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Neuronale Maße und Korrelate bei Patienten mit Anosmie

Neural Responses and Measures with Anosmia

Veronika Schöpf (ORCID: 0000-0003-1937-4216)
  • Grant-DOI 10.55776/P23205
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2011
  • Projektende 31.12.2015
  • Bewilligungssumme 289.714 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Klinische Medizin (100%)

Keywords

    Anosmia, Olfactory Dysfunction, Fmri, Pain Stimulation, Fmrs, Chemosensory

Abstract Endbericht

Anosmie, der vollständige Verlust sensorischer Geruchswahrnehmung, ist eine weitverbreitete neurologische Erkrankung mit massiven Auswirkungen auf den Ernährungszustand der betroffenen Patienten. Bis zu 5% der Bevölkerung leidet unter einem totalen Verlust des Riechvermögens und immerhin 15% unter einem teilweise eingeschränktem Riechvermögen. Bis jetzt existiert noch keine therapeutische Methoden die olfaktorische Funktionen bei Patienten mit Ansomie wiederherzustellen. Erste Ansätze zeigen jedoch, dass durch olfaktorisches Wahrnehmungslernen die Geruchsfunktionen bei Anosmikern reaktiviert werden können (Hummel et al. 2009). Über die neuronale Basis dieser neuen Methode -- im Speziellen, wie das Erfahren von Gerüchen während des Trainings Prozesse der olfaktorischen Verarbeitung moduliert - ist jedoch genauso wenig bekannt, wie über die neuronale Verarbeitung von chemosensorischen Informationen bei Ansomiker allgemein. Ziel dieses Antrages ist es, einerseits die Enkodierung olfaktorischer Prozesse im Gehirn bei anosmischen Patienten zu verstehen und andererseits soll mittels unterschiedlicher experimenteller Strategien ein spezielles Augenmerk auf die therapeutische Basis des olfaktorischen Wahrnehmungslernens und die damit verbundenen Veränderungen von olfaktorische Funktionen gelegt werden. Weiters sollen schon bekannte adaptive plastische Veränderung bei anosmischen Patienten morphologisch dargestellt und quantifiziert werden. Die einzelnen Ziele des Projekts können wie folgt formuliert werden: ZIEL 1 des Projekts fokussiert auf die Erfassung und Messung der neuronalen Kodierung von Gerüchen im olfaktorischen Kortex (die neuronale Oszillation hervorgerufen durch den rhythmischen Mechanismus des Sniffings) unter Zuhilfenahme von funktioneller Bildgebung (fMRI) bei anosmischen Patienten und gesunden Kontrollprobanden. Im Speziellen wird untersucht, ob Ansomiker den neuronalen Mechanismus besitzen durch Sniffing (kurzes intensives Einatmen durch die Nase) getriggerte Oszillationen im olfaktorischen Kortex zu erzeugen. Als ZIEL 2 des Projekts soll die neuronale Basis des olfaktorischen Wahrnehmungslernens bei Anosmikern untersucht werden. Dazu wird den Patienten ein gezieltes Riechtraining angeboten und anschließend die durch olfaktorische Stimulation hervorgerufene kortikale Aktivität vor und nach dem Riechtraining mit fMRI verglichen. Ein spezieller Teil dieser Analyse wird darauf abzielen mögliche zusätzliche Strukturen des Gehirns zu erläutern, die zur Kompensation des Geruchverlusts aktiviert werden. Im ZIEL 3 des Projekts wird untersucht wie chemosensorische trigeminale Stimuli entlang der olfaktorischen Bahn bei Anosmikern im Vergleich zu gesunden Probanden verarbeitet werden und ob und wenn ja, in wie weit, Unterschiede auf Grund von Kompensierungsmechanismen nachweisbar sind. Im ZIEL 4 des Projekts werden schlußendlich die zugrundeliegenden biochemischen Mechanismen intranasaler trigeminaler Wahrnehmung und deren Variabilität durch Geruchsverlust untersucht. Die Ergebnisse dieser Studien sollen dazu beitragen eine neuen Einblick zu erlangen in wie weit Anosmie die olfaktorische Verarbeitung beeinträchtigt und wie diese Prozessabläufe durch gezieltes Training modifiziert werden können. Daraus sollen dann mögliche Therapien entwickelt werden. Weiters wird ein besseres Verständnis des Geruchsystems dazu beitragen Veränderungen innerhalb des olfaktorischen Systems, hervorgerufen unter anderem durch neurodegenerative Erkrankungen, wie Parkinson oder Alzheimer, früher zu erfassen und daher den Erfolg entsprechender Therapien erhöhen

In dem vom FWF geförderten Projekt wurden die neuronalen Komponenten des Geruchsverlusts untersucht. Erstmals konnte gezeigt werden, dass es durch den Verlust des Geruchssinns zu einer Umorganisation der funktionellen Netzwerkstruktur des Gehirns kommt. Darüber hinaus konnte das Training des Geruchssinns über einen längeren Zeitraum die Riechfähigkeit von betroffenen Patienten nicht nur verbessern, sondern auch die zuständigen Verarbeitungsnetzwerke des Gehirns wieder aktivieren. Neben den neuronalen Komponenten der Geruchsverarbeitung wurden im Projekt auch psychophysiologische Masse betrachtet, wie zum Beispiel die Fähigkeit eigene Körpersignale wahrzunehmen (Interozeption), die Fähigkeit die eigene Geruchsleistung zu beurteilen, oder auch die Fähigkeit sich Gerüche merken zu können. Ergebnisse des Projekts verhalfen dazu, die Grundlagen des Geruchsverlusts in seiner Gesamtheit besser verstehen zu können. Nachfolgeprojekte, die auf einen personalisierten Ansatz abzielen, um betroffenen Patienten helfen zu können, sind in Arbeit.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Martin Wiesmann, RWTH Aachen - Deutschland
  • Johannes Frasnelli, Université du Quebec à Trois-Rivières - Kanada

Research Output

  • 787 Zitationen
  • 20 Publikationen
Publikationen
  • 2015
    Titel Klinische Geruchstestungen – warum Befragungen alleine nicht ausreichen
    DOI 10.1007/s00106-015-0017-6
    Typ Journal Article
    Autor Schöpf V
    Journal HNO
    Seiten 511-515
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Intranasal insulin influences the olfactory performance of patients with smell loss, dependent on the body mass index: A pilot study
    DOI 10.4193/rhin15.065
    Typ Journal Article
    Autor Schopf V
    Journal Rhinology journal
    Seiten 371-378
    Link Publikation
  • 2015
    Titel The inability to self-evaluate smell performance. How the vividness of mental images outweighs awareness of olfactory performance
    DOI 10.3389/fpsyg.2015.00627
    Typ Journal Article
    Autor Kollndorfer K
    Journal Frontiers in Psychology
    Seiten 627
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Intranasal insulin influences the olfactory performance of patients with smell loss, dependent on the body mass index: A pilot study.
    DOI 10.4193/rhino15.065
    Typ Journal Article
    Autor Schopf V
    Journal Rhinology
    Seiten 371-8
    Link Publikation
  • 2013
    Titel A systematic investigation of the invariance of resting-state network patterns: is resting-state fMRI ready for pre-surgical planning?
    DOI 10.3389/fnhum.2013.00095
    Typ Journal Article
    Autor Kollndorfer K
    Journal Frontiers in Human Neuroscience
    Seiten 95
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Altered likelihood of brain activation in attention and working memory networks in patients with multiple sclerosis: An ALE meta-analysis
    DOI 10.1016/j.neubiorev.2013.09.005
    Typ Journal Article
    Autor Kollndorfer K
    Journal Neuroscience & Biobehavioral Reviews
    Seiten 2699-2708
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Attention shifts the language network reflecting paradigm presentation
    DOI 10.3389/fnhum.2013.00809
    Typ Journal Article
    Autor Kollndorfer K
    Journal Frontiers in Human Neuroscience
    Seiten 809
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Same Same but Different. Different Trigeminal Chemoreceptors Share the Same Central Pathway
    DOI 10.1371/journal.pone.0121091
    Typ Journal Article
    Autor Kollndorfer K
    Journal PLOS ONE
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Stress matters! Psychophysiological and emotional loadings of pregnant women undergoing fetal magnetic resonance imaging
    DOI 10.1186/s12884-015-0448-9
    Typ Journal Article
    Autor Derntl B
    Journal BMC Pregnancy and Childbirth
    Seiten 25
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Effects of chronic peripheral olfactory loss on functional brain networks
    DOI 10.1016/j.neuroscience.2015.09.045
    Typ Journal Article
    Autor Kollndorfer K
    Journal Neuroscience
    Seiten 589-599
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Olfactory training induces changes in regional functional connectivity in patients with long-term smell loss
    DOI 10.1016/j.nicl.2015.09.004
    Typ Journal Article
    Autor Kollndorfer K
    Journal NeuroImage: Clinical
    Seiten 401-410
    Link Publikation
  • 2014
    Titel The impact of sex hormone concentrations on decision-making in females and males
    DOI 10.3389/fnins.2014.00352
    Typ Journal Article
    Autor Derntl B
    Journal Frontiers in Neuroscience
    Seiten 352
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Recovery of Olfactory Function Induces Neuroplasticity Effects in Patients with Smell Loss
    DOI 10.1155/2014/140419
    Typ Journal Article
    Autor Kollndorfer K
    Journal Neural Plasticity
    Seiten 140419
    Link Publikation
  • 2014
    Titel The impact of olfactory dysfunction on interoceptive awareness
    DOI 10.1111/psyp.12316
    Typ Journal Article
    Autor Krajnik J
    Journal Psychophysiology
    Seiten 263-268
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Gender effects and sexual-orientation impact on androstadienone-evoked behavior and neural processing
    DOI 10.3389/fnins.2014.00195
    Typ Journal Article
    Autor Krajnik J
    Journal Frontiers in Neuroscience
    Seiten 195
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Fetal functional imaging portrays heterogeneous development of emerging human brain networks
    DOI 10.3389/fnhum.2014.00852
    Typ Journal Article
    Autor Jakab A
    Journal Frontiers in Human Neuroscience
    Seiten 852
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Neuronal correlates of cognitive function in patients with childhood cerebellar tumor lesions
    DOI 10.1371/journal.pone.0180200
    Typ Journal Article
    Autor Reichert J
    Journal PLOS ONE
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Menstrual Cycle Phase and Duration of Oral Contraception Intake Affect Olfactory Perception
    DOI 10.1093/chemse/bjs084
    Typ Journal Article
    Autor Derntl B
    Journal Chemical Senses
    Seiten 67-75
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Self-esteem as an important factor in quality of life and depressive symptoms in anosmia: A pilot study
    DOI 10.1111/coa.12855
    Typ Journal Article
    Autor Kollndorfer K
    Journal Clinical Otolaryngology
    Seiten 1229-1234
    Link Publikation
  • 2014
    Titel The relationship between eye movement and vision develops before birth
    DOI 10.3389/fnhum.2014.00775
    Typ Journal Article
    Autor Schöpf V
    Journal Frontiers in Human Neuroscience
    Seiten 775
    Link Publikation

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