhumanistischen Kreisen, Reformklöstern und klösterlichen Verbindungen geprägt war. Die Projektarbeit konzentrierte sich auf neue Tendenzen der Produktion in den wichtigsten deutschen Zentren des Buchhandels: Augsburg, Nürnberg und Leipzig. Mittels kunsthistorischer Analyse untersuchte das Projekt, wie sich ökonomisch orientierte Netzwerke in den drei Städten entwickelten. Das Forschungsinteresse richtete sich sowohl auf die Perspektive der Produzenten (Serialität und Massenproduktion des Inkunabelschmucks, Bestimmung von Werkgruppen, Arbeitsteilung, Mobilität) als auch auf die Perspektive der Käufer und die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Absatzmärkte. Neben seiner Relevanz für die Kunstgeschichte erbrachte das Projekt neue Erkenntnisse zu sozialen und ökonomischen Phänomenen des beginnenden Verlagswesens und Buchhandels, die für verschiedene Disziplinen, die sich mit der Geschichte des Frühdrucks beschäftigen, von Bedeutung sind. Die Ergebnisse wurden kontinuierlich in Publikationen, auf Konferenzen, in Ausstellungen und Vortragsreihen präsentiert. In Kooperation mit anderen Projekten des Otto Pächt-Forschungszentrums am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien, der Österreichischen Nationalbibliothek, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, dem Kunsthistorischen Museum, dem Belvedere, dem Schottenstift und dem Wiener Dominikanerkonvent organisierte das Projekt 2019 zwei internationale Konferenzen zu Malerei, Buchkultur und visueller Kultur des 15. Jahrhunderts, um die aktuellen Forschungsergebnisse in einem internationalen Kontext zu diskutieren. Der Projektleiter und die Projektmitglieder konnten schließlich sowohl die neu entwickelten Methoden als auch die Ergebnisse in die Lehre integrieren.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Andreas Fingernagel, Österreichische Nationalbibliothek , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Christoph Mackert, UB Leipzig - Deutschland

Research Output

  • 10 Publikationen
Publikationen
  • 0
    Titel Buchkunst in Inkunabeln der Kartausen Gaming und Aggsbach.; In: Tagungsband zur Tagung "Die Kartause Gaming als Erinnerungsort der österreichischen Geschichte"
    Typ Book Chapter
    Autor Tif A.
  • 2018
    Titel Konrad Blochinger und der Kunsttransfer über die universitären Netzwerke zwischen Basel, Erfurt und Leipzig um 1500; In: Unter Druck. Illuminierte Handschriften und Inkunabeln im Zeitalter Gutenbergs.
    Typ Book Chapter
    Autor Tif A.
  • 2018
    Titel Kat. Nr. 29: In Venedig gedruckt, in Tübingen oder Freiburg i. Br. Gebunden und am Oberrhein von Konrad Blochinger illuminiert: Eine weitere Ausgabe des Liber Sextus und der Clementinae.; In: Von Bücherschätzen und gelehrten Mönchen (Katalog zur Ausstellung der Augsburger Staats- und Stadtbibliothek zur Bibliothek Kloster Irsee, 09.11.2018 - 10.02.2019)
    Typ Book Chapter
    Autor Tif A.
    Seiten 108-115
  • 2018
    Titel Buchbesprechung von: Karl-Georg Pfändtner (Hrsg.), Gold und Bücher lieb ich sehr 480 Jahre Staats- und Stadtbibliothek Augsburg. Katalog zur Cimelien-Ausstellung vom 19. Oktober bis 15. Dezember 2017 in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg. Luzern 2017.; In: Codices Manuscripti & Impressi 111
    Typ Book Chapter
    Autor Tif A.
  • 2018
    Titel Das Catholicon-Projekt. Eine Augsburger Kooperation im Frühen Medienwandel.; In: Unter Druck. Illuminierte Handschriften und Inkunabeln im Zeitalter Gutenbergs.
    Typ Book Chapter
    Autor Zöhl C.
    Seiten 224-244
  • 2018
    Titel Libro de Horas de Enrique IV di Francia/The Hours of Henry IV of France/Les Heures d'Henri IV de France
    Typ Book
    Autor Garcia - Tejedor C. M.
  • 2017
    Titel La Bibbia nei centri scrittorii e artistici dal Medio Evo al Rinascimento: 2.4.3abis Area occidentale, Epoca Gotica, approfondimenti (Vat. lat. 50.51).
    Typ Book Chapter
  • 2017
    Titel Jean Pichore.
    Typ Book Chapter
    Autor Allgemeines Künstlerlexikon.
  • 2016
    Titel Catalogue entry 161: Breviary leaf: Workshop of the Samson Master.
    Typ Book Chapter
    Autor Hamburger
  • 2017
    Titel Bibbia moralizata in latino e francese (Reg. lat. 25).; In: La Bibblia nella Biblioteca Apostilica Vaticana.
    Typ Book Chapter
    Autor Zöhl C.
    Verlag Jaca Book
    Seiten 330-333

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