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PATIS: Ein Patient Safety Intelligence System und Rahmenwerk

PATIS – A patient safety intelligence system and framework

Elske Ammenwerth (ORCID: 0000-0002-3244-6918)
  • Grant-DOI 10.55776/P29076
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2017
  • Projektende 31.01.2021
  • Bewilligungssumme 343.535 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Informatik (100%)

Keywords

    Medizinische Informatik, Patientensicherheit, Sekundärnutzung klinischer Daten

Abstract Endbericht

Studien zeigen, dass Fehler in der Patientenversorgung recht häufig geschehen. Das Thema der Patientensicherheit ist damit in den letzten Jahren in das Zentrum wissenschaftlicher Diskussionen gerückt. Eine zentrale Herausforderung ist es, Kennzahlen für die Patientensicherheit in einer Einrichtung zu erheben. Hierbei kommt der Sekundärnutzung eine wichtige Rolle in Zukunft zu. Sekundärnutzung beschreibt die technische und methodische Möglichkeit, aus vorhandenen Daten aus der ärztlichen und pflegerischen Routinedokumentation Daten auszuwählen, aufzubereiten, zusammenzuführen und als Kennzahl zu präsentieren. Die Vision des PATIS-Projekts ist die Entwicklung und Erprobung technischer und methodischer Möglichkeiten, um durch Sekundärnutzung aussagekräftige Kennzahlen für die Patientensicherheit zu entwickeln. Im PATIS-Projekt wird zunächst eine Rahmenwerk und eine Methode zur Nutzung von Routinedaten aus der klinischen Dokumentation entwickelt. Hierbei greifen wir auf frühere Arbeiten im Bereich der Kennzahlenentwicklung und der Sekundärnutzung zurück und entwickeln sie weiter bzw. integrieren sie. Das zu entwickelnde PATIS-Rahmenwerk beschreibt, wie in einem systematischen Prozess aus den vorliegenden Routinedaten Kennzahlen für die Patientensicherheit entwickelt und in einem so genannten Patient Safety Intelligence System geeignet aggregiert dargestellt werden können. In einer klinischen Fallstudie wird das PATIS-Rahmenwerk und die Methode dann umgesetzt und so validiert werden. Konkret wird gemeinsam mit ärztlichen und pflegerischen Partner ein Patient Safety Intelligence System konzipiert und bereitgestellt werden. Das PATIS-Projekt möchte so zur Patientensicherheit in Gesundheitseinrichtungen beitragen. Insbesondere wird es dazu beitragen, Kennzahlen für die Patientensicherheit möglichst effizient aus vorhandenen Routinedaten abzuleiten und in einem Patient Safety Intelligence System darzustellen.

Im Rahmen des PATIS-Projekts haben wir methodische Arbeiten zum Monitoring der Patientensicherheit aus Routinedaten durchgeführt. Patientensicherheit bedeutet, dass das Risiko, dass Patienten während ihres Aufenthalts in einer Gesundheitseinrichtung verletzt werden, so weit wie möglich minimiert wird. Die Patientensicherheit ist ein wichtiges Thema für die Gesundheitsversorgung, da etwa 10% der Patienten in einem Krankenhaus einer solchen Risikosituation ausgesetzt sind oder sogar durch Fehler (z. B. Medikationsfehler) geschädigt werden. Wir haben uns diesem wichtigen Thema aus Sicht der Medizinischen Informatik genähert. Daher haben wir zunächst untersucht, welche Indikatoren zur Messung der Patientensicherheit nützlich sind. Anschließend führten wir Fallstudien in verschiedenen Bereichen wie Neurologie oder Gerontopsychiatrie durch. Wir haben hier festgestellt, dass bereits eine große Menge klinischer Routinedaten verfügbar ist, die zum Monitoring der Patientensicherheit mittels geeigneter Indikatoren hilfreich sein kann, ohne dass zusätzliche Daten erfasst werden müssen. Anschließend haben wir für ausgewählte Indikatoren genauer untersucht, ob es tatsächlich möglich ist, Routinedaten zum Monitoring der Patientensicherheit zu verwenden. Hier verwendeten wir klinische Routinedaten aus der Neurologie oder Gerontopsychiatrie. Wir konnten zeigen, dass wir für einige Patientensicherheitsindikatoren tatsächlich routinemäßige klinische Daten verwenden können. Routinedaten haben den Vorteil, dass sie bereits verfügbar sind, sodass die Patientensicherheit regelmäßig überwacht werden kann. Routinedaten liegen jedoch nicht immer in ausreichender Qualität vor. Wir haben daher einige methodische Arbeiten zur Frage der Qualität routinemäßiger klinischer Daten durchgeführt. Beispielsweise umfassen Routinedaten aus der neurologischen Überwachung eines Intensivpatienten eine große Datenmenge, die jede Sekunde generiert wird. Diese Daten werden automatisch dokumentiert, aber manuelle Aktivitäten (wie die Injektion eines Medikaments) können sich unbemerkt auf diese Daten auswirken. Daher müssen klinische Routinedaten mit den manuellen Aktivitäten synchronisiert dokumentiert werden, um zu vermeiden, dass falsche kausale Schlussfolgerungen gezogen werden. Basierend auf dieser methodischen Arbeit konnten unsere Kooperationspartner in der Neurologie die klinischen Routinedaten für eine eingehende Analyse bestimmter klinischer Fragen verwenden. Beispielsweise stellten sie fest, dass sich das Patientenergebnis möglicherweise verschlechtert, wenn eine bestimmte Standardtherapie bei einer bestimmten Untergruppe von Patienten angewendet wird. Unsere Projektergebnisse zeigen, dass eine sorgfältige Analyse der verfügbaren klinischen Routinedaten dazu beitragen kann, die Qualität der Gesundheitsversorgung zu überwachen und somit zur Patientensicherheit beizutragen. Insgesamt trägt unsere Arbeit auf methodische Weise zur Idee bei, dass verfügbare klinische Routinedaten verwendet werden können, um aussagekräftige Informationen für das Qualitätsmanagement abzuleiten. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr routinemäßige Patientendaten in elektronischer und standardisierter Form verfügbar sind, erwarten wir, dass die Anwendungsbereiche für die Verwendung dieser Daten weiter wachsen werden.

Forschungsstätte(n)
  • Priv.-Univ. für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik - 100%

Research Output

  • 351 Zitationen
  • 25 Publikationen
  • 1 Disseminationen
Publikationen
  • 2021
    Titel Association of Dose of Intracranial Hypertension with Outcome in Subarachnoid Hemorrhage
    DOI 10.1007/s12028-021-01221-4
    Typ Journal Article
    Autor Carra G
    Journal Neurocritical Care
    Seiten 722-730
  • 2021
    Titel Visual Analytics in Delirium Management.
    DOI 10.3233/shti210102
    Typ Book Chapter
    Autor Hackl W
    Verlag IOS Press
    Seiten 147-148
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Hyperactive delirium in patients after non-traumatic subarachnoid hemorrhage
    DOI 10.1016/j.jcrc.2021.02.010
    Typ Journal Article
    Autor Reimann F
    Journal Journal of Critical Care
    Seiten 45-52
    Link Publikation
  • 2020
    Titel FHIR Analytics - Pragmatic Review of Recent Studies.
    DOI 10.3233/shti200083
    Typ Book Chapter
    Autor Huber L
    Verlag IOS Press
    Seiten 110-112
  • 2020
    Titel Evaluating Performance and Interpretability of Machine Learning Methods for Predicting Delirium in Gerontopsychiatric Patients.
    DOI 10.3233/shti200087
    Typ Book Chapter
    Autor Netzer M
    Verlag IOS Press
    Seiten 121-128
  • 2020
    Titel The Importance of PbtO2 Probe Location for Data Interpretation in Patients with Intracerebral Hemorrhage
    DOI 10.1007/s12028-020-01089-w
    Typ Journal Article
    Autor Lindner A
    Journal Neurocritical Care
    Seiten 804-813
    Link Publikation
  • 2019
    Titel The Importance of Probe Location for the Interpretation of Cerebral Microdialysis Data in Subarachnoid Hemorrhage Patients
    DOI 10.1007/s12028-019-00713-8
    Typ Journal Article
    Autor Kofler M
    Journal Neurocritical Care
    Seiten 135-144
    Link Publikation
  • 2019
    Titel A reduced concentration of brain interstitial amino acids is associated with depression in subarachnoid hemorrhage patients
    DOI 10.1038/s41598-019-39569-5
    Typ Journal Article
    Autor Kofler M
    Journal Scientific Reports
    Seiten 2811
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Early Predictors for Infectious Complications in Patients With Spontaneous Intracerebral Hemorrhage and Their Impact on Outcome
    DOI 10.3389/fneur.2019.00817
    Typ Journal Article
    Autor Lindner A
    Journal Frontiers in Neurology
    Seiten 817
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Towards a Systematic Construction of a Minimum Data Set for Delirium to Support Secondary Use of Clinical Routine Data.
    DOI 10.3233/shti190380
    Typ Book Chapter
    Autor Schaller M
    Verlag IOS Press
    Seiten 1026-1030
  • 2019
    Titel Developing a Model for Using Clinical Routine Data to Analyze Nursing Sensitive Patient Outcome Indicators.
    DOI 10.3233/shti190686
    Typ Book Chapter
    Autor Nantschev R
    Verlag IOS Press
    Seiten 1863-1864
  • 2019
    Titel Protocolized Brain Oxygen Optimization in Subarachnoid Hemorrhage
    DOI 10.1007/s12028-019-00753-0
    Typ Journal Article
    Autor Rass V
    Journal Neurocritical Care
    Seiten 263-272
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Subarachnoid Hemorrhage is Followed by Pituitary Gland Volume Loss: A Volumetric MRI Observational Study
    DOI 10.1007/s12028-019-00764-x
    Typ Journal Article
    Autor Rass V
    Journal Neurocritical Care
    Seiten 492-501
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Risk Factors for Dysphagia and the Impact on Outcome After Spontaneous Subarachnoid Hemorrhage
    DOI 10.1007/s12028-019-00874-6
    Typ Journal Article
    Autor Keser T
    Journal Neurocritical Care
    Seiten 132-139
    Link Publikation
  • 2019
    Titel An Observational Study on the Use of Intravenous Non-Opioid Analgesics and Antipyretics in Poor-Grade Subarachnoid Hemorrhage: Effects on Hemodynamics and Systemic and Brain Temperature
    DOI 10.1089/ther.2018.0046
    Typ Journal Article
    Autor Ianosi B
    Journal Therapeutic Hypothermia and Temperature Management
    Seiten 27-36
  • 2019
    Titel Delayed Resolution of Cerebral Edema Is Associated With Poor Outcome After Nontraumatic Subarachnoid Hemorrhage
    DOI 10.1161/strokeaha.118.024283
    Typ Journal Article
    Autor Rass V
    Journal Stroke
    Seiten 828-836
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Fluid Intake But Not Fluid Balance Is Associated With Poor Outcome in Nontraumatic Subarachnoid Hemorrhage Patients.
    DOI 10.1097/ccm.0000000000003775
    Typ Journal Article
    Autor Rass V
    Journal Critical care medicine
  • 2018
    Titel Improving Patient Safety by Reusing Clinical Routine Data - An Expert Survey on Patient Safety Indicators.
    Typ Journal Article
    Autor Hackl Wo
    Journal Studies in health technology and informatics
    Seiten 300-306
  • 2018
    Titel Systemic Inflammatory Response Syndrome as Predictor of Poor Outcome in Nontraumatic Subarachnoid Hemorrhage Patients
    DOI 10.1097/ccm.0000000000003429
    Typ Journal Article
    Autor Rass V
    Journal Critical Care Medicine
  • 2018
    Titel Brain Extracellular Interleukin-6 Levels Decrease Following Antipyretic Therapy with Diclofenac in Patients with Spontaneous Subarachnoid Hemorrhage
    DOI 10.1089/ther.2018.0001
    Typ Journal Article
    Autor Schiefecker A
    Journal Therapeutic Hypothermia and Temperature Management
    Seiten 48-55
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Early thrombosis prophylaxis with enoxaparin is not associated with hematoma expansion in patients with spontaneous intracerebral hemorrhage
    DOI 10.1111/ene.13830
    Typ Journal Article
    Autor Ianosi B
    Journal European Journal of Neurology
    Seiten 333-341
  • 2020
    Titel Guiding principles for the use of knowledge bases and real-world data in clinical decision support systems: report by an international expert workshop at Karolinska Institutet
    DOI 10.1080/17512433.2020.1805314
    Typ Journal Article
    Autor Hoffmann M
    Journal Expert Review of Clinical Pharmacology
    Seiten 925-934
    Link Publikation
  • 2020
    Titel The Effect of Temperature Increases on Brain Tissue Oxygen Tension in Patients with Traumatic Brain Injury: A Collaborative European NeuroTrauma Effectiveness Research in Traumatic Brain Injury Substudy
    DOI 10.1089/ther.2020.0027
    Typ Journal Article
    Autor Rass V
    Journal Therapeutic Hypothermia and Temperature Management
    Seiten 122-131
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Early alterations in heart rate are associated with poor outcome in patients with intracerebral hemorrhage
    DOI 10.1016/j.jcrc.2020.10.027
    Typ Journal Article
    Autor Rass V
    Journal Journal of Critical Care
    Seiten 199-206
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Hemodynamic response during endotracheal suctioning predicts awakening and functional outcome in subarachnoid hemorrhage patients
    DOI 10.1186/s13054-020-03089-w
    Typ Journal Article
    Autor Rass V
    Journal Critical Care
    Seiten 432
    Link Publikation
Disseminationen
  • 2019
    Titel Public University Campus Magazine
    Typ A magazine, newsletter or online publication

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