Nautilus - Der Prozess der Prozessmodellierung
Nautilus - The Process of Process Modeling
Wissenschaftsdisziplinen
Informatik (100%)
Keywords
-
Process of Process Modeling,
Process Modeling Expertise,
Process Model Quality,
Tool Impact
Obwohl die Modellierung von Geschäftsprozessen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, etwa im Zusammenhang mit der Dokumentation organisatorischer Abläufe und deren (Teil-)Automatisierung, weisen Geschäftsprozessmodelle heutzutage eine Reihe von Qualitätsmängeln auf, die ihre Verständlichkeit und folglich auch Wartbarkeit stark beeinträchtigen. Diesbezüglich durchgeführte Untersuchungen von industriellen Prozessmodellen berichten von Fehlerraten zwischen 10 % und 20%. Darüber hinaus stellen unklare bzw. inkonsistente Namensgebungen, redundante Prozessfragmente sowie zu große und unnötig komplexe Prozessmodelle typische Qualitätsprobleme dar, welche in existierenden Prozessmodellen beobachtet werden können. Diese Probleme haben zu umfangreichen Forschungsaktivitäten im Bereich "Prozessmodellqualität" geführt, mit dem Ziel, ein besseres Verständnis darüber zu erlangen, welche Faktoren die Qualität eines Prozessmodells beeinflussen. Während existierende Forschungsarbeiten primär auf das Produkt der Prozessmodellierung fokussieren, verfolgt das Nautilus Projekt das Ziel, den Entstehungsprozess von Prozessmodellen - im Folgenden als Prozess der Prozessmodellierung bezeichnet - genauer unter die Lupe zu nehmen. Faktoren, welche diesen Entstehungsprozess beeinflussen, haben klarerweise auch Einfluss auf die Qualität des Modellierungsergebnisses (d.h. das Produkt der Prozessmodellierung) und die damit verbundenen Erstellungskosten. Hauptziel des Nautilus Projektes ist es, den Prozess der Prozessmodellierung systematisch und eingehend zu untersuchen, mit dem Ziel, das Produkt der Prozessmodellierung nachhaltig zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, macht sich das Nautilus Projekt neuartiger Methoden zur Beobachtung und Analyse des Prozesses der Prozessmodellierung zunutze. Insbesondere untersucht das Nautilus Projekt auf systematische Art und Weise, welche Modellierungsstrategien unerfahrene Prozessmodellierer und welche Modellierungsexperten anwenden, wie sich diese Modellierungsstrategien auf die Modellqualität auswirken und inwieweit sich die Modellierungserfahrung bei der Wahl unterschiedlicher Strategien niederschlägt. Außerdem untersucht das Nautilus Projekt den Einfluss verschiedener Funktionen eines Modellierungswerkzeugs (z.B. automatisches Formatieren des Modells, Verfügbarkeit von Änderungsmustern und Refactoring-Unterstützung) auf den Prozess der Prozessmodellierung. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden anschließend verwendet, um neuartige Methoden und Werkzeuge zu entwickeln, welche den Prozessmodellierer bei der Modellerstellung mittels Empfehlungen unterstützen sollen und folglich die Modellierungsergebnisse verbessern. Die im Rahmen des Nautilus Projektes gewonnenen Erkenntnisse bergen großes Potential für die Ausbildung von zukünftigen Prozessmodellierern.
Obwohl die Modellierung von Geschäftsprozessen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, etwa im Zusammenhang mit der Dokumentation organisatorischer Abläufe und deren (Teil-)Automatisierung, weisen Geschäftsprozessmodelle heutzutage eine Reihe von Qualitätsmängeln auf, die ihre Verständlichkeit und folglich auch Wartbarkeit stark beeinträchtigen - Untersuchungen von industriellen Prozessmodellen berichten von Fehlerraten zwischen 10 % und 20%. Darüber hinaus stellen unklare bzw. inkonsistente Namensgebungen, redundante Prozessfragmente sowie zu große und unnötig komplexe Prozessmodelle typische Qualitätsprobleme dar, welche in existierenden Prozessmodellen beobachtet werden können.Diese Probleme haben zu umfangreichen Forschungsaktivitäten im Bereich Prozessmodell-qualität geführt, mit dem Ziel, ein besseres Verständnis darüber zu erlangen, welche Faktoren die Qualität eines Prozessmodells beeinflussen. Während existierende Forschungsarbeiten primär auf das Produkt der Prozessmodellierung fokussieren, verfolgt das Nautilus Projekt das Ziel, den Entstehungsprozess von Prozessmodellen - im Folgenden als Prozess der Prozessmodellierung bezeichnet - genauer unter die Lupe zu nehmen. Die zentrale These des Nautilus Projekts kann insofern wie folgt formuliert werden: Faktoren, welche diesen Entstehungsprozess beeinflussen, haben auch Einfluss auf die Qualität des Modellierungsergebnisses (d.h. das Produkt der Prozessmodellierung) und die damit verbundenen Erstellungskosten.Hauptziel des Nautilus Projektes war es insofern, den Prozess der Prozessmodellierung systematisch und eingehend zu untersuchen, mit dem Ziel, das Produkt der Prozessmodellierung nachhaltig zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden im Nautilus Projekt neuartige Methoden zur Beobachtung und Analyse des Prozesses der Prozessmodellierung entwickelt und angewendet. Mit Hilfe dieser neuartigen Methoden konnten im Nautilus Projekt wiederkehrende Verhaltensmuster beim Prozessmodellieren - sogenannte Pattern identifiziert werden. Diese Muster stehen, wie im Nautilus Projekt empirisch nachgewiesen, wiederum in Beziehung zu der Qualität der entstehenden Prozessmodelle: verfolgt ein Prozessmodellierer eine bestimmte Modellierungsstrategie, kann man davon ausgehen, dass die resultierenden Prozessmodelle von höherer Qualität sind. In diesem Sinne konnte eine zentrale These des Nautilus Projekts der Zusammenhang zwischen dem Prozess der Prozessmodellierung und der Qualität des resultierenden Prozessmodells empirisch belegt werden. Neben diesem wissenschaftlichen Beitrag sind diese Ergebnisse auch von zentralem Interesse für die Ausbildung von zukünftigen Prozessmodellierern: anstatt nur die Bedeutung und Verwendung von Modellierungskonstrukten beizubringen, ist es in Zukunft auch möglich, angehenden Modellierern eine empirisch validierte Vorgehensweise beim Prozessmodellieren beizubringen.Des Weiteren wurde im Nautilus Projekt die Rolle von Software zur Unterstützung von Prozessmodellierung - auch bezeichnet als Modellierungswerkzeuge - detailliert untersucht. Im Rahmen dieser Untersuchungen konnte belegt werden, dass es keinen Königsweg zur Prozessmodellierung gibt, sondern dass der Einsatz von Modellierungswerkzeugen sehr stark vom jeweiligen Anwendungszweck abhängt. Neben der wissenschaftlichen Relevanz dieses Beitrags haben diese Ergebnisse auch Auswirkung auf die Praxis: Hersteller von Modellierungswerkzeugen können ihre Entwicklungen auch auf wissenschaftlichen Ergebnissen basieren.
- Universität Innsbruck - 100%
Research Output
- 486 Zitationen
- 23 Publikationen
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2012
Titel Modeling Styles in Business Process Modeling DOI 10.1007/978-3-642-31072-0_11 Typ Book Chapter Autor Pinggera J Verlag Springer Nature Seiten 151-166 -
2012
Titel Expressiveness and Understandability Considerations of Hierarchy in Declarative Business Process Models DOI 10.1007/978-3-642-31072-0_12 Typ Book Chapter Autor Zugal S Verlag Springer Nature Seiten 167-181 -
2011
Titel Assessing Process Models with Cognitive Psychology. Typ Conference Proceeding Abstract Autor Weber B Et Al Konferenz Proc. EMISA '11, LNI 190, GI 2011 -
2013
Titel Change Patterns in Use: A Critical Evaluation DOI 10.1007/978-3-642-38484-4_19 Typ Book Chapter Autor Weber B Verlag Springer Nature Seiten 261-276 -
2013
Titel Change Patterns for Model Creation: Investigating the Role of Nesting Depth DOI 10.1007/978-3-642-38490-5_19 Typ Book Chapter Autor Weber B Verlag Springer Nature Seiten 198-204 Link Publikation -
2013
Titel Investigating the Process of Process Modeling with Eye Movement Analysis DOI 10.1007/978-3-642-36285-9_46 Typ Book Chapter Autor Pinggera J Verlag Springer Nature Seiten 438-450 -
2013
Titel Styles in business process modeling: an exploration and a model DOI 10.1007/s10270-013-0349-1 Typ Journal Article Autor Pinggera J Journal Software & Systems Modeling Seiten 1055-1080 Link Publikation -
2013
Titel Visualizing the Process of Process Modeling with PPMCharts DOI 10.1007/978-3-642-36285-9_75 Typ Book Chapter Autor Claes J Verlag Springer Nature Seiten 744-755 -
2013
Titel Making Sense of Declarative Process Models: Common Strategies and Typical Pitfalls DOI 10.1007/978-3-642-38484-4_2 Typ Book Chapter Autor Haisjackl C Verlag Springer Nature Seiten 2-17 -
2013
Titel Investigating expressiveness and understandability of hierarchy in declarative business process models. Typ Journal Article Autor Weber B Et Al -
2015
Titel Identifying Quality Issues in BPMN Models: an Exploratory Study DOI 10.1007/978-3-319-19237-6_14 Typ Book Chapter Autor Haisjackl C Verlag Springer Nature Seiten 217-230 -
2014
Titel Investigating Differences between Graphical and Textual Declarative Process Models DOI 10.1007/978-3-319-07869-4_17 Typ Book Chapter Autor Haisjackl C Verlag Springer Nature Seiten 194-206 -
2014
Titel A linear time layout algorithm for business process models DOI 10.1016/j.jvlc.2013.11.002 Typ Journal Article Autor Gschwind T Journal Journal of Visual Languages & Computing Seiten 117-132 -
2014
Titel How Advanced Change Patterns Impact the Process of Process Modeling DOI 10.1007/978-3-662-43745-2_2 Typ Book Chapter Autor Weber B Verlag Springer Nature Seiten 17-32 -
2014
Titel A visual analysis of the process of process modeling DOI 10.1007/s10257-014-0245-4 Typ Journal Article Autor Claes J Journal Information Systems and e-Business Management Seiten 147-190 Link Publikation -
2016
Titel How do humans inspect BPMN models: an exploratory study DOI 10.1007/s10270-016-0563-8 Typ Journal Article Autor Haisjackl C Journal Software & Systems Modeling Seiten 655-673 Link Publikation -
2013
Titel Investigating expressiveness and understandability of hierarchy in declarative business process models DOI 10.1007/s10270-013-0356-2 Typ Journal Article Autor Zugal S Journal Software & Systems Modeling Seiten 1081-1103 Link Publikation -
2012
Titel Assessing the Impact of Hierarchy on Model Understandability – A Cognitive Perspective DOI 10.1007/978-3-642-29645-1_14 Typ Book Chapter Autor Zugal S Verlag Springer Nature Seiten 123-133 -
2012
Titel Making the case for measuring mental effort DOI 10.1145/2424563.2424571 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Zugal S Seiten 1-6 -
2012
Titel Tying Process Model Quality to the Modeling Process: The Impact of Structuring, Movement, and Speed DOI 10.1007/978-3-642-32885-5_3 Typ Book Chapter Autor Claes J Verlag Springer Nature Seiten 33-48 -
2014
Titel Das Arbeitsgedächtnis als "Nadelöhr" des Denkens. Typ Book Chapter Autor Psychologie Menschlichen Handelns: Wissen Und Denken - Wollen Und Tun -
2014
Titel Understanding Declare models: strategies, pitfalls, empirical results DOI 10.1007/s10270-014-0435-z Typ Journal Article Autor Haisjackl C Journal Software & Systems Modeling Seiten 325-352 Link Publikation -
2014
Titel Low–Cost Eye–Trackers: Useful for Information Systems Research? DOI 10.1007/978-3-319-07869-4_14 Typ Book Chapter Autor Zugal S Verlag Springer Nature Seiten 159-170