Archäologische Kontexte von Inschriften im privaten Bereich
Archaeological contexts of inscriptions in the private sphere
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Private dwellings,
Contextual analysis,
Classical archaeology,
Epigraphy,
Hellenism to Late Antiquity,
Greek East
Das beantragte Projekt setzt sich mit archäologischen Kontexten von Inschriften und Inschriftenträgern auseinander, die in Wohnhäusern verwendet wurden. Untersucht werden Wohnhäuser des Hellenismus, der römischen Kaiserzeit und der Spätantike in Griechenland, auf den griechischen Inseln und in der Türkei. Analysiert werden soll, wo, wann, wie und warum Inschriften in antiken Wohnhäusern verwendet wurden. Untersucht wird unter anderem ihre räumliche Verteilung, ihre Platzierung, ihre Bedeutung auf beweglichen Objekten, die Verbindung zwischen Inschriften und ihren Trägern bzw. jenen Objekten, auf die sie sich bezogen, ihre Rolle im Hauskult und ihr Zielpublikum. Eine Gegenüberstellung zu Inschriften aus älteren Wohnhäusern, Herrscherresidenzen und aus dem öffentlichen Raum soll dazu dienen, den Usus der Verwendung von Inschriften im privaten Bereich zu präzisieren, wobei Unterschiede, die kulturell bedingt waren, durch Vergleiche mit Kontexten aus dem römischen Westen bestimmt werden sollen. Die Untersuchungsmethode, Inschriften in ihren räumlichen und zeitlichen Kontexten zu analysieren, eröffnet die Möglichkeit, neue Ergebnisse zur Geschichte des Wohnens zu erzielen. Diese können zu einer Differenzierung von Raumfunktionen und zu einem besseren Verständnis der Rolle all jener Personen(gruppen) beitragen, die die Wohnhäuser frequentierten. Insofern haben die Resultate des Projekts große Bedeutung für die Erforschung sozio-kultureller Strukturen antiker Wohnhäuser. Die Ergebnisse des Projekts werden in einer Monographie publiziert, die einen Katalog, einen auswertenden Teil und Tafeln umfassen soll. Neben Abbildungen von Inschriften und ihren Trägern, sollen letztere auch Pläne inkludieren, auf denen für eine bessere Visualisierung die Fundorte der Inschriften und ihrer Träger markiert werden, sowie 3D-Modelle von ausgewählten Kontexten.
Zusammenfassung des FWF-Projekts P29261 "Archäologische Kontexte von Inschriften im privaten Bereich". Das Projekt, das von Elisabeth Rathmayr und Veronika Scheibelreiter-Gail durchgeführt wurde, befasste sich mit allen Arten von Inschriften, die in Wohngebäuden von der hellenistischen Zeit bis zur Spätantike im griechischen Osten vorkommen. Untersucht wurden ihre räumliche Verteilung, ihre Platzierung auf Architekturelementen, Skulpturen, Wandmalereien, Mosaiken und Kleinfunden sowie ihre Sichtbarkeit und Lesbarkeit. Darüber hinaus wurden die Urheberschaft von Inschriften und ihre Funktion, wie z.B. Inschriften, die sich auf rituelle Handlungen in Häusern beziehen, untersucht. Auch Graffiti, die vor allem auf Wandmalereien im Inneren von Häusern und an Hausfassaden angebracht waren, standen im Mittelpunkt des Interesses. Sie bieten direkte Einblicke in das alltägliche und soziale Leben der Bewohner und all jener Personen, die die Gebäude frequentierten. Die Inschriften der untersuchten Wohnhäuser sind Zeugnisse aller Personen, die in diesen Häusern zusammenlebten (Hausbesitzer, seine Frau und Kinder, Freigelassene und Sklaven) bzw. diese Häuser aus verschiedenen Gründen besuchten (als Besucher, Gäste, Klienten etc.).