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Illuminierte Handschriften der ÖNB 1450-1475, Teil 2

Illuminated Manuscripts in the ÖNB 1450-1475, Part 2

Michael Viktor Schwarz (ORCID: 0000-0001-5795-7821)
  • Grant-DOI 10.55776/P23176
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2011
  • Projektende 31.12.2015
  • Bewilligungssumme 376.352 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (35%); Kunstwissenschaften (60%); Philosophie, Ethik, Religion (5%)

Keywords

    Illuminated manuscripts, 15 c (late gothic period), Austrian National Library, Library Catalogue, Codicology, Cultural History

Abstract Endbericht

Den umfangreichsten Fundus visueller Medien, der aus dem Mittelalter auf uns gekommen ist, bergen die illuminierten Handschriften. Gleichzeitig handelt es sich dabei um jenen Schatz, der bis heute durch die Kunstgeschichte am wenigsten geborgen ist. Die Österreichische Nationalbibliothek zählt zu jenem halben Dutzend Bibliotheken weltweit, die große Bestände an illuminierten Handschriften von hoher Qualität besitzen. Sie steht dabei in einer Reihe mit der Bibliothèque nationale de France, der British Library, der Biblioteca Apostolica Vaticana und den Staatsbibliotheken in München und Berlin. Das beantragte Projekt ist Teil der wissenschaftlichen Katalogisierung der illuminierten Handschriften und Inkunabeln des Mittelalters, die von Wien aus seit über 100 Jahren erfolgreich betrieben wird. Leitfiguren dieser Tradition innovativer Grundlagenforschung sind Franz Wickhoff (1853-1909), Hermann Julius Hermann (1869- 1953), Otto Pächt (1902-1988) und Gerhard Schmidt (1924-2010). Während der Projektphase von 2010-2013 soll ein Großteil der wissenschaftlichen Beschreibungen der insgesamt 375 Handschriften mitteleuropäischer Entstehung (Österreich, Deutschland, Schweiz) aus dem Zeitraum von 1450 bis 1475 erstellt werden, für die im Vorgängerprojekt bereits weitreichende Vorarbeiten geleistet worden sind. In gekürzter Form sollen die fertigen Beschreibungen zusammen mit Bildern künftig vorab auf der Homepage der Österreichischen Nationalbibliothek präsentiert werden. Schwerpunkte bilden das Oeuvre des Lehrbüchermeisters, Handschriften mit umfangreichen Bildprogrammen (meist Federzeichnungen; verschiedene Textgattungen: Welt- und Konzilschroniken, Historienbibeln, Fecht-, Fabel-, Wappenbücher, Speculum humanae salvationis, Jean de Mandevilles Reise in das Hl. Land, der Belial des Jacobus de Theramo, das Buch der Natur des Konrad von Megenberg u. ä.) und eine breite Schicht qualitativ ansprechen-der Codices, die im Kontext der Klosterreform zu sehen sind. Daneben sind vermehrt Formen der seriellen Handschriftenproduktion zu verzeichnen (Rationalisierungen und Standardisierungen in der Fertigung, Einsatz von Graphik), die mit der Verbreitung des Buchdrucks einhergehen und eigene Beschreibungsmodelle erforderlich machen.

Die mitteleuropäische Buchmalerei im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts wurde bisher nur in Einzelstudien bearbeitet. Dabei ging von der Erfindung des Buchdrucks ein epochaler Impuls kulturellen Wandels aus, der sich durch die breite Erfassung und Untersuchung der gemalten Dekoration in Handschriften und Drucken genauer verstehen lässt. Das abgeschlossene Projekt setzte die 1990 begonnene Katalogisierung der illuminierten mitteleuropäischen Handschriften der Gotik in der Österreichischen Nationalbibliothek und die parallele Durchsicht der österreichischen Klosterbibliotheken fort. Im Zentrum stand die Handschriftenproduktion in Wien mit ca. 100 Codices. Es gelang ein geschlossenes Bild von der Buchproduktion in der Stadt zu gewinnen: von der Tätigkeit der kooperierenden Werkstätten und Skriptorien und ihrem Zusammenspiel mit den Auftraggebern. Bestimmend für die Wiener Buchkultur waren die Fakultäten, Kollegien und Bursen der Universität, in deren Umfeld auch höfische Aufträge erledigt wurden. Diese Erkenntnisse profitierten sehr von der Kooperation mit der parallel durchgeführten Katalogisierung der illuminierten Inkunabeln der ÖNB, der illuminierten Handschriften und Inkunabeln der Oberösterreichischen Landesbibliothek in Linz (beides FWF-Projekte der Universität Wien) und der böhmischen Handschriften der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in der ÖNB (ein FWF-Projekt der OEAW).Austausch boten Tagungen, Vorträge und Ausstellungen, insbesondere die Ausstellungsreihe MeisterwerkederBuchmalerei des15.Jahrhunderts inMitteleuropa mit 12 Stationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und einer großen Tagung in Wien (2015/2016), die den internationalen Forschungsstand repräsentierte.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

Research Output

  • 14 Publikationen
Publikationen
  • 2011
    Titel Ein Troja-Roman für Kaiser Ludwig den Bayern.
    Typ Journal Article
    Autor Cipollaro C
  • 2015
    Titel Deutsche Gebetbücher - Cursus, Hortulus Animae und Gilgengart.
    Typ Book Chapter
    Autor Tenschert (Hg)
  • 2015
    Titel Die Bildinitiale zu Beginn des vierten Bandes der Acta Facultatis Artium 1497/98 (Archiv der Universität Wien, Cod Ph 9, fol Ir).
    Typ Book Chapter
    Autor Maisel Et Al (Hg)
  • 0
    Titel Die Gebetbücher Maximilians; Maximilians große Buchprojekte und Bildprogramme und ihre Planungsstadien.
    Typ Other
    Autor Zöhl C
  • 0
    Titel Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters: Stoffgruppe 43 Gebetbücher.
    Typ Other
    Autor Cermann R
  • 0
    Titel Widmungen an den Kaiser; Die Zeughausbücher.
    Typ Other
    Autor Cermann R
  • 0
    Titel Sog Gebetbuch Herzog Georgs des Bärtigen von Sachsen.
    Typ Other
    Autor Cermann R
  • 2013
    Titel Der "Bellifortis" des Konrad Kyeser.
    Typ Journal Article
    Autor Cermann R
    Journal CODICES MANUSCRIPTI & IMPRESSI.
  • 2015
    Titel Die Inkunabelsammlung des Stiftes Lilienfeld.
    Typ Book Chapter
    Autor Maurer
  • 2014
    Titel Ubi pictor ibi Roma
    DOI 10.7767/boehlau.9783205793069.105
    Typ Book Chapter
    Autor Schwarz M
    Verlag Brill Osterreich
    Seiten 105-124
  • 2014
    Titel Stephan Schriber und der Uracher Hof samt Neuinterpretation der Palme Graf Eberhards im Bart.
    Typ Book Chapter
    Autor Cermann R
  • 2014
    Titel Die Trecento-Ausstattung des Visconti-Stundenbuches.
    Typ Book Chapter
    Autor Beier
  • 2014
    Titel „Astantes stolidos sic immutabo stultos“ – Von nachlässigen Schreibern und verständigen Buchmalern. Zum Zusammenspiel von Text und Bild in Konrad Kyesers ‚Bellifortis‘
    DOI 10.7767/boehlau.9783205793069.245
    Typ Book Chapter
    Autor Cermann R
    Verlag Brill Osterreich
    Seiten 245-270
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Beschreibung einer problematischen Corvine: Cod. Guelf. 69.9 Aug. 2[Regiomontanus, Tabulae directionum].
    Typ Book Chapter
    Autor Cermann R

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