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Internationaler Handel, Ressourcenreichtum, Entwicklung und Produktionsstrukturen

International Trade, Resource Abundance, Development and Production Structures

Alejandro Cuñat (ORCID: 0000-0003-4828-704X)
  • Grant-DOI 10.55776/P23424
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 31.07.2011
  • Projektende 30.08.2014
  • Bewilligungssumme 195.284 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Wirtschaftswissenschaften (100%)

Keywords

    International trade, Industrialization, Economic development, Resource curse, Resource abundance, Institutions

Abstract Endbericht

Dieses Forschungsprojekt analysiert die unterschiedlichen Kanäle durch die internationaler Handel und Ressourcenreichtum Entwicklungs- sowie Industrialisierungspfade von Ländern beeinflussen. Insbesondere planen wir die folgenden Themengebiete zu behandeln: Thema 1: Die relative Wichtigkeit von komparativen Vorteilen und der proximity to the core of world demand bei der Festlegung von Industrialisierungspfaden. Wir analysieren die Rolle von internationalem Handel und der geographischen Position bei der Bestimmung von Produktionsstrukturen unterschiedlicher Länder. Zu diesem Zweck entwickeln wir ein many-country Modell, welches Nicht-Homothetizität, Transportkosten, komparative Vorteile und Besonderheiten der New Trade Theory berücksichtigt. Dieses Modell erlaubt uns, die Effekte von Nachfrage, Spezialisierung und Distanz in ihrer Interaktion bei der Bestimmung der Gleichgewichts- Produktionsstrukturen unterschiedlicher Ländern zu analysieren. Thema 2: Die Rolle internationalen Handels bei der Bestimmung von Spezialisierungsmustern sowie Spezialisierungsgraden. Viele verschiedene Maße von sektoraler Konzentration angewandt auf viele unterschiedliche Datenquellen kommen zu dem Ergebnis, dass Länder mit mittlerem Einkommen diversifiziertere Produktionsstrukturen aufweisen, als solche mit geringem oder hohem Einkommen. Wir bieten hierfür eine handelsbasierte Erklärung: Länder, die Kapital im Überfluss besitzen (d.h. Länder mit hohem Einkommen) sowie Länder, die Arbeit im Überfluss besitzen (d.h. Länder mit niedrigem Einkommen) haben, ceteris paribus, sehr wahrscheinlich symmetrische Verteilungen sektoraler Beschäftigungslevels (mit hohen Anteilen im kapital- bzw. arbeitsintensivem Sektor). Sind extrem kapital- oder arbeitsintensive Industrien weniger häufig, werden sich Länder mit mittlerem Einkommen auf ein umfangreicheres Angebot an Gütern spezialisieren als Länder mit hohem oder geringem Einkommen. Thema 3: Die Effekte von Faktorakkumulation auf die Verteilung von Produktionsfaktoren auf unterschiedliche ökonomische Sektoren. Das Ziel dieses Projektes ist es, einen analytischen Rahmen zu entwickeln, der es erlaubt Änderungen der sektoralen Verteilungsstrukturen von Produktionsfaktoren zu messen, und diesen anzuwenden. Zu diesem Zweck teilen wir den Beitrag aggregierter Kapitalakkumulation pro Arbeiter zu der Wachstumsrate des BIP pro Arbeiter in zwei Teile auf. Der erste Teil stellt das Ausmaß dar, in dem Produktionsfaktoren zwischen Sektoren mit unterschiedlichen Kapital-Arbeitsintensitäten verschoben werden. Der zweite Teil misst in welchem Ausmaß sich die Kapital-Arbeitsintensitäten ändern. Wir werden die Vorhersagen verschiedener Wachstumsmodelle mit den Daten vergleichen. Thema 4: Der Einfluss natürlicher Ressourcen auf die institutionelle und damit ökonomische Entwicklung eines Landes. Sowohl Ökonomen als auch Politikwissenschaftler haben in den letzen Jahren viele empirische Belege für den sogenannten Fluch der natürlichen Ressourcen bereitgestellt. Diese Hypothese besagt, dass ein Überfluss an natürlichen Ressourcen zu (a) niedrigeren Wachstumsraten, (b) einem erhöhten Bürgerkriegsrisiko und (c) niedrigerer Qualität der Institutionen eines Landes führt. Wir planen die bisherigen empirischen Belege des Ressourcenfluchs neu zu hinterfragen, unter besonderer Berücksichtigung der Messung von Ressourcenreichtum und der Qualität der Institutionen. Außerdem werden wir uns dem Thema und der Lösung von Endogenität in diesem Kontext widmen - einem immer wieder stark kritisierten Problem der einschlägigen Literatur.

In diesem Projekt untersuchten wir Zusammenhänge zwischen Wirtschaftswachstum und einiger seiner fundamentalen Determinanten: Geographie, Internationaler Handel und Institutionen. Wir präsentieren hier die wichtigsten Ergebnisse unserer Forschung, die in internationalen Fachjournalen (peer-reviewed) erschienen sind oder zumindest zur Publikation akzeptiert wurden.Im Bereich Geographie konnten wir ein Modell entwickeln, das die geographische Lage eines Landes mit seinen Produktionsstrukturen und seiner Einbindung in den internationalen Handel verknüpft. Entgegen dem allgemeinen Wissenstand sind Produktivitätsgewinne in einzelnen Sektoren (Landwirtschaft, Industrie) eines Landes von seiner geographischen Lage (etwa der Entfernung zu einer Industrienation) abhängig. Als eine erste Implikation unserer Ergebnisse sollten Industrialisierungsprozesse (auch Deindustrialisierungsprozesse) im Lichte der geographischen Lage eines Landes untersucht werden.Im Bereich internationaler Handel untersuchten wir spezifische Mechanismen durch die einmal gesetzte Handelserleichterungen zu Produktivitätszuwächsen beitragen. Die Tatsache, dass in diesen Fällen Produktivität offenbar vermehrt auf Firmenebene (als auf Industrieebene) auftritt, ist ein wichtiges Ergebnis dieser Studie. Darüber hinaus trägt die Studie auch zu einer Weiterentwicklung wirtschaftswissenschaftlicher Methodik bei. Sie ermöglicht nun die genauere Vorhersage von empirischen Effekten, die theoretische Modellen über die Entwicklung des internationalen Handels treffen können. Zuletzt konnten wir einige wichtige Beiträge zum Zusammenhang zwischen Institutionen und Entwicklung untersuchen. In einer ersten Studie gelang es, das häufige Scheitern von institutionellen Transplanten mit der Dauerhaftigkeit von traditionellen, lokalen Normen in Zusammenhang zu bringen. Unter institutionellen Transplanten versteht man das Kopieren von Institutionen aus Industrieländern in Länder wo diese fehlen (typischerweise Entwicklungsländer). Diese Studie erschien im Journal for Institutional Economics und wurde für den Elinor Ostrom Award 2015 nominiert. Eine weitere Studie untersucht den Zusammenhang zwischen shareholder value von Firmen die auf dem Novo Mercado gelistet sind - einem institutionellen Transplant des deutschen Neuen Markts. Sogenannte shareholder agreements (Abkommen zwischen Minderheitsaktionären) haben dort einen negativen Effekt auf den shareholder value.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

Research Output

  • 21 Zitationen
  • 4 Publikationen
Publikationen
  • 0
    Titel Trade Liberalization and Heterogeneous Firm Models: An Evaluation Using the Canada - US Free Trade Agreement.
    Typ Other
    Autor Breinlich H
  • 2013
    Titel Geography, non-homotheticity, and industrialization: A quantitative analysis
    DOI 10.1016/j.jdeveco.2013.01.005
    Typ Journal Article
    Autor Breinlich H
    Journal Journal of Development Economics
    Seiten 133-153
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Colonial Legacy and Institutional Development - The Cases of Botswana and Nigeria.
    Typ Journal Article
    Autor Seidler V
    Journal ÖFSE Forum Series No 52, Austrian Research Foundation for International Development (ÖFSE): Vienna
  • 2014
    Titel When do institutional transfers work? The relation between institutions, culture and the transplant effect: the case of Borno in north-eastern Nigeria
    DOI 10.1017/s1744137414000046
    Typ Journal Article
    Autor Seidler V
    Journal Journal of Institutional Economics
    Seiten 371-397

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