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Österreich: Journalismus in Transition

Journalism in Transition: The Austrian Comprehensive Survey

Matthias Karmasin (ORCID: 0000-0003-0136-2612)
  • Grant-DOI 10.55776/P29614
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2017
  • Projektende 31.12.2019
  • Bewilligungssumme 310.575 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Medien- und Kommunikationswissenschaften (70%); Politikwissenschaften (10%); Rechtswissenschaften (5%); Wirtschaftswissenschaften (15%)

Keywords

    Journalism, Media, Web 2.0, Convergence, Austria, Media politics

Abstract Endbericht

Zehn Jahre sind seit der ersten und bis heute letzten Vollerhebung zu österreichischen JournalistInnen vergangen. Die prägenden Veränderungen in der Kommunikationsbranche der letzten Dekade führten zu einer Transition des internationalen und auch des österreichischen Journalismus. Das vorliegende Forschungsprojekt will eben diese Situation der österreichischen JournalistInnen in umfassender Weise neu vermessen und die Bedeutung für die Entwicklung der Gesellschaft analysieren. Dafür wurde von den AutorInnen eine Journalismus Transitions Matrix entwickelt, um eben diese Veränderungen in denBereichenKonvergenz, soziopolitische Verschiebungenund neue Finanzierungsmodelle identifizieren und untersuchen zu können. Die Qualität des öffentlichen Diskurses und der Demokratie manifestieren sich u.a. in der Qualität der Berichterstattung. Die Frage, wer dieser Funktion in den Medien 2016ff noch nachkommen kann und wie man Kommunikation als soziales System heute verstehen muss, ist daher von besonderer Relevanz. Die neue Studie bedient sich deshalb eines multi-methode approachs und gliedert sich in vier Projektphasen: 1) wird die Definition des Berufs JournalistIn in einem mehrstufigen Prozess neu vorgenommen. Wo und wie ist Journalismus zu PR, Blogs und Corporate Publishing abzugrenzen? In 2) wird eine Vollerhebung österreichischer JournalistInnen durchgeführt (soziodemographische Daten, Medienzugehörigkeit, Ausbildung etc.). 3) wird aufbauend auf die Vollerhebung eine repräsentative CATI-Untersuchung von 500 JournalistInnen durchgeführt (journalistisches Rollenselbstverständnis, Konvergenz, Arbeitsbedingungen). Qualitative Interviews in österreichischen Newsrooms ergänzen und stützen die quantitative Befragung. In der finalen Phase 4) werden die Ergebnisse analysiert und in das gesellschaftliche Umfeld eingeordnet, die Berufsbilder präzisiert und die Ergebnisse publiziert und für diverse Stakeholder aufbereitet. Die Vorgängerstudie Journalistenreport I mit Daten zur Grundgesamtheit österreichischer JournalistInnen diente ForscherInnen immer wieder als Ausgangspunkt für ihre wissenschaftliche Arbeit. Sie wurde aber auch in öffentlichen Diskussionen, etwa über Medienqualität oder zur Situation von Frauen im Journalismus, verwendet. Studien wie diese stimulieren die Selbstreflektion innerhalb der Profession und dienen als Grundlage für die medienpolitischen Debatten in Österreich. Das Datenmaterial soll für den akademischen Diskurs und internationale Vergleichsstudien zugänglich gemacht werden. So sollen Österreichs Journalismus und der state of the news media sichtbar gemacht werden und der Anschluss an die internationalen Diskussionen über die Zukunft des Journalismus im 21. Jahrhundert gefunden werden.

In Österreich arbeiten 5.350 hauptberufliche Journalistinnen und Journalisten. Das ist ein Ergebnis des Forschungsprojektes "Journalism in Transition", in dem - erstmals seit 2006/2007 - eine umfassende Erhebung der Branche und der Entwicklung der Profession durchgeführt wurde. Die Zahl der JournalistInnen ist demnach in einem Dutzend Jahren um ein Viertel zurückgegangen. Soziodemografisch wurden bei der detailreichen Erhebung in mehr als 300 österreichischen Medienunternehmen wesentliche Veränderungen festgestellt, etwa eine Feminisierung: Aktuell ist fast die Hälfte der JournalistInnen weiblich. Fast jede/r zweite JournalistIn in Österreich hat einen Studienabschluss, weit mehr als noch vor einem Jahrzehnt. Als problematisch beschreibt das Forschungsteam der Österreichischen Akademie der Wissenschaften das rasch ansteigende Durchschnittsalter in den Newsrooms auf nunmehr 44,5 Jahre. Das ist ein Hinweis darauf, dass es für Jüngere immer schwieriger wird, in Medien Fuß zu fassen, zugleich die Traditionsmedien wachsende Probleme haben, den Anschluss zum jungen Publikum zu halten. Zwar arbeiten noch immer 60 % der JournalistInnen in Medienhäusern, die historisch aus Verlagen gewachsen sind. Allerdings nimmt die Zahl der Print-JournalistInnen seit 2006 kontinuierlich ab. Gleichzeitig steigt die Zahl der journalistischen Arbeitsplätze für digitale Nachrichtenkanäle im internationalen Vergleich eher langsam. Das vom FWF finanzierte Forschungsprojekt "Journalism in Transition" wurde am Institute for Comparative Media and Communication Studies (CMC) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften/Universität Klagenfurt von 2017 bis 2019 durchgeführt. Ein Ziel war bei Forschungsstart auch eine wissenschaftliche Neudefinition des journalistischen Berufsbildes im internationalen Vergleich und in Diskussionen mit BranchenvertreterInnen und der interessierten Öffentlichkeit. Auf Basis der detailreichen Gesamterhebung wurden in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Gallup-Institut - repräsentativ für Österreich - 501 JournalistInnen zu Einstellungen, Berufsrealitäten, Rollenbildern und Arbeitszufriedenheit interviewt. Dabei beschreiben JournalistInnen stark gestiegenen Produktionsdruck, der durch Digitalisierung und die Ausdünnung der Redaktionen verursacht wird. Sie orientieren sich in der Arbeit zentral an faktenorientierter Nachrichtengestaltung, haben aber auch ein starkes Selbstverständnis als "KritikerInnen" von Missständen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Der als Forschungszusammenfassung Anfang 2020 vorgelegte "Österreichische Journalismus-Report" präsentiert Tausende Daten und analysiert im Zeitvergleich und mit internationaler Einordnung. Auf das FWF-Projekt aufbauend werden nun weitere Studien, etwa zu Fragen der Diversität in Newsrooms oder zur spezifischen Situation der 600 bis 900 freien JournalistInnen in Österreich, durchgeführt. Publikation: Kaltenbrunner, Andy/Lugschitz, Renée/Karmasin, Matthias/Luef, Sonja/Kraus, Daniela (2020): Der österreichische Journalismus-Report. Eine empirische Erhebung und eine repräsentative Befragung Wien: Facultas.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Klaus Meier, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt - Deutschland
  • Colin Porlezza, Università della Svizzera italiana - Schweiz
  • José A. Garcia Avilés, Universidad Miguel Hernandez - Spanien

Research Output

  • 4 Zitationen
  • 3 Publikationen
Publikationen
  • 2019
    Titel How to Identify Journalists?Developing a Theoretical International Foundation for the Operationalisation of a National Comprehensive Survey of Journalists in Austria
    DOI 10.30958/ajmmc.5-4-1
    Typ Journal Article
    Autor Kaltenbrunner A
    Journal ATHENS JOURNAL OF MASS MEDIA AND COMMUNICATIONS
    Seiten 233-252
    Link Publikation
  • 2019
    Titel How to Identify Journalists? Developing a Theoretical International Foundation for the Operationalisation of a National Comprehensive Survey of Journalists in Austria
    Typ Journal Article
    Autor Kaltenbrunner A
    Journal Athens Journal of Mass Media and Communications
    Seiten 233-252
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Der österreichische Journalismus-Report. Eine empirische Erhebung und eine repräsentative Befragung
    Typ Book
    Autor Kaltenbrunner A
    Verlag Facultas

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