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Phosphoinositid-Effekte auf Neurotransmittertransporter

Effect of phosphoinositides on neurotransmitter transporters

Harald H. Sitte (ORCID: 0000-0002-1339-7444)
  • Grant-DOI 10.55776/P23658
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 15.06.2011
  • Projektende 14.12.2015
  • Bewilligungssumme 401.310 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (80%)

Keywords

    Phosphatidylinositol 4,5-bisphosphate, Transporter-mediated substrate flux, Transporter-mediated current, Pharmacoinformatics/docking, Molecular dynamics simulations, Conformational equilibrium

Abstract Endbericht

Neurotransmittertransporter in der Plasmamembran werden engmaschig durch intrazelluläre Kinasen reguliert; jedoch wurden bislang Plasmamembranbestandteile in ihrer Wirkung auf Transporter-mediierten Substratflux kaum beachtet und nur unzureichend untersucht: Es wurde lediglich gefunden, dass durch Cholesterin-Depletion der Plasmamembran Aufnahmeraten und Bindungsaffinität der Transporter reduziert wurden. Dies lässt darauf schließen, dass Lipide der Plasmamembran möglicherweise Effekte auf Neurotransmittertransporter ausüben können. Von anderen Transportern und Ionenkanälen wissen wir, dass Phosphatidylinositol 4,5-bisphosphate (PIP2) deutliche Effekte auf deren Funktion ausübt und dass diese Effekte auf direkter PIP2-Bindung an intrazelluläre Domänen der Transporter oder Ionenkanäle in enger Nachbarschaft zur Plasmamembran beruhen. Neurotransmittertransporter ähneln Ionenkanälen dadurch, dass sie auch einen messbaren Strom generieren. In diesem Projekt werden wir die Bedeutung von Phosphoinositiden wie PIP2 für Transporter-mediierte Substratfluxe und -ströme untersuchen. Nachdem PIP2 auch eine Quelle für intrazellulär wirksame, sekundäre Botenstoffe bildet, werden wir auch potenzielle nachgeschaltete Signaltransduktionselemente untersuchen. Das primäre Ziel dieses Projektantrages ist das Verständnis der Bedeutung von PIP2 für Monoamintransporter-mediierte Funktionen auf molekularer Ebene. Monoamintransporter sind bedeutsame Elemente in der Entstehung von affektiven Erkrankungen (wie z.B. Depression) und Substanzmissbrauch; sie stellen auch eine wichtige Zielstruktur für klinisch effektive Medikamente dar. Bedeutsam ist, dass stimmungsstabilisierende Substanzen wie z.B. Lithiumionen den Phosphoinositid-Zyklus unterbrechen. Daher ist ein besseres molekulares Verständnis der Interaktion zwischen Phosphoinositiden und Neurotransmittertransportern notwendig, um neue Verbindungen zwischen psychopharmakologischen Zielstrukturen zu erschließen, die bis dato als unterschiedliche Entitäten gesehen wurden.

Der Missbrauch von Amphetaminen nimmt stetig zu. In der vorliegenden Studie wurde die Wirkung von Amphetaminen im menschlichen Gehirn untersucht, basierend auf Grundlagenforschung, die sich hauptsächlich in vitro Experimente bediente. Die Ergebnisse dieser medizinischen Grundlagenforschung sind sehr konkret: demnach entfalten Amphetamine ihre Wirkung nur dann, wenn die Zellmembranen die Serotonintransporter mit dem Membranlipid "PIP2" gut schmieren. Beim Serotonintransporter handelt es sich um ein medizinisch bedeutsames Membranprotein, da es das Ziel verschiedener Medikamente (z.B. Antidepressiva), aber auch verschiedener missbräuchlich verwendeter Substanzen etwa Kokain und Amphetamine ist. Letztere Substanzen standen deshalb auch im Fokus der vorliegenden Studie, auch, weil die Verbreitung und missbräuchliche Verwendung dieser Substanzen weltweit im Steigen begriffen ist: Amphetamine sind eine wichtige Substanzgruppe, weil ihr Gebrauch häufig bagatellisiert wird und sie als Wohlfühlsubstanzen und Denkverstärker propagiert werden. Eine weitere Gefahr ist, dass ständig neue Amphetamin-artige Substanzen auf den Markt kommen. In dem Projekt konnte neben der Tatsache, dass PIP2 einen wesentlichen funktionellen Beitrag zur Wirkweise der Amphetamine leistet, auch unterschiedliche Bindungsstellen von PIP2 an dem Serotonintransporter sowie dem Dopamintransporter identifizieren. Die große praktische Relevanz dieser Entdeckungen der Bedeutung der Membranlipide für die Amphetaminwirkung kann uns einen wichtigen Schritt in Richtung der Behandlung von Abhängigkeiten von diesen Amphetaminen und ähnlichen Substanzen bringen.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%

Research Output

  • 677 Zitationen
  • 11 Publikationen
Publikationen
  • 2012
    Titel Concomitant facilitation of GABAA receptors and KV7 channels by the non-opioid analgesic flupirtine
    DOI 10.1111/j.1476-5381.2011.01821.x
    Typ Journal Article
    Autor Klinger F
    Journal British Journal of Pharmacology
    Seiten 1631-1642
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Antiepileptic activity and subtype-selective action of flupirtine at GABAAreceptors
    DOI 10.1186/2050-6511-13-s1-a90
    Typ Journal Article
    Autor Bajric M
    Journal BMC Pharmacology and Toxicology
    Link Publikation
  • 2015
    Titel A heterocyclic compound CE-103 inhibits dopamine reuptake and modulates dopamine transporter and dopamine D1-D3 containing receptor complexes
    DOI 10.1016/j.neuropharm.2015.07.039
    Typ Journal Article
    Autor Sase A
    Journal Neuropharmacology
    Seiten 186-196
  • 2013
    Titel Amphetamine actions at the serotonin transporter rely on the availability of phosphatidylinositol-4,5-bisphosphate
    DOI 10.1073/pnas.1220552110
    Typ Journal Article
    Autor Buchmayer F
    Journal Proceedings of the National Academy of Sciences
    Seiten 11642-11647
    Link Publikation
  • 2015
    Titel The anticonvulsant retigabine is a subtype selective modulator of GABAA receptors
    DOI 10.1111/epi.12950
    Typ Journal Article
    Autor Treven M
    Journal Epilepsia
    Seiten 647-657
    Link Publikation
  • 2015
    Titel d Subunit-containing GABAA receptors are preferred targets for the centrally acting analgesic flupirtine
    DOI 10.1111/bph.13262
    Typ Journal Article
    Autor Klinger F
    Journal British Journal of Pharmacology
    Seiten 4946-4958
    Link Publikation
  • 2014
    Titel A quantitative model of amphetamine action on the 5-HT transporter
    DOI 10.1111/bph.12520
    Typ Journal Article
    Autor Sandtner W
    Journal British Journal of Pharmacology
    Seiten 1007-1018
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Amphetamines, new psychoactive drugs and the monoamine transporter cycle
    DOI 10.1016/j.tips.2014.11.006
    Typ Journal Article
    Autor Sitte H
    Journal Trends in Pharmacological Sciences
    Seiten 41-50
    Link Publikation
  • 2014
    Titel PIP2 regulates psychostimulant behaviors through its interaction with a membrane protein
    DOI 10.1038/nchembio.1545
    Typ Journal Article
    Autor Hamilton P
    Journal Nature Chemical Biology
    Seiten 582-589
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Salvinorin A regulates dopamine transporter function via a kappa opioid receptor and ERK1/2-dependent mechanism
    DOI 10.1016/j.neuropharm.2014.07.016
    Typ Journal Article
    Autor Kivell B
    Journal Neuropharmacology
    Seiten 228-240
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Excitation of rat sympathetic neurons via M1 muscarinic receptors independently of Kv7 channels
    DOI 10.1007/s00424-014-1487-1
    Typ Journal Article
    Autor Salzer I
    Journal Pflügers Archiv - European Journal of Physiology
    Seiten 2289-2303
    Link Publikation

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