Informationstechnologie für die klinische Pharmakogenetik
Information technologies for clinical pharmacogenetics
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften (45%); Informatik (55%)
Keywords
-
Pharmacogenetics,
Clinical Decision Support Systems,
Description Logics,
Biomedical Ontology,
Personalized Medicine,
Web Technologies
Die Effektivität und Sicherheit von Medikamenten kann stark zwischen verschiedenen Patientengruppen variieren. Ein Teil dieser Variabilität kann durch genetische Unterschiede zwischen Patienten erklärt werden. Das Ziel der Pharmakogenetik ist es daher, genetische Patientendaten zu verwenden, um Therapien sicherer und effektiver zu machen. Es ist jedoch noch unklar, wie pharmakogenetische Daten am besten integriert, organisiert und in der medizinschen Routine nutzbar gemacht werden können. Ziel dieses Projektes ist es zu untersuchen wie Web- Technologien, Ontologien und automatisierte Reasoning-Systeme weiterentwickelt werden können, um diese wichtigen Probleme zu lösen. Das Projekt ist rund um drei treibende Forschungsfragen organisiert: 1) Wie kann pharmakogenetisches Wissen in einem standardisierten, Ontologie-basierten Format dargestellt werden, welches automatisierte Verarbeitung, Konsistenzprüfung und Reasoning ermöglicht? Welche Erkenntnisse können gewonnen werden, wenn pharmakogenetisches Wissen in dieser Weise nutzbar gemacht wird? 2) Wie können individuelle pharmakogenetische Patientendaten während der Behandlung bereitgestellt werden? Wie können 2D Barcode-Technologien (QR Codes) für die Bereitstellung pharmakogenetischer Daten nutzbar gemacht werden? 3) Wie können Algorithmen zur Computer-basierten klinischen Entscheidungsunterstützung für die Pharmakogenetik strukturiert werden? Wie können diese Algorithmen durch Mobilgeräte für Ärzte und Apothekern zugänglich gemacht werden, um pharmakogenetische Daten zu interpretieren? Wir werden eine detaillierte Analyse bestehender Forschungsergebnisse und Informationstechnologien im Bereich der Pharmakogenetik durchführen. Basierend auf dieser Analyse, sowie auf vielversprechenden Ergebnissen unserer bisherigen Forschung, werden wir neuartige Formalismen und Algorithmen auf der Grundlage von Ontologien und Web-Technologien entwickeln. Dann werden wir diese Formalismen und Algorithmen evaluieren, um neue Einblicke in die IT-Aspekte pharmakogenetischer Daten zu gewinnen. Schließlich wollen wir einen generellen Formalismus für die Representation und Integration von pharmakogenetischen Daten und Regeln etablieren. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern und der Health Care and Life Science Interest Group des World Wide Web Consortium (W3C) durchgeführt werden.
Ein beträchtlicher Teil der Patienten, die sich einer medikamentösen Behandlung unterziehen, erfährt unerwünschte Nebenwirkungen oder einen unzureichenden positiven Effekt. Ein Teil dieser Variabilität der Arzneimittelwirkung lässt sich durch genetische Unterschiede zwischen den Patienten erklären. Die Möglichkeit, genetische Daten in der klinischen Praxis zu nutzen - ein Ansatz, der gemeinhin als "Pharmakogenomik" bezeichnet wird - könnte die Sicherheit und Wirksamkeit vieler gängiger Arzneimittel erheblich verbessern. In diesem vom FWF geförderten Projekt haben wir untersucht, wie neue Informationstechnologien genutzt werden können, um die Pharmakogenomik allen Patienten weltweit zugänglich zu machen.Um diesen vielschichtigen Problembereich zu adressieren, umfasste das Projekt ein breites Spektrum an Forschungsthemen: In dem Projekt haben wir ein System entwickelt, das formalisierte Computersprachen, sogenannte Ontologien, verwendet, um pharmakogenomisches Wissen zu repräsentieren und demonstrieren, wie dieser Ansatz genutzt werden kann, um automatisch Fehler und Widersprüche im zugrunde liegenden medizinischen Wissen zu finden und neue Schlussfolgerungen zu ziehen. Wir analysierten große Datensätze (z.B. 1,5 Millionen anonyme Patienten aus Österreich und 73 Millionen anonyme Patienten aus den USA) und fanden heraus, dass ein großer Teil der Patienten - insbesondere ältere Patienten - von Pharmakogenomik-Tests und computergestützter Entscheidungsunterstützung profitieren könnte. Wir haben auch dokumentiert, dass viele aktuelle pharmakogenomische Tests und Nomenklatursysteme in manchen Fällen nicht ausreichen könnten, um die genetische Vielfalt der Patientenpopulationen zu erfassen.Um die Versprechungen der Pharmakogenomik in der täglichen medizinischen Praxis zu verwirklichen, haben wir das Medication Safety Code (MSC) System entwickelt und getestet, welches medizinische Daten und klinische Entscheidungshilfen über mobile Systeme verfügbar macht. Patienten können eine speziell entwickelte MSC-Karte erhalten, die persönliche genetische Daten als Quick-Response-Code (QR-Code) enthält. Diese QR-Codes können gescannt werden, um eine personalisierte Entscheidungsunterstützung in einer Vielzahl von Gesundheitseinrichtungen zu erhalten. Anwenderevaluierungen des MSC-Systems brachten positive Ergebnisse.Die Arbeit in diesem Projekt wird durch ein von der Europäischen Union finanziertes Folgeforschungsprojekt weiter in die Praxis umgesetzt, in dem einige der entwickelten Methoden im Rahmen einer multinationalen klinischen Studie in der Praxis untersucht werden.
Research Output
- 364 Zitationen
- 27 Publikationen
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2013
Titel Making data on essential pharmacogenes available for every patient everywhere: the Medicine Safety Code initiative. DOI 10.2217/pgs.13.121 Typ Journal Article Autor Freimuth Rr Journal Pharmacogenomics Seiten 1529-31 -
2016
Titel Incidence of Exposure of Patients in the United States to Multiple Drugs for Which Pharmacogenomic Guidelines Are Available DOI 10.1371/journal.pone.0164972 Typ Journal Article Autor Samwald M Journal PLOS ONE Link Publikation -
2016
Titel How Many Patients Could Benefit From Pre-emptive Pharmacogenomic Testing and Decision Support? A Retrospective Study Based on Nationwide Austrian Claims Data. Typ Journal Article Autor Kuch W Journal Studies in health technology and informatics Seiten 253-8 -
2015
Titel Analyzing the potential for incorrect haplotype calls with different pharmacogenomic assays in different populations: a simulation based on 1000 Genomes data DOI 10.2217/pgs.15.108 Typ Journal Article Autor Samwald M Journal Pharmacogenomics Seiten 1713-1721 Link Publikation -
2015
Titel Toward a complete dataset of drug–drug interaction information from publicly available sources DOI 10.1016/j.jbi.2015.04.006 Typ Journal Article Autor Ayvaz S Journal Journal of Biomedical Informatics Seiten 206-217 Link Publikation -
2015
Titel Examining perceptions of the usefulness and usability of a mobile-based system for pharmacogenomics clinical decision support: a mixed methods study DOI 10.7287/peerj.preprints.1530 Typ Preprint Autor Blagec K Link Publikation -
2015
Titel Examining perceptions of the usefulness and usability of a mobile-based system for pharmacogenomics clinical decision support: a mixed methods study DOI 10.7287/peerj.preprints.1530v1 Typ Preprint Autor Blagec K Link Publikation -
2015
Titel A tool for rapid aggregation of eQTLs in human cells. Typ Journal Article Autor Hofer S Journal Abstracts of the European Human Genetics Conference 2015 (ESHG 2015), 6-9 June 2015, Glasgow -
2015
Titel Utilizing the Wikidata System to Improve the Quality of Medical Content in Wikipedia in Diverse Languages: A Pilot Study DOI 10.2196/jmir.4163 Typ Journal Article Autor Pfundner A Journal Journal of Medical Internet Research Link Publikation -
2017
Titel Sharing Clinical Pharmacogenomic Test Results via Mobile Devices. Typ Conference Proceeding Abstract Autor Freimuth Rr Et Al Konferenz Proceedings of AMIA 2017 Joint Summits on Translational Medicine 2017, 27-30 March 2017, San Francisco, American Medical Informatics Association, Bethesda -
2017
Titel The Importance of Gene-Drug-Drug-Interactions in Pharmacogenomics Decision Support: An Analysis Based on Austrian Claims Data DOI 10.3233/978-1-61499-759-7-121 Typ Book Chapter Autor Blagec Kathrin Verlag IOS Press -
2017
Titel The Importance of Gene-Drug-Drug-Interactions in Pharmacogenomics Decision Support: An Analysis Based on Austrian Claims Data. Typ Journal Article Autor Blagec K Journal Studies in health technology and informatics Seiten 121-127 -
2016
Titel Examining perceptions of the usefulness and usability of a mobile-based system for pharmacogenomics clinical decision support: a mixed methods study DOI 10.7717/peerj.1671 Typ Journal Article Autor Blagec K Journal PeerJ Link Publikation -
2014
Titel Towards a global IT system for personalized medicine: the Medicine Safety Code initiative. Typ Journal Article Autor Minarro-Giménez Ja Journal Studies in health technology and informatics Seiten 261-5 -
2014
Titel Towards a Global IT System for Personalized Medicine: the Medicine Safety Code Initiative DOI 10.3233/978-1-61499-397-1-25 Typ Book Chapter Autor Samwald Matthias Verlag IOS Press -
2014
Titel An Open-Source, Mobile-Friendly Search Engine for Public Medical Knowledge DOI 10.3233/978-1-61499-432-9-358 Typ Book Chapter Autor Samwald Matthias Verlag IOS Press -
2014
Titel Drug-drug interaction data source survey and linking. Typ Journal Article Autor Ayvaz S Journal AMIA Joint Summits on Translational Science proceedings. AMIA Joint Summits on Translational Science Seiten 16 -
2014
Titel An update on Genomic CDS, a complex ontology for pharmacogenomics and clinical decision Support. Typ Journal Article Autor Minarro-Giménez Ja Journal Bail S., Glimm B., Jiménez-Ruiz E., Matentzoglu N., Parsia B., Steigmiller A. (Eds.) Informal Proceedings of the 3rd International Workshop on OWL Reasoner Evaluation (ORE 2014), 13 July 2014, Vienna -
2014
Titel An Ontology-Based, Mobile-Optimized System for Pharmacogenomic Decision Support at the Point-of-Care DOI 10.1371/journal.pone.0093769 Typ Journal Article Autor Miñarro-Giménez J Journal PLoS ONE Link Publikation -
2016
Titel How Many Patients Could Benefit From Pre-emptive Pharmacogenomic Testing and Decision Support? A Retrospective Study Based on Nationwide Austrian Claims Data DOI 10.3233/978-1-61499-645-3-253 Typ Book Chapter Autor Kuch Wolfgang Verlag IOS Press -
2015
Titel Analysing the potential for incorrect haplotype calls with different pharmacogenomic assays in different populations: a simulation based on 1000 Genomes data. Typ Conference Proceeding Abstract Autor Hofer S Konferenz Poster Abstracts of the ESPT (European Society of Pharmacogenomics and Personalised Therapy) 2015 Third Conference on Integration of Pharmacogenomics in Clinical Decision Support, 7-9 October 2015, Budapest, Drug Metabolism and Personalized Therapy -
2015
Titel Pharmacogenomic knowledge representation, reasoning and genome-based clinical decision support based on OWL 2 DL ontologies DOI 10.1186/s12911-015-0130-1 Typ Journal Article Autor Samwald M Journal BMC Medical Informatics and Decision Making Seiten 12 Link Publikation -
2013
Titel Genomic CDS: an example of a complex ontology for pharmacogenetics and clinical decision Support. Typ Journal Article Autor Samwald M Journal Bail S., Glimm B., Gonçalves R., Jiménez-Ruiz E., Kazakov Y., Matentzoglu N., Parsia B. (Eds.) Proceedings of the 2nd OWL Reasoner Evaluation Workshop (ORE 2013), 22 July 2013, Ulm -
2013
Titel An RDF/OWL knowledge base for query answering and decision support in clinical pharmacogenetics. Typ Journal Article Autor Freimuth R Journal Studies in health technology and informatics Seiten 539-42 -
2013
Titel An RDF/OWL Knowledge Base for Query Answering and Decision Support in Clinical Pharmacogenetics DOI 10.3233/978-1-61499-289-9-539 Typ Book Chapter Autor Samwald Matthias Verlag IOS Press Link Publikation -
2013
Titel Utilization and Perceived Problems of Online Medical Resources and Search Tools Among Different Groups of European Physicians DOI 10.2196/jmir.2436 Typ Journal Article Autor Kritz M Journal Journal of Medical Internet Research Link Publikation -
2014
Titel An open-source, mobile-friendly search engine for public medical knowledge. Typ Journal Article Autor Hanbury A Journal Studies in health technology and informatics Seiten 358-62