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Langzeitfolgen pränataler Immunstimulation auf Depression im Mausmodell

long-term effects of prenatal immune activation on depression-like behavior in the mouse

Daniela D. Pollak-Monje Quiroga (ORCID: 0000-0002-9584-6257)
  • Grant-DOI 10.55776/P27520
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2015
  • Projektende 31.01.2018
  • Bewilligungssumme 267.200 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)

Keywords

    Depression, Animal Model, Prenatal Infection, Hippocampal Neurogenesis

Abstract Endbericht

Depression gehört weltweit zu den häufigsten und schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, deren neurobiologischen Grundlagen derzeit nur unvollständig erforscht sind. Die Krankheit ist nicht nur für den Patienten und seine Angehörigen besonders belastend, sondern bringt auch bedeutende sozio-ökonomischen Auswirkungen mit sich. Die fundamentale Bedeutung von Einflüssen sehr früh im Leben, bis in die peri- und pränatale Perioden auf die physische und psychische Entwicklung ist weithin bekannt. In diesem Zusammenhang zeichnen sich besonders traumatische Erlebnisse in diesen sensiblen Phasen als prädisonierende Faktoren für die Entwicklung psychiatrischer Erkrankungen später im Leben aus. Es ist bekannt, dass mütterliche Infektionen während der Schwangerschaft wesentlich zur Genese psychischer Störungen, wie Autismus und Schizophrenie beitragen können.Ob die aus der mütterlichen Infektion resultierende pränatale Immunstimulation jedoch auch zum Ausbruch von Depressionen im Erwachsenenleben beiträgt und die zugrunde liegenden neurobiologischen Mechanismen, sind unzureichend untersucht. Ziel dieser Studie ist es daher, die Auswirkungen mütterlicher Immunaktivierung (MIA) während der Schwangerschaft auf depressionsartiges Verhalten im Mausmodell zu testen und deren zelluläre und molekulare Grundlagen zu analysieren. Dafür sollen folgende Hypothesen getestet werden: Erstens, dass MIA zu depressionsartigem Verhalten im späteren Leben führt, welches mit einer Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten und Defizienzen der adulten hippokampalen Neurogenese einhergeht, welche auf mangelnder Unterstützung durch spezifische Wachstumsfaktoren beruhen. Zweitens, dass MIA parallel dazu zu persistierenden strukturellen, anatomischen Veränderungen des Gehirns führt und drittens, dass MIA die Stress-sensitivität und Ansprechbarkeit auf antidepressive Pharmakotherapie im späteren Leben in Wechselwirkung mit dem genetischen Hintergrund beeinflusst. Diese Studie ist die erste umfassende Untersuchung zur Bedeutung mütterlicher Infektionen während der Schwangerschaft auf die Entwicklung von Depressionen im späteren Leben, welche Analysen von der systemischen Eben des Verhaltens bis zur zellulären und molekularen Ebene im Mausmodelleinschließt. Die daraus gewonnen Ergebnisse sind nichtnur für die neurowissenschaftliche Grundlagenforschung relevant, sondern haben auch einen wesentliche translationalen Wert und können die Grundlage für nachfolgende klinische Studien beim Menschen darstellen sowie Ansatzpunkte auf neue therapeutische Interventionen zur Bekämpfung von Depressionen liefern.

Depression gehört weltweit zu den häufigsten und schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, deren neurobiologischen Grundlagen derzeit nur unvollständig erforscht sind. Die fundamentale Bedeutung von Einflüssen sehr früh im Leben - zurückreichend bis in die peri - und pränatale Perioden - auf die physische und psychische Entwicklung ist weithin bekannt. In diesem Projekt konnten bedeutende Erkenntnisse über die Zusammenhänge von Infektionen während der Schwangerschaft und Entwicklung von Depression im späteren Leben der Kinder gewonnen werden. Unter Verwendung eines Mausmodelles für mütterlicherImmunaktivierung (MIA)währendderSchwangerschaftkonnte depressionsartiges Verhalten in den erwachsenen Nachkommen gezeigt werden, welches von einer Beeinträchtigung der adulten hippokampalen Neurogenese mit gleichzeitiger reduzierter Unterstützung durch den Wachstumsfaktor begleitet ist (Khan et al. 2014). Mittels desselben präklinischen Modelles konnte des Weiteren bewiesen werden, dass das maternale Fürsorge-Verhalten von MIA Müttern nach der Geburt beeinträchtigt ist (Ronovsky et al. 2016). Aufgrund der bekannten Bedeutung von Veränderungen des maternalem Fürsorge-Verhalten für die neuronale Entwicklung der Nachkommen mit Relevanz für das emotionale Verhalten im späteren Leben und der sich daraus ergebenden Möglichkeit der Übertragung auf die nächste Generation wurden dann sowohl das maternale Fürsorge-Verhalten in adulten weiblichen MIA Nachkommen der ersten (F1) und depressionsartiges Verhalten in der zweiten Generation (F2) untersucht. Ein Einfluss von MIA auf das maternale Fürsorge-Verhalten der F1 Generation mit möglicher Bedeutung für depressionsartiges Verhalten F2 Generation konnte in zwei verschiedenen ingezüchteten Mausstämmen nachgewiesen werden (Ronovsky et al. 2016; Berger et al. 2018). Diese langandauernden, sogar Generationen überspannenden Auswirkungen von MIA auf das Verhalten der Nachkommen legen eine Grundlage in epigenetischen Prozessen nahe. Diese Möglichkeit wurde durch die Analyse der Expressionsniveaus ausgesuchter miRNAs in Nachkommen der ersten und zweiten Generation untersucht, welche wenig bedeutenden Unterschiede zwischen MIA und Kontroll-Tieren (Berger et al. 2018) zeigte. Interessanterweise, konnten jedoch globale Veränderungen des Histonacetylierungs- Profils im Gehirn von MIA Nachkommen dargestellt werden, welches mit spezifischen Veränderungen am Promoter des Serotonin Transporters (SERT) Gens und entsprechender Regulation der mRNA Levels assoziiert ist (Reisinger et al. 2016). In einem geplanten Nachfolgeprojekt soll die Bedeutung von Histonmodifikationen im Gehirn der MIA Nachkommen der ersten und auch der zweiten und dritten Folgegeneration genauer untersucht werden.

Forschungsstätte(n)
  • Austrian Institute of Technology - AIT - 6%
  • Medizinische Universität Wien - 94%
Nationale Projektbeteiligte
  • Thomas Wanek, Austrian Institute of Technology - AIT , assoziierte:r Forschungspartner:in

Research Output

  • 783 Zitationen
  • 15 Publikationen
Publikationen
  • 2019
    Titel Influence of poly(I:C) variability on thermoregulation, immune responses and pregnancy outcomes in mouse models of maternal immune activation
    DOI 10.1016/j.bbi.2019.04.019
    Typ Journal Article
    Autor Mueller F
    Journal Brain, Behavior, and Immunity
    Seiten 406-418
  • 2020
    Titel VEGF Treatment Ameliorates Depression-Like Behavior in Adult Offspring after Maternal Immune Activation
    DOI 10.3390/cells9041048
    Typ Journal Article
    Autor Sideromenos S
    Journal Cells
    Seiten 1048
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Characterization of Ras k 1 a novel major allergen in Indian mackerel and identification of parvalbumin as the major fish allergen in 33 Asia-Pacific fish species
    DOI 10.1111/cea.13069
    Typ Journal Article
    Autor Ruethers T
    Journal Clinical & Experimental Allergy
    Seiten 452-463
  • 2018
    Titel Impact of maternal immune activation on maternal care behavior, offspring emotionality and intergenerational transmission in C3H/He mice
    DOI 10.1016/j.bbi.2018.02.008
    Typ Journal Article
    Autor Berger S
    Journal Brain, Behavior, and Immunity
    Seiten 131-140
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Transgenerational consequences of maternal immune activation
    DOI 10.1016/j.semcdb.2019.06.006
    Typ Journal Article
    Autor Pollak D
    Journal Seminars in Cell & Developmental Biology
    Seiten 181-188
  • 2019
    Titel Combined Fully Contactless Finger and Hand Vein Capturing Device with a Corresponding Dataset
    DOI 10.3390/s19225014
    Typ Journal Article
    Autor Kauba C
    Journal Sensors
    Seiten 5014
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Maternal immune activation during pregnancy impacts on brain structure and function in the adult offspring
    DOI 10.1016/j.bbi.2019.09.011
    Typ Journal Article
    Autor Kreitz S
    Journal Brain, Behavior, and Immunity
    Seiten 56-67
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Sex and gender bias in the experimental neurosciences: the case of the maternal immune activation model
    DOI 10.1038/s41398-019-0423-8
    Typ Journal Article
    Autor Coiro P
    Journal Translational Psychiatry
    Seiten 90
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Enhanced synaptic plasticity and spatial memory in female but not male FLRT2-haplodeficient mice
    DOI 10.1038/s41598-018-22030-4
    Typ Journal Article
    Autor Cicvaric A
    Journal Scientific Reports
    Seiten 3703
    Link Publikation
  • 2015
    Titel The Poly(I:C)-induced maternal immune activation model in preclinical neuropsychiatric drug discovery
    DOI 10.1016/j.pharmthera.2015.01.001
    Typ Journal Article
    Autor Reisinger S
    Journal Pharmacology & Therapeutics
    Seiten 213-226
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Disrupted Ultradian Activity Rhythms and Differential Expression of Several Clock Genes in Interleukin-6-Deficient Mice
    DOI 10.3389/fneur.2017.00099
    Typ Journal Article
    Autor Monje F
    Journal Frontiers in Neurology
    Seiten 99
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Maternal immune activation transgenerationally modulates maternal care and offspring depression-like behavior
    DOI 10.1016/j.bbi.2016.10.016
    Typ Journal Article
    Autor Ronovsky M
    Journal Brain, Behavior, and Immunity
    Seiten 127-136
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Maternal immune activation epigenetically regulates hippocampal serotonin transporter levels
    DOI 10.1016/j.ynstr.2016.02.007
    Typ Journal Article
    Autor Reisinger S
    Journal Neurobiology of Stress
    Seiten 34-43
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Animal Models of Maternal Immune Activation in Depression Research
    DOI 10.2174/1570159x14666151215095359
    Typ Journal Article
    Autor Ronovsky M
    Journal Current Neuropharmacology
    Seiten 688-704
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Fluoxetine normalizes disrupted light-induced entrainment, fragmented ultradian rhythms and altered hippocampal clock gene expression in an animal model of high trait anxiety- and depression-related behavior
    DOI 10.3109/07853890.2015.1122216
    Typ Journal Article
    Autor Schaufler J
    Journal Annals of Medicine
    Seiten 17-27
    Link Publikation

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