Frühe Buddhistische Architektur im Westlichen Himalaya
Early Buddhist Architecture in the Western Himalaya
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (80%); Kunstwissenschaften (20%)
Keywords
-
Architektur,
Bauaufnahme,
Bauforschung,
Baukunst,
Denkmalpflege,
Architektonische Gestaltung
Bis heute wurden im Westlichen Himalaja nur wenige wissenschaftliche Studien auf dem Gebiet der Architektur- und Bauforschung durchgeführt die sich mit den frühen Sakralbauten des Königreichs Purang-Guge (10. - 14. Jahrhundert) beschäftigen. Die meisten dieser Studien haben weder konkrete Ergebnisse gebracht, noch führten sie zu umfassenden Publikationen. Im Rahmen der vom FWF geförderten Vorläuferprojekte wurde in mehreren Feldforschungen in Ladakh, Lahoul-Spiti und Westtibet, aber auch in den weiter westlich liegenden Gebieten des Himalaja, eine umfassende Datensammlung dieser Bauwerke erstellt und ausgearbeitet. Dieses Datenmaterial bildete eine solide Grundlage für eine umfangreiche Dokumentation und eine systematische und wissenschaftlich exakte Auswertung. Während bei den Vorläuferprojekten das Hauptaugenmerk auf die Dokumentation und die Erstellung des Planmaterials gelegt wurde, liegt der Fokus des derzeit vorgeschlagenen Projekts auf der Publikation des gesammelten Materials. Eine erste Monographie über den dreistöckigen Tempel von Wanla wurde bereits fertiggestellt und liegt druckfertig vor. Einen weiteren Schwerpunkt bilden momentan die Publikationen über das Kloster in Alchi, die in Zusammenarbeit mit Prof. Jaroslav Poncar und Dr. Christian Luczanits herausgebracht werden sollen. Eine Neuauflage des Sumtsek-Buches, erweitert durch einen Architekturbeitrag und ein zweiter Band über die Entstehung der gesamten Klosteranlage unter besonderer Berücksichtigung des Dukhang. Als zweite Monographie soll der Fokus auf die Tempel von Sumda Chung gelegt werden. Gemäß der Publikation von Wanla ist die Struktur für die kommenden Monographien festgelegt, die das gesamte Datenmaterial der Tempelbezirke und Gebäude beinhalten sollen. Letztlich werden die einzelnen Monographien in einer umfassenden Publikation zusammengefasst, wobei eine ausführliche Bestandsaufnahme der frühen Buddhistischen Architektur im Westlichen Himalaja (10. - 14. Jahrhundert) angestrebt wird. Neben den Monographien wird ein ständiger Überblick über die laufenden Forschungsergebnisse unter http://www.archresearch.tugraz.at gegeben. Um die Gebäude genauestens zu analysieren und möglichst viele Sakralbauten in die Monographiereihe aufzunehmen, ist es notwendig das bestehende Planmaterial und einige zwei und drei-dimensionale Darstellungen zu ergänzen und im Bezug auf verschiedenartige Aspekte wie Konstruktion, Rekonstruktion, historische Entwicklung und Studien zur Geometrie zu untersuchen. Als endgültiges Ziel wird eine umfangreiche und vergleichende Typologie über die frühen buddhistischen Sakralbauten im Westlichen Himalaja vom 10. bis 14. Jahrhundert erstellt. Hierfür ist eine repräsentative Anzahl dokumentierter Gebäude vorhanden, sodass die typologischen Zusammenhänge erforscht und die geschichtlichen Veränderungen der entsprechenden Gebäude systematisch aufgezeigt werden können. Als Beitrag zur Erhaltung des bedeutenden kulturellen Erbes wird sich die Forschungsarbeit mit der Darstellung und im Besonderen mit der Beurteilung des momentanen Zusands der betreffenden Gebäude beschäftigen. Unter Berücksichtigung der regionalen, soziologischen, kulturellen und religiösen Gegebenheiten werden verschiedene denkmalpflegerische Methoden herausgearbeitet, die letztlich als Maßnahmenkatalog zur Bestandserhaltung der einzelnen Monumente dienen können.
Die bestehende Datensammlung, die in den vom FWF unterstützten Vorgängerprojekten erarbeitet wurde, konnte durch Feldforschungen in Westtibet und Ladakh ergänzt und überprüft werden. Nach Jahren der vergeblichen Bemühungen konnte endlich die Erlaubnis für eine Feldforschung in Westtibet erreicht werden und eine Planaufnahme der Tempel in Tholing (Roter und Weißer Tempel, Mandala Tempel und Goldener Tempel) und Bauten in Tsaparang durchgeführt werden. Diese Bauwerke des Königreiches von Guge (10. bis 14. Jahrhunderts) können als die Prototypen für die Entwicklung der frühen buddhistischen Architektur des Westlichen Himalaja angesehen werden. Nach langwierigen Verhandlungen konnte endlich auch die gesamte Klosteranlage in Alchi und die Tempel in Mangyu und Sumda Chung dokumentiert werden, sodass nunmehr ein Planmaterial von einzigartiger Qualität erstellt werden konnte. Interdisziplinär konnten bei der Feldforschung in Dangkhar das Institut für angewandte Erdwissenschaften der TU Graz und das Institut für Konservierung und Restaurierung der Universität für Angewandte Kunst in Wien eingebunden werden. Aufgrund dieser genauen Dokumentation konnten auch die räumlichen Zusammenhänge erfasst werden und Erklärungen für die Konstruktionsprinzipien und die Stabilität der Mauerstruktur und Dachkonstruktionen gewonnen werden. Gleichzeitig wurde ein räumlicher Schadensbericht erstellt und durch die gleich zuhaltende Beurteilung des Inneren und Äußeren kann der Zusammenhang zwischen den Konstruktionsprinzipien und den Schadensbildern hergestellt werden. Erst die genauen Planaufnahmen ermöglichen eine Untersuchung der vorhandenen Proportionen im Hinblick auf die Entschlüsselung der geometrischen Entwurfsgrundlagen. Alle zweidimensionalen Pläne und dreidimensionalen Modelle wurden laufend in der neu gefassten Homepage veröffentlicht und haben zu einem internationalen Echo geführt. (http://www.archresearch.tugraz.at) Ein wichtiges Ziel unserer Forschung ist die Entwicklung von Methoden für die Erhaltung der gefährdeten, wertvollen Bausubstanz. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung können als Grundlagen für die Dokumentation und Restaurierung herangezogen werden und leisten einen wesentlichen Beitrag für die Erhaltung dieses einmaligen kulturellen Erbes. Zum Abschluss wurde begonnen in einer Buchreihe über die "Buddhistische Architektur im Westlichen Himalaya" in 5 Bänden das gewonnene Wissen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Der erste Band "The ancient monastic complex of Dangkhar" Ist Im Oktober 2013 im Verlag der TU Graz erschienen. Der zweite Band über den Tempel in Wanala wird in Kürze erscheinen. Die Bände über die Klöster in Tholing, Nyarma und Tabo und über die Bauten der Alchi-Gruppe sind in Ausarbeitung. http://lamp.tugraz.at/~karl/php/verlagsliste3.php?id=397&BRSR=0&m=
- Technische Universität Graz - 100%
Research Output
- 1 Publikationen
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2013
Titel The Ancient Monastic Complex of Dangkhar. Typ Book Autor Auer C