Italienische Zeichnungen der ehemaligen Salzburger Malerakademie
The Italian Drawings of the Former "Salzburger Malerakademie"
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (100%)
Keywords
-
Academy Of Arts In Salzburg,
Collection Of Drawings,
Use And Function Of Drawings,
Italian Drawings,
Academic Education Of Artists,
Hieronymus von Colloredo
Das Projekt bearbeitet ca. 800 italienische Handzeichnungen aus der Zeit vom Anfang des 17. bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts, die Bestandteil der Sondersammlungen der Universitätsbibliothek Salzburg sind. Obwohl die Blätter meist von hoher Qualität sind, und obwohl sie schon in den 1930er Jahren von dem damaligen Bibliotheksleiter Ernst v. Frisch erstverzeichnet wurden, fanden sie bisher wenig Beachtung. Der zu untersuchende Bestand bildet einen geschlossenen Block, denn sämtliche Zeichnungen, die Gegenstand des Projekts sind, waren in Folianten mit der Aufschrift "Malerakademie" gebunden. Kunstakademien besaßen immer eigene Graphiksammlungen, lernte man doch vor allem durch Nachahmung. Die Salzburger Malerakademie wurde 1784 durch Erzbischof Hieronymus v. Colloredo (1732-1812) gegründet, und offenbar kaufte er die Sammlung in größeren Konvoluten (oder ließ sie ankaufen); die Folianten trugen auch sein Wappen-Supralibros. Es gilt also auch, die genaue Provenienz der Zeichnungen zu erforschen. Der Institutsgründer Colloredo galt bislang als kunstfeindlich, doch muss dieses Urteil vor dem Hintergrund der Akademiegründung revidiert werden. So soll auch erforscht werden, in welcher Weise die Zeichnungssammlung Colloredos Einstellung zu Kunstfragen widerspiegelt. Deshalb muss der Bestand auch auf Zuschreibungen und ikonographische Motive hin neu untersucht werden. Die Zeichnungen sind teilweise digitalisiert und auf der Internetseite der UB Salzburg einsehbar. Die dortigen Informationen basieren größtenteils noch auf Frisch und entsprechen nach fast 80 Jahren nicht mehr dem heutigen Forschungsstand. (http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/handzeichnungen.htm). Die Malerakademie-Bände wurden erst um 1930 durch Frisch im Zuge von Restaurierungsarbeiten aufgelöst. Das Projekt wird darum auch versuchen, die Bände zu rekonstruieren, und es wird auch die spezifische Bedeutung der Zeichnungen im Salzburger Akademiebetrieb untersuchen. Ein weiteres Ziel ist, bestimmte funktionsgebundene Merkmale von Zeichnungen sowie den Wandel der Funktionen am Beispiel der Salzburger Sammlung zu benennen. Der fragliche Bestand soll also über seinen nachweisbaren Kontext und die Funktionsfrage erschlossen werden. Die Ergebnisse sollen online (Aktualisierung der bestehenden Datenbank), in Aufsätzen sowie als Buch publiziert werden. Das beantragte Projekt führt die Bearbeitung des Graphikbestandes der UB Salzburg weiter, die vor allem die frühen Zeichnungen behandelt, darunter Veronese, Palma il Giovane, J. Bassano-Nachfolger (2010-12; Leitung: R. Prochno und A. Gottdang, wiss. Bearbeiter: U. Sölter). Es mündet in eine Buchpublikation und eine Ausstellung der Residenzgalerie Salzburg (November 2012).
- Universität Salzburg - 100%
- Dagmar Korbacher, Staatliche Museen zu Berlin Pr. K. Kupferstich kabinett - Deutschland
- Christiane Lukatis, Städtisches Museum Kassel - Deutschland
- Susanne Müller-Bechtel, Technische Universität Dresden - Deutschland