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Methoden höherer Algebra für quasi-Monte-Carlo-Punktmengen

Higher algebra methods for quasi-random point sets

Isabel Pirsic (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P23285
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.06.2011
  • Projektende 31.05.2014
  • Bewilligungssumme 206.860 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Informatik (10%); Mathematik (90%)

Keywords

    Quasi-Monte Carlo Methods, Number Theory, Algebraic Function Fields, Low-Discrepancy Sequences, Numerical Integration, Computer Implentation

Abstract Endbericht

Quasi-Monte-Carlo(QMC) -Punktmengen sind algorithmisch produzierte Punktmengen, welche bestimmte Kriterien der Gleichverteilung erfüllen. Sie finden hauptsächlich Anwendung in der hochdimensionalen numerischen Integration, Optimierung und Simulation, dabei besonders in der Finanzmathematik (beispielsweise bei der Preisbewertung von Optionen). Ein großer Fortschritt in der Erstellung hochqualitativer Punktmengen wurde von Niederreiter und Xing erzielt, mit ihrer Einführung von Methoden höherer Algebra, insbesonders der algebraischen Funktionenkörper, in das Gebiet der Gleichverteilungstheorie. Wie aus Datenbanken und Tabellen von Qualitätsparametern ersichtlich wird, erzielen diese Methoden die derzeit besten Ergebnisse. Dennoch gibt es derzeit keine Computerimplementierung außer der des Antragstellers. Es ist ein Ziel dieses Projekts, das Angebot an Folgen, die sowohl durch erzeugende Matrizen als auch durch Computercode für Forschung und Anwendung erhältlich sind, zu erweitern. Zu diesem Zweck müssen nicht nur Werkzeuge wie Codebibliotheken zur Arithmetik in Funktionenkörpern erstellt werden, sondern auch theoretische Vorarbeiten und Untersuchungen durchgeführt werden. Eine weitere Art von QMC-Punktmengen sind gute Gitterpunkte (lattice rules). Mit den Arbeiten von Hlawka und Korobov liegt ihr Ursprung noch vor der Entwicklung der heute gebräuchlichen (t,s)-Folgen. Sie wurden inzwischen in verschiedener Weise verallgemeinert, u.A. auf Polynomgitter, erweiterbare Gitter und Gitter höheren Rangs (polynomial, extensible, higher rank lattice rules). Ihre Untersuchung geschah zunächst parallel zum Paradigma der Netze, aber mittlerweile gab es eine gewisse Konvergenz der Begriffe. In einem zweiten Teil des Projekts soll ein abstrakter Blickpunkt eingenommen werden um noch weitergehende Verallgemeinerungen hinsichtlich des Zugangs der Gitterpunkte zu ermöglichen, z.B. mittels algebraischer Funktionenkörper und letztlich noch abstrakterer Strukturen.

Quasi-Monte Carlo Methoden sind ein unverzichtbares Werkzeug in vielen wissenschaftlichen Bereichen, insbesonders wo es um die effiziente Auswertung hochdimensionaler Probleme geht, beispielsweise durch numerische Integration oder Optimierung. Unter diesen Methoden sind sogenannte digitale Folgen aufgrund ihrer Qualität besonders ausgezeichnet. In den letzten zwei Jahrzehnten sind viele Arbeiten erschienen, die Konstruktionen von digitalen Folgen mit theoretisch optimalen Fehlerschranken beschreiben. Diese Konstruktionen verwenden äußerst fortgeschrittene höhere Algebra und werden daher in der Praxis nur selten eingesetzt. - Ziel dieses Projekts war die Nutzbarmachung dieser Resultate für NichtspezialistInnen sowie die Bereitstellung von Material für im Bereich tätige ForscherInnen.Dazu wurden folgende Schritte unternommen: Zunächst wurden theoretische Resultate aus den erwähnten Arbeiten in eine explizite, nutzbare Form gebracht. Diese Teilergebnisse wurden auch in einer offen zugänglichen Datenbank (http://manypoints.org) eingebracht. Weiters wurden die in den Arbeiten dargestellten Konstruktions-Algorithmen in einem Computeralgebrasystem (Magma) implementiert. Mit diesen beiden Komponenten zusammen (explizite Daten und Algorithmen) wurden Generatormatrizen von digitalen Folgen erstellt. Diese Generatormatrizen können dann mittels bestehender Software von NutzerInnen in Anwendungen verwendet werden, ohne dass sie weitergehende Kenntnisse der zugrunde liegenden Techniken besitzen müssen.Sowohl die in Magma-Programmen codierten Algorithmen als auch die Generatormatrizen sind, neben weiteren Informationen, für InteressentInnen auf einer eigens bereitgestellten Web-Seite mit der Adresse http://sites.google.com/sites/isabelpirsic/P23285 offen zugänglich.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Linz - 100%

Research Output

  • 8 Zitationen
  • 7 Publikationen
  • 2 Datasets & Models
  • 1 Software
Publikationen
  • 2012
    Titel Finite-Row Scrambling of Niederreiter Sequences.
    Typ Book Chapter
  • 2012
    Titel On the existence of hyperplane sequences, with quality parameter and discrepancy bounds
    DOI 10.48550/arxiv.1211.3522
    Typ Preprint
    Autor Pillichshammer F
  • 2013
    Titel On the existence and distribution quality of hyperplane sequences
    DOI 10.1016/j.ffa.2013.02.002
    Typ Journal Article
    Autor Pillichshammer F
    Journal Finite Fields and Their Applications
    Seiten 1-15
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Controlling the shape of generating matrices in global function field constructions of digital sequences
    DOI 10.1017/cbo9781139696456.011
    Typ Book Chapter
    Autor Hofer R
    Verlag Cambridge University Press (CUP)
    Seiten 164-189
  • 2013
    Titel A Finite-Row Scrambling of Niederreiter Sequences
    DOI 10.1007/978-3-642-41095-6_20
    Typ Book Chapter
    Autor Hofer R
    Verlag Springer Nature
    Seiten 427-437
  • 2012
    Titel Boolean Functions Derived from Pseudorandom Binary Sequences
    DOI 10.1007/978-3-642-30615-0_9
    Typ Book Chapter
    Autor Pirsic G
    Verlag Springer Nature
    Seiten 101-109
  • 2014
    Titel On discrete Fourier transform, ambiguity, and Hamming-autocorrelation of pseudorandom sequences
    DOI 10.1007/s10623-013-9916-2
    Typ Journal Article
    Autor Pirsic G
    Journal Designs, Codes and Cryptography
    Seiten 319-328
Datasets & Models
  • 2013 Link
    Titel agsis database
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 2012 Link
    Titel manypoints
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
Software
  • 2013 Link
    Titel agsis
    Link Link

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