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Glossar der sumerischen Emesal-Lieder und Gebete

A Glossary of the Sumerian Emesal Songs and Prayers

Martin Lang (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P27224
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2014
  • Projektende 31.10.2019
  • Bewilligungssumme 221.861 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    Sumerian Lexicography, Ancient Near Eastern Studies, Emesal, Sumerian-Akkadian Bilingualism

Abstract Endbericht

Ziele Ein umfassendes Lexikon des Sumerischen ist nach wie vor ein Desiderat der Forschung. Zeitgenössische Bemühungen zur lexikographischen Erfassung des Sumerischen konzentrieren sich v.a. auf literarische und administrative Texte, vernachlässigen aber die in vorliegendem Projekt anvisierte Textgruppe der Emesal-Lieder und Gebete. Ziel des Projektes ist die Erstellung eines Glossars zu den im sumerischen Soziolekt des Emesal, der sogenannten feinen Sprache überlieferten Liedern und Gebeten. Diese stammen aus dem zweiten und ersten Jahrtausend vor Christus. Es sind dies die kanonischen Balag-Lieder, die in Emesal verfassten Šuilla (= Handerhebungs)-Gebete, die ebenfalls in öffentlich-liturgischem Kontext erklangen sowie die Eršemma (Klage der šem-Trommel?)- Klagen, allesamt ein Teil des Repertoires des Gala, eines Kultsängers. Schließlich werden auch die Eršahunga (Herzberuhigungsklagen) erfasst. Die Gründe für die Auswahl eben dieser Textgruppen sind ihre enge sprachliche und funktionale Zusammengehörigkeit sowie das Fehlen einer lexikalischen Aufarbeitung dieser Texte. Die genannten Emesal-Lieder stellen zudem eine wichtige Quelle für die Religionsgeschichte und die diachrone Entwicklung der toten Sprache Sumerisch dar. Die Abgrenzung des Balag-corpus wie auch dem der Eršemmas und Šuillas folgt dem literarischen Katalog 4R2 53+, der die einzelnen Kompositionen in ihrem liturgischen Kontext anführt. Dieser Katalog dient noch heute als Grundlage für die Einteilung und Benennung der einzelnen Lieder. Die Textgrundlage für das Glossar bilden die publizierten Editionen, Kollationen werden bei Bedarf durchgeführt. Präsentation Die endgültige Darstellungsform des Lexikoneintrags wird im Laufe des Projekts erarbeitet werden. Der Aufbau wird jedoch etwa folgendem Schema folgen: Lemma, Quellen für Phonetik, Wortart, Hauptbedeutungen und eine Übersicht über die abgeleiteten Bedeutungen. Etwaige akkadische Übersetzungen werden angeführt und mit Kommentierungen versehen, wie es etwa im Fall von manchen Interlinearübersetzungen, die keine wörtlichen Übersetzungen, sondern Übersetzungen mit kabbalistischen Tendenzen sind, unbedingt als notwendig erscheint. Details zum syntaktischen und kontextuellen Gebrauch, sowie ein Hinweis auf die wichtigste Literatur und notwendige enzyklopädische Angaben sollen den Gebrauch des Glossars erleichtern. Publikation Das Glossar wird in einer Datenbank erarbeitet, Zwischenergebnisse werden auf Konferenzen präsentiert. Wichtige Einzelergebnisse werden als Aufsätze publiziert, wobei die wichtigsten Ergebnisse aufgrund der Natur des Projekts in das Glossar einfließen werden. Vorläufige Versionen des Glossars werden in einer frei zugänglichen Datenbank und als PDF-Buch im Internet zur Verfügung gestellt, was den Vorteil einer schnellen und einfachen Überarbeitbarkeit mit sich bringt. Eine endgültige Version des Glossars wird in gedruckter Form vorgelegt werden. Mit diesem Glossar soll die Tradition der lexikographischen Erschließung des Sumerischen an der Universität Innsbruck wiederbelebt und fortgesetzt werden.

Das Projekt FP27272240 "A Glossary of the Sumerian Emesal Songs and Prayers" hatte zum Ziel, ein eingrenzbares Teilcorpus der sumerischen Literatur lexikographisch zu behandeln. Das Sumerische ist bis zum heutigen Tag nicht umfassend lexikographisch erfasst. Bei diesem Teilcorpus handelt es sich um eine Gruppe von Texten, die vom frühen 2. Jtsd. v. Chr. an bis nahezu zum Ende der keilschriftlichen Überlieferung, etwa um die Zeitenwende, tradiert, und schon im Altertum (in Gestalt von Katalogen) als zusammengehörig angesehen wurden. Es sind dies Texte, v.a. Klageliturgien, die im Zuge von Kult und Ritualen verwendet wurden. Ihnen ist eigen, dass sie zum einen im Dialekt / Soziolekt / Register des Emesal ("Frauensprache", "dünne, feine Sprache") performiert, zum anderen in den Versionen des ersten Jahrtausends mit akkadischen Übersetzungen versehen wurden. Dieser Umstand macht diese Texte für die lexikographische Erfassung besonders bedeutsam und interessant.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%

Research Output

  • 3 Publikationen
  • 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
Publikationen
  • 2019
    Titel Literary Change in Mesopotamia and Beyond and Routes and Travellers between East and West (Proceedings of the 2nd and 3rd Melammu Workshops)
    Typ Book
    Autor Lang M
    editors Da Riva R, Lang M, Fink S
    Verlag Zaphon
  • 2018
    Titel Kaupunkien tuho muinaisessa Lähi-idässä; In: Kiveen hakattu? Pyhät tekstit ja perinteet muutoksessa
    Typ Book Chapter
    Autor Fink S
    Verlag Gaudeamus
    Seiten 18
  • 2018
    Titel Mehrsprachigkeit: Vom Alten Orient bis zum Esperanto
    Typ Book
    Autor Schretter M
    editors Fink S, Lang M, Schretter M
    Verlag Zaphon
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2016
    Titel Kardinal-Innitzer-Preis
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad National (any country)

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