Geschlechterkomödien der Amerikanischen Revolution
Gender and Comedy in the Age of American Revolution
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (40%); Soziologie (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (30%)
Keywords
-
Masculinities,
Literary And Cultural History,
Queer Theorie,
Migration And Diaspora,
Popular Culture,
Gender Studies
Abigail Adams, Ehefrau des zukünftigen zweiten Präsidenten der USA, ermahnte ihren Gatten 1776 angesichts der nahenden Unabhängigkeitserklärung Amerikas von britischer Kolonialherrschaft in einer berühmt gewordenen Formulierung: Remember the ladies and be more generous and favourable to them than your ancestors. Und doch: bei der Ausarbeitung der amerikanischen Verfassung hörte John Adams nicht auf die Warnung seiner Ehefrau not [to] put such unlimited power into the hands of the husbands. Während die Verfassung theoretisch jedem amerikanischen Bürger Gleichheit, Frei- heit und das Streben nach Glückseligkeit als Grundrechte garantiert, werden Frauen wie auch schwar- ze und indigene Menschen hierbei nicht inkludiert. Das hatte zur Folge, dass Frauen von einer aktiven politischen Teilhabe ausgeschlossen blieben. Dies hinderte sie jedoch nicht daran, sich auf anderen Wegen Gehör zu verschaffen und ein solcher Weg war die literarische Gattung des Dramas. Seit den turbulenten Zeiten der Revolution und in Gestalt von Mercy Otis Warren als einer hochprominenten und weithin sichtbaren Persönlichkeit äußerten Frauen ihre politische Meinung in Schauspielen, von denen einige aufgeführt und andere veröffentlicht wurden, viele jedoch verloren gingen. Außer Warren, Judith Sargent Murray und Susanna Haskell Rowson sind die meisten Ladies mitt- lerweile in Vergessenheit geraten und aus dem kulturellen Gedächtnis wie auch der Wissenschaftsge- schichte gelöscht. Dieses Projekt zielt daher darauf, sich der Dramatikerinnen der frühen amerikani- schen Bühne wie auch ihrer männlichen, ebenso vergessenen Kollegen, die als Spiegel für ein um- fassendes Verständnis des kulturellen Klimas und der Theaterpraxis der Zeit unentbehrlich sind zu erinnern und ihnen einen gebührenden Platz in den Annalen des Dramas und des Theaters der Revolu- tionszeit zu geben. In diesem Projekt wird erstmals die Geschichte nordamerikanischen dramatischen Schaffens des 18. Jahrhunderts aus einer geschlechtsspezifischen Perspektive rekonstruiert werden. Aus historischen, aber auch praktischen Gründen, wird das Projekt in drei geschichtlich-thematische Sektionen geteilt. Diese behandeln die koloniale, vorrevolutionäre Zeit mit einem Fokus auf männlich homosoziale Beziehungen und dem Einsatz der Komödie zur Verhandlung solcher Beziehungen (Fall- beispiel 1), die revolutionäre Periode von 1775 bis 1783 mit einem Fokus auf Mercy Otis Warren und ihre Zeitgenossen_innen (Fallbeispiel 2) und die postrevolutionären Jahre der frühen Republik bis 1812 mit Judith Sargent Murray, Susanna Haswell Rowson und deren Zeitgenoss_innen (Fallbeispiel 3). Besondere Aufmerksamkeit wird den verschiedenen komischen Genres gezollt, da es eine grundle- gende Arbeitshypothese des Forschungsprojektes ist, dass die Komödie viel eher als die Tragödie das adäquateste und produktivste Forum für die Dissemination eines politischen Diskurses war. Wir be- haupten außerdem, dass sich insbesondere Frauen den komischen Genres zuwandten um politischen Einfluss zu erlangen, was ihnen sonst durch Gesetz und Anstand untersagt war. Gerade durch die Ko- mödie konnten Frauen aber ihre Stimme erheben, um politische Meinungen zu äußern. Auf diesem Wege strebten die Ladies nach Teilhabe am nachhaltigen Wirken der neuen Republik.
Abigail Adams, Ehefrau des zukünftigen zweiten Präsidenten der USA, ermahnte ihren Gatten 1776 angesichts der nahenden Unabhängigkeitserklärung Amerikas von britischer Kolonialherrschaft in einer berühmt gewordenen Formulierung: Remember the ladies and be more generous and favourable to them than your ancestors. Und doch: bei der Ausarbeitung der amerikanischen Verfassung hörte John Adams nicht auf die Warnung seiner Ehefrau not [to] put such unlimited power into the hands of the husbands. Während die Verfassung theoretisch jedem amerikanischen Bürger Gleichheit, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit als Grundrechte garantiert, werden Frauen wie auch schwarze und indigene Menschen hierbei nicht inkludiert. Das hatte zur Folge, dass Frauen von einer aktiven politischen Teilhabe ausgeschlossen blieben. Dies hinderte sie jedoch nicht daran, sich auf anderen Wegen Gehör zu verschaffen und ein solcher Weg war die literarische Gattung des Dramas. Seit den turbulenten Zeiten der Revolution und in Gestalt von Mercy Otis Warren als einer hochprominenten und weithin sichtbaren Persönlichkeit äußerten Frauen ihre politische Meinung in Schauspielen, von denen einige aufgeführt und andere veröffentlicht wurden, viele jedoch verloren gingen. Außer Warren, Judith Sargent Murray und Susanna Haskell Rowson sind die meisten Ladies mittlerweile in Vergessenheit geraten und aus dem kulturellen Gedächtnis wie auch der Wissenschaftsgeschichte gelöscht. Dieses Projekt zielte daher darauf, sich der Dramatikerinnen der frühen amerikanischen Bühne wie auch ihrer männlichen, ebenso vergessenen Kollegen, die als Spiegel für ein umfassendes Verständnis des kulturellen Klimas und der Theaterpraxis der Zeit unentbehrlich sind zu erinnern und ihnen einen gebührenden Platz in den Annalen des Dramas und des Theaters der Revolutionszeit zu geben. In diesem Projekt wurde erstmals die Geschichte nordamerikanischen dramatischen Schaffens des 18. Jahrhunderts aus einer geschlechtsspezifischen Perspektive rekonstruiert. Aus historischen, aber auch praktischen Gründen, wurde das Projekt in drei geschichtlich- thematische Sektionen geteilt. Diese behandeln die koloniale, vorrevolutionäre Zeit mit einem Fokus auf männlich homosoziale Beziehungen und dem Einsatz der Komödie zur Verhandlung solcher Beziehungen (Fallbeispiel 1), die revolutionäre Periode von 1775 bis 1783 mit einem Fokus auf Mercy Otis Warren und ihre Zeitgenossen_innen (Fallbeispiel 2) und die postrevolutionären Jahre der frühen Republik bis 1812 mit Judith Sargent Murray, Susanna Haswell Rowson und deren Zeitgenoss_innen (Fallbeispiel 3). Besondere Aufmerksamkeit wurde den verschiedenen komischen Genres gezollt, da es eine grundlegende Arbeitshypothese des Forschungsprojektes ist, dass die Komödie viel eher als die Tragödie das adäquateste und produktivste Forum für die Dissemination eines politischen Diskurses war. Wir behaupten außerdem, dass sich insbesondere Frauen den komischen Genres zuwandten um politischen Einfluss zu erlangen, was ihnen sonst durch Gesetz und Anstand untersagt war. Gerade durch die Komödie konnten Frauen aber ihre Stimme erheben, um politische Meinungen zu äußern. Auf diesem Wege strebten die Ladies nach Teilhabe am nachhaltigen Wirken der neuen Republik.
- Universität Salzburg - 100%
Research Output
- 3 Zitationen
- 5 Publikationen
-
2018
Titel German-American Encounters in Bavaria and Beyond, 1945–2015 DOI 10.3726/b14451 Typ Book Verlag Peter Lang, International Academic Publishers -
2017
Titel Theatrical Aesthetics and Transatlantic Representation in Robert Hunter’s Androboros DOI 10.4000/1718.832 Typ Journal Article Autor Lippert L Journal XVII-XVIII. Revue de la Société d’études anglo-américaines des XVI Link Publikation -
2017
Titel Performance Labor, Im/Mobility, and Exhaustion in Nature Theater of Oklahoma’s Life and Times DOI 10.1515/jcde-2017-0011 Typ Journal Article Autor Lippert L Journal Journal of Contemporary Drama in English Seiten 140-155 -
2016
Titel Approaching Transnational America in Performance DOI 10.3726/b10360 Typ Book Verlag Peter Lang, International Academic Publishers Link Publikation -
2016
Titel Faedra Chatard Carpenter. Coloring Whiteness: Acts of Critique in Black Performance. Ann Arbor: The University of Michigan Press, 2014, ix + 299 pp., $80.00 (hardcover), $34.95 (paperback and PDF ebook). Thomas F. DeFrantz and Anita Gonzalez, eds. Bl DOI 10.1515/jcde-2016-0032 Typ Journal Article Autor Lippert L Journal Journal of Contemporary Drama in English Seiten 413-419