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Nautilus - Der Prozess der Prozessmodellierung

Nautilus - The Process of Process Modeling

Barbara Weber (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P23699
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2011
  • Projektende 30.06.2015
  • Bewilligungssumme 271.953 €

Wissenschaftsdisziplinen

Informatik (100%)

Keywords

    Process of Process Modeling, Process Modeling Expertise, Process Model Quality, Tool Impact

Abstract Endbericht

Obwohl die Modellierung von Geschäftsprozessen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, etwa im Zusammenhang mit der Dokumentation organisatorischer Abläufe und deren (Teil-)Automatisierung, weisen Geschäftsprozessmodelle heutzutage eine Reihe von Qualitätsmängeln auf, die ihre Verständlichkeit und folglich auch Wartbarkeit stark beeinträchtigen. Diesbezüglich durchgeführte Untersuchungen von industriellen Prozessmodellen berichten von Fehlerraten zwischen 10 % und 20%. Darüber hinaus stellen unklare bzw. inkonsistente Namensgebungen, redundante Prozessfragmente sowie zu große und unnötig komplexe Prozessmodelle typische Qualitätsprobleme dar, welche in existierenden Prozessmodellen beobachtet werden können. Diese Probleme haben zu umfangreichen Forschungsaktivitäten im Bereich "Prozessmodellqualität" geführt, mit dem Ziel, ein besseres Verständnis darüber zu erlangen, welche Faktoren die Qualität eines Prozessmodells beeinflussen. Während existierende Forschungsarbeiten primär auf das Produkt der Prozessmodellierung fokussieren, verfolgt das Nautilus Projekt das Ziel, den Entstehungsprozess von Prozessmodellen - im Folgenden als Prozess der Prozessmodellierung bezeichnet - genauer unter die Lupe zu nehmen. Faktoren, welche diesen Entstehungsprozess beeinflussen, haben klarerweise auch Einfluss auf die Qualität des Modellierungsergebnisses (d.h. das Produkt der Prozessmodellierung) und die damit verbundenen Erstellungskosten. Hauptziel des Nautilus Projektes ist es, den Prozess der Prozessmodellierung systematisch und eingehend zu untersuchen, mit dem Ziel, das Produkt der Prozessmodellierung nachhaltig zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, macht sich das Nautilus Projekt neuartiger Methoden zur Beobachtung und Analyse des Prozesses der Prozessmodellierung zunutze. Insbesondere untersucht das Nautilus Projekt auf systematische Art und Weise, welche Modellierungsstrategien unerfahrene Prozessmodellierer und welche Modellierungsexperten anwenden, wie sich diese Modellierungsstrategien auf die Modellqualität auswirken und inwieweit sich die Modellierungserfahrung bei der Wahl unterschiedlicher Strategien niederschlägt. Außerdem untersucht das Nautilus Projekt den Einfluss verschiedener Funktionen eines Modellierungswerkzeugs (z.B. automatisches Formatieren des Modells, Verfügbarkeit von Änderungsmustern und Refactoring-Unterstützung) auf den Prozess der Prozessmodellierung. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden anschließend verwendet, um neuartige Methoden und Werkzeuge zu entwickeln, welche den Prozessmodellierer bei der Modellerstellung mittels Empfehlungen unterstützen sollen und folglich die Modellierungsergebnisse verbessern. Die im Rahmen des Nautilus Projektes gewonnenen Erkenntnisse bergen großes Potential für die Ausbildung von zukünftigen Prozessmodellierern.

Obwohl die Modellierung von Geschäftsprozessen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, etwa im Zusammenhang mit der Dokumentation organisatorischer Abläufe und deren (Teil-)Automatisierung, weisen Geschäftsprozessmodelle heutzutage eine Reihe von Qualitätsmängeln auf, die ihre Verständlichkeit und folglich auch Wartbarkeit stark beeinträchtigen - Untersuchungen von industriellen Prozessmodellen berichten von Fehlerraten zwischen 10 % und 20%. Darüber hinaus stellen unklare bzw. inkonsistente Namensgebungen, redundante Prozessfragmente sowie zu große und unnötig komplexe Prozessmodelle typische Qualitätsprobleme dar, welche in existierenden Prozessmodellen beobachtet werden können.Diese Probleme haben zu umfangreichen Forschungsaktivitäten im Bereich Prozessmodell-qualität geführt, mit dem Ziel, ein besseres Verständnis darüber zu erlangen, welche Faktoren die Qualität eines Prozessmodells beeinflussen. Während existierende Forschungsarbeiten primär auf das Produkt der Prozessmodellierung fokussieren, verfolgt das Nautilus Projekt das Ziel, den Entstehungsprozess von Prozessmodellen - im Folgenden als Prozess der Prozessmodellierung bezeichnet - genauer unter die Lupe zu nehmen. Die zentrale These des Nautilus Projekts kann insofern wie folgt formuliert werden: Faktoren, welche diesen Entstehungsprozess beeinflussen, haben auch Einfluss auf die Qualität des Modellierungsergebnisses (d.h. das Produkt der Prozessmodellierung) und die damit verbundenen Erstellungskosten.Hauptziel des Nautilus Projektes war es insofern, den Prozess der Prozessmodellierung systematisch und eingehend zu untersuchen, mit dem Ziel, das Produkt der Prozessmodellierung nachhaltig zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden im Nautilus Projekt neuartige Methoden zur Beobachtung und Analyse des Prozesses der Prozessmodellierung entwickelt und angewendet. Mit Hilfe dieser neuartigen Methoden konnten im Nautilus Projekt wiederkehrende Verhaltensmuster beim Prozessmodellieren - sogenannte Pattern identifiziert werden. Diese Muster stehen, wie im Nautilus Projekt empirisch nachgewiesen, wiederum in Beziehung zu der Qualität der entstehenden Prozessmodelle: verfolgt ein Prozessmodellierer eine bestimmte Modellierungsstrategie, kann man davon ausgehen, dass die resultierenden Prozessmodelle von höherer Qualität sind. In diesem Sinne konnte eine zentrale These des Nautilus Projekts der Zusammenhang zwischen dem Prozess der Prozessmodellierung und der Qualität des resultierenden Prozessmodells empirisch belegt werden. Neben diesem wissenschaftlichen Beitrag sind diese Ergebnisse auch von zentralem Interesse für die Ausbildung von zukünftigen Prozessmodellierern: anstatt nur die Bedeutung und Verwendung von Modellierungskonstrukten beizubringen, ist es in Zukunft auch möglich, angehenden Modellierern eine empirisch validierte Vorgehensweise beim Prozessmodellieren beizubringen.Des Weiteren wurde im Nautilus Projekt die Rolle von Software zur Unterstützung von Prozessmodellierung - auch bezeichnet als Modellierungswerkzeuge - detailliert untersucht. Im Rahmen dieser Untersuchungen konnte belegt werden, dass es keinen Königsweg zur Prozessmodellierung gibt, sondern dass der Einsatz von Modellierungswerkzeugen sehr stark vom jeweiligen Anwendungszweck abhängt. Neben der wissenschaftlichen Relevanz dieses Beitrags haben diese Ergebnisse auch Auswirkung auf die Praxis: Hersteller von Modellierungswerkzeugen können ihre Entwicklungen auch auf wissenschaftlichen Ergebnissen basieren.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%

Research Output

  • 486 Zitationen
  • 23 Publikationen
Publikationen
  • 2012
    Titel Modeling Styles in Business Process Modeling
    DOI 10.1007/978-3-642-31072-0_11
    Typ Book Chapter
    Autor Pinggera J
    Verlag Springer Nature
    Seiten 151-166
  • 2012
    Titel Expressiveness and Understandability Considerations of Hierarchy in Declarative Business Process Models
    DOI 10.1007/978-3-642-31072-0_12
    Typ Book Chapter
    Autor Zugal S
    Verlag Springer Nature
    Seiten 167-181
  • 2011
    Titel Assessing Process Models with Cognitive Psychology.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Weber B Et Al
    Konferenz Proc. EMISA '11, LNI 190, GI 2011
  • 2013
    Titel Change Patterns in Use: A Critical Evaluation
    DOI 10.1007/978-3-642-38484-4_19
    Typ Book Chapter
    Autor Weber B
    Verlag Springer Nature
    Seiten 261-276
  • 2013
    Titel Change Patterns for Model Creation: Investigating the Role of Nesting Depth
    DOI 10.1007/978-3-642-38490-5_19
    Typ Book Chapter
    Autor Weber B
    Verlag Springer Nature
    Seiten 198-204
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Investigating the Process of Process Modeling with Eye Movement Analysis
    DOI 10.1007/978-3-642-36285-9_46
    Typ Book Chapter
    Autor Pinggera J
    Verlag Springer Nature
    Seiten 438-450
  • 2013
    Titel Styles in business process modeling: an exploration and a model
    DOI 10.1007/s10270-013-0349-1
    Typ Journal Article
    Autor Pinggera J
    Journal Software & Systems Modeling
    Seiten 1055-1080
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Visualizing the Process of Process Modeling with PPMCharts
    DOI 10.1007/978-3-642-36285-9_75
    Typ Book Chapter
    Autor Claes J
    Verlag Springer Nature
    Seiten 744-755
  • 2013
    Titel Making Sense of Declarative Process Models: Common Strategies and Typical Pitfalls
    DOI 10.1007/978-3-642-38484-4_2
    Typ Book Chapter
    Autor Haisjackl C
    Verlag Springer Nature
    Seiten 2-17
  • 2013
    Titel Investigating expressiveness and understandability of hierarchy in declarative business process models.
    Typ Journal Article
    Autor Weber B Et Al
  • 2015
    Titel Identifying Quality Issues in BPMN Models: an Exploratory Study
    DOI 10.1007/978-3-319-19237-6_14
    Typ Book Chapter
    Autor Haisjackl C
    Verlag Springer Nature
    Seiten 217-230
  • 2014
    Titel Investigating Differences between Graphical and Textual Declarative Process Models
    DOI 10.1007/978-3-319-07869-4_17
    Typ Book Chapter
    Autor Haisjackl C
    Verlag Springer Nature
    Seiten 194-206
  • 2014
    Titel A linear time layout algorithm for business process models
    DOI 10.1016/j.jvlc.2013.11.002
    Typ Journal Article
    Autor Gschwind T
    Journal Journal of Visual Languages & Computing
    Seiten 117-132
  • 2014
    Titel How Advanced Change Patterns Impact the Process of Process Modeling
    DOI 10.1007/978-3-662-43745-2_2
    Typ Book Chapter
    Autor Weber B
    Verlag Springer Nature
    Seiten 17-32
  • 2014
    Titel A visual analysis of the process of process modeling
    DOI 10.1007/s10257-014-0245-4
    Typ Journal Article
    Autor Claes J
    Journal Information Systems and e-Business Management
    Seiten 147-190
    Link Publikation
  • 2016
    Titel How do humans inspect BPMN models: an exploratory study
    DOI 10.1007/s10270-016-0563-8
    Typ Journal Article
    Autor Haisjackl C
    Journal Software & Systems Modeling
    Seiten 655-673
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Investigating expressiveness and understandability of hierarchy in declarative business process models
    DOI 10.1007/s10270-013-0356-2
    Typ Journal Article
    Autor Zugal S
    Journal Software & Systems Modeling
    Seiten 1081-1103
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Assessing the Impact of Hierarchy on Model Understandability – A Cognitive Perspective
    DOI 10.1007/978-3-642-29645-1_14
    Typ Book Chapter
    Autor Zugal S
    Verlag Springer Nature
    Seiten 123-133
  • 2012
    Titel Making the case for measuring mental effort
    DOI 10.1145/2424563.2424571
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Zugal S
    Seiten 1-6
  • 2012
    Titel Tying Process Model Quality to the Modeling Process: The Impact of Structuring, Movement, and Speed
    DOI 10.1007/978-3-642-32885-5_3
    Typ Book Chapter
    Autor Claes J
    Verlag Springer Nature
    Seiten 33-48
  • 2014
    Titel Das Arbeitsgedächtnis als "Nadelöhr" des Denkens.
    Typ Book Chapter
    Autor Psychologie Menschlichen Handelns: Wissen Und Denken - Wollen Und Tun
  • 2014
    Titel Understanding Declare models: strategies, pitfalls, empirical results
    DOI 10.1007/s10270-014-0435-z
    Typ Journal Article
    Autor Haisjackl C
    Journal Software & Systems Modeling
    Seiten 325-352
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Low–Cost Eye–Trackers: Useful for Information Systems Research?
    DOI 10.1007/978-3-319-07869-4_14
    Typ Book Chapter
    Autor Zugal S
    Verlag Springer Nature
    Seiten 159-170

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