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Collaborative Consumption: Macht, Vertrauen und Kooperation

Collaborative Consumption: Power, Trust, and Cooperation

Eva Hofmann (ORCID: 0000-0001-7934-0128)
  • Grant-DOI 10.55776/P29693
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.05.2017
  • Projektende 30.04.2021
  • Bewilligungssumme 348.937 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Psychologie (90%); Wirtschaftswissenschaften (10%)

Keywords

    Collaborative consumption, Cooperation, Trust, Power, Social dilemma, Consumer behavior

Abstract Endbericht

Das aktuelle Projekt will kooperatives Verhalten bei Collaborative Consumption erklären. Mit Collaborative Consumption besitzen KonsumentInnen nicht mehr ein Gut sondern haben vorübergehend Zugang zu diesem Gut (z.B. Car-Sharing oder Engagement in Gemeinschaftsgärten). Verwenden KonsumentInnen Ressourcen von anderen, dann sind sie als Einzelner besser dran, wenn sie die gemeinschaftliche Ressource nutzen, ohne im Gegenzug etwas beizutragen, womit sie aber der Gemeinschaft schaden (z.B. Ernten von Früchten in einem Gemeinschaftsgarten ohne sich um die Pflanzen zu kümmern). Collaborative Consumption kann daher als reales soziales Dilemma gesehen werden, in dem Interessen Einzelner den Interessen der Gemeinschaft widersprechen. Collaborative Consumption wird immer populärer, was neue Geschäftsmodelle stimuliert. Diese neuen Geschäftsmodelle bedeuten neue Herausforderungen für den Markt, wie dass Collaborative Consumption Unternehmen dafür verantwortlich gemacht werden, nicht standardisierte Services und Preise anzubieten und dass Garantien für KundInnen fehlen. Wir unterscheiden drei zentrale Collaborative Consumption Geschäftsmodelle : (a) Business-to-Consumer-Modelle, (b) Peer-to-Peer- Austausch über eine verantwortliche Person, und (c) sich selbst regulierenden Gemeinschaften ohne eine offensichtliche Autorität. Wir gehen davon aus und haben erste Befunde dafür, dass in den verschiedenen Modellen verschiedene Arten von Macht (Zwangsmacht und legitime Macht), um unkooperatives Verhalten von KonsumentInnen zu verhindern, und verschiedene Arten von Vertrauen (implizites und begründetes Vertrauen) in Anbieter sowie in andere Benutzer des gemeinschaftlichen Gutes zu finden sind. Um Unterschiede zwischen den Modellen zu untersuchen, verwenden wird das Slippery Slope Modell, für das die Dynamik zwischen Macht und Vertrauen zentral ist und das damit den theoretischen Rahmen bildet. Wir werden einen Multimethodenansatz (Fokusgruppen, Online- Fragebogen, Laborexperimente, Feldexperiment) verwenden, um zu untersuchen, welche Auswirkungen die Macht der Autorität, die gemeinschaftliche Güter anbietet, auf Vertrauen und Kooperation hat. Die Ergebnisse des Projekts werden aus drei Gründen innovativ sein: Erstens werden wir eine hochaktuelle Form des Konsumentenverhaltens untersuchen, nämlich Collaborative Consumption, wobei wir Collaborative Consumption Modelle, Business-to-Consumer, Peer-to-Peer und selbstregulierende Gemeinschaft, in ihrer Macht, dem Vertrauen und der Kooperation vergleichen. Zweitens wird das Projekt Collaborative Consumption fördern, was für Unternehmen, KonsumentInnen und die Umwelt von Vorteil ist. Drittens wird es die Gültigkeit des Slippery Slope Modells um die Unterscheidung von Vertrauen in andere Nutzer (horizontales Vertrauen) und Vertrauen in den Anbieter des Gutes (vertikales Vertrauen) erweitern. Insbesondere untersuchen wir (1), welche Art von Macht und welches Vertrauen KonsumentInnen bei den Collaborative Consumption Modellen wahrnehmen; (2), wie die Einführung der Macht sich auf das Vertrauen, die Kooperation und die Entscheidung der KonsumentInnen sich an Collaborative Consumption zu beteiligen auswirkt; und (3) die Auswirkungen der Macht in einer realen Gemeinschaft von Collaborative Consumption. Dieses umfassende Forschungsprojekt wird tiefe Einblicke für Forscher, sowie für dringend benötigte Empfehlungen für den Gesetzgeber erlauben.

Das Projekt hat Maßnahmen untersucht, um kooperatives Verhalten in der Sharing Economy zu fördern. Da KonsumentInnen in der Sharing Economy ein Produkt nicht mehr besitzen, sondern ausschließlich Zugang dazu haben, unterscheidet sich die Sharing Economy deutlich von der konventionellen Wirtschaft. Im Projekt untersuchen wir drei verschiedene Arten von Organisationen in der Sharing Economy: (a) Sharing-Unternehmen, z.B. Carsharing-Unternehmen wie Zipcar und Drive Now, (b) Sharing-Plattformen, z.B. Zimmervermietungs-Plattformen wie Airbnb und 9flats und (c) Sharing-Gemeinschaften, z.B. Gemeinschaftsgärten oder Carsharing-Gemeinschaften. In solchen Sharing-Organisationen interagieren Verbraucher nicht nur mit Unternehmen wie in der konventionellen Wirtschaft, sondern sie sind auch von anderen KonsumentInnen abhängig. Aus diesem Grund ist Kooperation in der Sharing Economy von zentraler Bedeutung. Das Projekt verwendete das Extended Slippery Slope Framework, ein Modell aus der Governance-Forschung, das untersucht, wie sich zwei verschiedene Formen der Regulation, d.h. harte und weiche Regulation, auf das kooperative Verhalten von KonsumentInnen in der Sharing Economy auswirken. Während harte Regulation die Bestrafung für unkooperatives Verhalten und Belohnung für kooperatives Verhalten umfasst, ist die weiche Regulation subtiler. Weiche Regulation basiert auf Legitimität, Expertise, Vorbildfunktion und Informationstransfer der Sharing-Organisationen. Mit verschiedenen Methoden (Fokusgruppen, Fragebogen, Laborexperimente, Feldexperiment) wurde untersucht, wie sich harte und weiche Regulation auf die Kooperation der KonsumentInnen auswirken. In den Fokusgruppen mit KonsumentInnen, die bisher Angebote der Sharing Economy genutzt bzw. nicht genutzt hatten, wurden Erfahrungen und Einstellungen zu verschiedenen Formen von Sharing-Organisationen erhoben und untersucht wie Regulation in diesen Organisationen wahrgenommen wird. Im Anschluss wurden KonsumentInnen mittels Fragebogen befragt, was sie als Teil der Sharing Economy wahrnehmen und was sie von deren Regulierung halten. Schließlich wurden zwei Labor- und ein Feldexperiment durchgeführt. Während in den Laborexperimenten die Auswirkungen der Regulation genau untersucht wurden, wurden in dem Feldexperiment Regulation in Gemeinschaftsgärten im Feld betrachtet. Ganz allgemein und über alle Methoden hinweg, lässt sich sagen, dass weiche Regulation einen stärkeren Einfluss auf die Kooperation der KonsumentInnen hat als harte Regulation. Diese Ergebnisse hängen jedoch von der Art der Sharing-Organisation und der angewandten Methode ab. Während in Sharing-Unternehmen neben der sanften Regulierung auch Bestrafung akzeptabel ist, ist in Sharing-Gemeinschaften eine sanfte Regulation der einzig wirksame Weg. Dieser Effekt wurde in den Laborexperimenten stark repliziert, konnte aber im Feldexperiment nicht gefunden werden, wo andere Aspekte der Gemeinschaftsgärten der entscheidende Faktor für das kooperative Verhalten gewesen zu sein scheinen. In der Praxis bedeutet dies, dass Sharing-Organisationen erfolgreicher sind, wenn sie z.B. Verhaltenskodizes, die erklären wie in der Sharing-Organisation kooperatives Verhalten aussehen soll (weiche Regulation) verwenden, als wenn sie Bestrafungen einsetzen, für den Fall, dass sich KonsumentInnen nicht adäquat benehmen (harte Regulation).

Forschungsstätte(n)
  • Wirtschaftsuniversität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Erik Hölzl, Universität Köln - Deutschland
  • Jan-Willem Van Prooijen, Vrije Universiteit Amsterdam - Niederlande

Research Output

  • 298 Zitationen
  • 18 Publikationen
  • 3 Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 3 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2025
    Titel Creating a trusting environment in the sharing economy: Unpacking mechanisms for trust-building used by peer-to-peer carpooling platforms
    DOI 10.1016/j.jclepro.2025.144661
    Typ Journal Article
    Autor Hartl B
    Journal Journal of Cleaner Production
    Seiten 144661
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Explaining consumer choice of low carbon footprint goods using the behavioral spillover effect in German-speaking countries
    DOI 10.1016/j.jclepro.2018.12.270
    Typ Journal Article
    Autor Penz E
    Journal Journal of Cleaner Production
    Seiten 429-439
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Sharing Economy; In: A research agenda for economic psychology
    Typ Book Chapter
    Autor Hartl B
    Verlag Edward Elgar Publishing
    Seiten 154-169
  • 2019
    Titel Shared mobility business models: Trust building in the sharing economy; In: Perspectives on the Sharing Economy
    Typ Book Chapter
    Autor Hartl B
    Verlag Cambridge Scholars Publishing
    Seiten 82-89
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Regulating consumers' contributions and usage of a shared good: An experimental approach; In: Perspectives on the Sharing Economy
    Typ Book Chapter
    Autor Hofmann E
    Verlag Cambridge Scholars Publishing
    Seiten 48-55
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Preventing Conflicts in Sharing Communities as a Means of Promoting Sustainability
    DOI 10.3390/su10082828
    Typ Journal Article
    Autor Sabitzer T
    Journal Sustainability
    Seiten 2828
    Link Publikation
  • 2018
    Titel “Sustainability is a nice bonus” the role of sustainability in carsharing from a consumer perspective
    DOI 10.1016/j.jclepro.2018.08.138
    Typ Journal Article
    Autor Hartl B
    Journal Journal of Cleaner Production
    Seiten 88-100
    Link Publikation
  • 2020
    Titel The Influence of Regulation on Trust and Risk Preference in Sharing Communities
    DOI 10.3389/fpsyg.2020.01369
    Typ Journal Article
    Autor Marth S
    Journal Frontiers in Psychology
    Seiten 1369
    Link Publikation
  • 2024
    Titel ‘One bad apple won’t spoil the bunch’ – Representations of the “sharing economy”
    DOI 10.1016/j.jbusres.2024.114580
    Typ Journal Article
    Autor Hartl B
    Journal Journal of Business Research
    Seiten 114580
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Take me on a ride: The role of environmentalist identity for carpooling
    DOI 10.1002/mar.21340
    Typ Journal Article
    Autor Hartl B
    Journal Psychology & Marketing
    Seiten 663-676
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Collectively Building a Sustainable Sharing Economy Based on Trust and Regulation
    DOI 10.3390/su10103754
    Typ Journal Article
    Autor Penz E
    Journal Sustainability
    Seiten 3754
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Regulation in the Sharing Economy: A Social Science Approach
    Typ Journal Article
    Autor Hartl B
    Journal MR-Int - Medien & Recht International
    Seiten 49-51
  • 2022
    Titel Sharing on platforms: Reducing perceived risk for peer-to-peer platform consumers through trust-building and regulation
    DOI 10.1002/cb.2075
    Typ Journal Article
    Autor Marth S
    Journal Journal of Consumer Behaviour
    Seiten 1255-1267
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Coercive and legitimate power in the sharing economy: Examining consumers’ cooperative behavior and trust
    DOI 10.1016/j.joep.2022.102565
    Typ Journal Article
    Autor Hofmann E
    Journal Journal of Economic Psychology
    Seiten 102565
  • 2021
    Titel What Stirs Consumers to Purchase Carbon-Friendly Food? Investigating the Motivational and Emotional Aspects in Three Studies
    DOI 10.3390/su13158377
    Typ Journal Article
    Autor Penz E
    Journal Sustainability
    Seiten 8377
    Link Publikation
  • 2021
    Titel The social dilemma of car sharing – The impact of power and the role of trust in community car sharing
    DOI 10.1080/15568318.2021.1912224
    Typ Journal Article
    Autor Hartl B
    Journal International Journal of Sustainable Transportation
    Seiten 526-540
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Editorial: Sharing Economy and the Issue of (Dis)Trust
    DOI 10.3389/fpsyg.2021.689722
    Typ Journal Article
    Autor Hofmann E
    Journal Frontiers in Psychology
    Seiten 689722
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Fostering Sustainable Travel Behavior: Role of Sustainability Labels and Goal-Directed Behavior Regarding Touristic Services
    DOI 10.3390/su9061056
    Typ Journal Article
    Autor Penz E
    Journal Sustainability
    Seiten 1056
    Link Publikation
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2019
    Titel Outstanding Research Achievements: Hartl, B., Sabitzer, T., Hofmann, E., & Penz, E. (2018). "Sustainability is a nice bonus" The role of sustainability in carsharing from a consumer perspective. Journal of Cleaner Production, 202, 88-100.
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad Regional (any country)
  • 2019
    Titel Outstanding Research Achievements: Sabitzer, T., Hartl, B., Marth, S., Hofmann, E., & Penz, E. (2018). Preventing Conflicts in Sharing Communities as a Means of Promoting Sustainability. Sustainability, 10(8), 1-24.
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad Regional (any country)
  • 2017
    Titel Outstanding Research Achievements: Hofmann, E., Hartl, B., & Penz, E. (2017). Power versus trust - what matters more in collaborative consumption? Journal of Services Marketing, 31(6).
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad Regional (any country)
Weitere Förderungen
  • 2017
    Titel Small-scale Project by WU Junior Faculty
    Typ Research grant (including intramural programme)
    Förderbeginn 2017
  • 2018
    Titel Small-scale Project by WU Junior Faculty
    Typ Research grant (including intramural programme)
    Förderbeginn 2018
  • 2019
    Titel Small-scale Project by WU Junior Faculty
    Typ Research grant (including intramural programme)
    Förderbeginn 2019

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