Albert von Sachsen, Sophismata. Kritische Edition
Albert of Saxony, Sophismata. Critical Edition
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (10%); Philosophie, Ethik, Religion (90%)
Keywords
-
Albert of Saxony (d. 1390),
Sophismata (Paris,
1350ies),
Critical Edition,
Late Medieval Philosophy,
Source in Latin
Albert von Sachsen lebte von um 1320 bis 1390 und war ein berühmter Philosoph der Universitäten Paris (1351- 1362) und Wien (1363/64-1366), bevor er Bischof seiner Heimatdiözese Halberstadt wurde (1366-1390). Seine philosophischen und wissenschaftlichen Werke waren weitverbreitet und einflussreich bis in die Frühe Neuzeit, wie ihre Überlieferung in etwa 300 Handschriften und etwa 50 Frühdrucken zeigt. Die meisten der wichtigeren von diesen Schriften sind jetzt in modernen Editionen zugänglich, aber einige sind noch immer nicht ediert. Das dringendste Desiderat in dieser Hinsicht ist gewiss Alberts Sammlung von gut 250 Sophismen mit dem schlichten Titel Sophismata. Das Werk wurde in Paris in den 1350er Jahren verfasst und ist in über 20 Handschriften erhalten sowie in vier Inkunabeln und einem Frühdruck. Alberts Sophismata gliedern sich in vier Teile: Der erste Teil behandelt Probleme hinsichtlich affirmativer logischer Konstanten (Syncategoremata), der zweite behandelt Probleme hinsichtlich Negationen, der dritte behandelt Probleme hinsichtlich der grammatischen Tempora und der das Verb bestimmenden Modalitäten, der vierte behandelt Probleme hinsichtlich der den ganzen Satz bestimmenden Modalitäten. Der bei weitem umfangreichste Teil ist der zweite mit etwa 145 Sophismen, der bei weitem kürzeste Teil ist der letzte mit nur sieben Sophismen. Dieses Projekt hat eine kritische Edition als verlässliche Grundlage für die weitere Forschung zum Ziel und wird die folgenden Stufen umfassen: Sammlung von Reproduktionen der 21 bekannten vollständigen und umfangreicheren unvollständigen Handschriften. Auswahl von (voraussichtlich etwa fünf) Handschriften gemäß den üblichen Kriterien (Vollständigkeit, physische Qualität, textliche Qualität). Transkription einer (auf der ersten Stufe zu bestimmenden) Grundhandschrift und Kollation derselben mit den anderen ausgewählten Handschriften. Dieser Vorgang wird eine Fülle von Textvarianten ergeben, die in einem kritischen Apparat zu dokumentieren sein werden. Eine Einleitung zur Edition wird die nötigen Informationen zum Autor, seinem Werk und dessen Überlieferung bieten und die hauptsächlichen theoretischen und doktrinalen Inhalte des Werks erläutern.
Ziel des Projekts war es, eine kritische Ausgabe der Sophismata Alberts von Sachsen vorzulegen. Diesen lateinischen, scholastischen Logik-Traktat verfasste Albert um 1360 in Paris. Der Autor präsentiert und löst darin eine Vielzahl von logischen und semantischen Problemen, die von bestimmten Teilen von Aussagesätzen herrühren, wie etwa von dem Wort alle in Alle Apostel sind zwölf, oder von dem Wort nicht in Du bist nicht in der Lage, wahr zu verneinen, dass du nicht ein Esel bist. Der Traktat war berühmt genug, um in fünf Ausgaben am Ende des 15. und am Anfang des 16. Jahrhunderts gedruckt zu werden. Diese Editionen weisen jedoch einen sehr schlechten Text auf voller Fehler und redaktioneller Eingriffe. Daher wird die Geschichte der spätmittelalterlichen Logik, und insbesondere die des Genres Sophismata, durch die kritische Edition der Sophismata Alberti ein wenig Klarheit hinzugewinnen. Diese Arbeit ist nun für die Teile I, III und IV des Traktats geleistet. Aufgrund unerwarteter Schwierigkeiten blieb Teil II vorerst unfertig; er wird in einem Folgeprojekt 2016 ediert, und damit die ganze Edition abgeschlossen werden.Soweit bekannt, existieren 28 Abschriften des Werks, inklusive etlicher, bisweilen sehr kleiner Fragmente. Die Handschriften und frühen Drucke wurden in verschiedene Traditionsstränge oder Familien gruppiert und nach der Textqualität beurteilt. Eine Handschrift wurde in Hinsicht auf die Zahl und die Schwere der Fehler als die beste ausgewählt. Doch musste auch dieser Text vielfach korrigiert werden, und es bestehen Zweifel, ob er im Stil dem originalen Werk Alberts am nächsten kommt. Oft wurde eine anscheinend korrekte Variante nur in einer oder in einigen wenigen Handschriften gefunden, die ansonsten als schlechte Abschriften klassifiziert worden waren als nicht wert, durchgehend mit den anderen verglichen zu werden. Um von diesen verstreuten Schätzen profitieren zu können, entschied sich der Herausgeber, im kritischen Apparat von Anfang bis Ende des Textes nur die Varianten von vier Handschriften aufzuführen, so dass Platz genug blieb, gelegentlich, je nach Bedarf, Lesarten aus wechselnden anderen Textzeugen anzuführen. Zusätzlich zur Textherstellung wurden verschiedene Kommentare, die sich im Lauf von etwa 150 Jahren nach Abfassung des Werks mit Alberts Sophismata beschäftigten sie entstanden vor allem an den Universitäten von Prag und Erfurt , beschrieben und klassifiziert.
- Universität Graz - 100%
Research Output
- 6 Publikationen
-
2016
Titel Neues Licht auf die Wiener Zeit Alberts von Sachsen (1363/64-1366). Typ Journal Article Autor Berger H Journal Codices Manuscripti & Impressi -
2015
Titel Bibliotheca Amploniana Erfordensis. Zu einigen Verfassern, Schriften, Schreibern und Vorbesitzern von und in amplonianischen Handschriften. Typ Journal Article Autor Berger H Journal Jahrbuch für mitteldeutsche Kirchen- und Ordensgeschichte -
2015
Titel Gottfried Cayphe von Preußen. Typ Book Chapter Autor Altpreußische Biographie -
2013
Titel Erträge einer Bibliotheksreise nach Prag. Typ Journal Article Autor Berger H Journal Codices Manuscripti & Impressi -
2015
Titel Zur Pariser Philosophie des Spätmittelalters und ihrer zeitgenössischen Rezeption DOI 10.1484/j.bpm.5.110809 Typ Journal Article Autor Berger H Journal Bulletin de Philosophie Médiévale Seiten 265-325 -
0
Titel Heinrich Totting von Oyta, Schriften zur Ars vetus. (= Veröffentlichungen der Kommission für die Herausgabe ungedruckter Texte aus der mittelalterlichen Geisteswelt 27). Typ Other Autor Berger H