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Ectosymbiosen von marinen Nematoden

Marine nematode ectosymbioses

Silvia Bulgheresi (ORCID: 0000-0002-1441-7152)
  • Grant-DOI 10.55776/P22470
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 10.06.2010
  • Projektende 09.08.2014
  • Bewilligungssumme 395.546 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (100%)

Keywords

    Symbiosis, Surface Molecules, Marine Nematode, RNA interference, Antibacterial Peptides, Binary Fission

Abstract Endbericht

Stilbonematinae (Desmodoridae, Chromadoria) sind die einzig bekannten Metazoa, welche in der Lage sind, monospezifische Ektosymbiosen einzugehen. Die marinen Nematoden umgeben sich mit einem Mantel aus sulfidoxidierenden Bakterien. Hunderte hochspezialisierter, hypodermaler sensorischer Drüsenzellen, so genannte glandular sensory organs (GSOs), spielen offenbar eine grundlegende Rolle, diese Symbiose zu etablieren und aufrecht zu erhalten. Dazu produzieren sie jene Sekrete, in denen die Symbionten extrakutikulär eingebettet sind. Im Verlauf dieses beantragten Projektes wollen wir einige stark exprimierte Nematodengene untersuchen, welche wir in mit Hilfe von first und second generation sequencing erstellten Transkriptondatenbanken gefunden haben. Diese Transkripte weisen Homologien zu bekannten symbioserelevanten Genen auf, und von einigen wissen wir bereits, daß sie GSO-spezifisch exprimiert und sezerniert werden. Um die Funktion dieser Gene zu verstehen, wollen wir versuchen, ihre Expressionsmuster in den GSOs zu beschreiben und sie mit Hilfe von RNA Interferenz stumm zu schalten. Gleichzeitig sind wir bestrebt herauszufinden, welcher Mechanismus es den mikrobiellen Partnern erlaubt, sich so zu teilen, daß die Tochterzellen den Kontakt zu ihrem Wirt nicht verlieren. Untersuchungen an diesen relativ einfachen, nicht künstlich erzeugten Symbiosen könnten unser Verständnis der Interaktion nützlicher Mikroorganismen mit den Schleimhäuten höherer Vertebraten erweitern.

Nützliche Mikroben machen bis zu 2 kg unseres Körpergewichtes aus und haben großen Einfluss auf unsere Gesundheit, Entwicklung und Evolution. Die überwältigende Komplexität der menschlichen Mikrobiota spornt die Suche nach einer einfacheren Tier-Mikroben- Verbindung an, wie die von marine Fadenwürmern und autotrophen Bakterien. Jede Wurmart die zur Stilbonematinae gehört ist mit nur einer Art von Bakterien bedeckt. Zusätzlich wird ihre räumliche Verteilung während des gesamten Lebens des Wirtes und auch über mehrere Generationen hinweg aufrechterhalten. Der symbiotische Bakterienmantel kann einem einfachen Epithelium, aber auch Fell oder einem Strick ähneln und seine Bildung auf der Wurmoberfläche benötigt sowohl (1) dezidierte Oberflächenmoleküle als auch (2) außergewöhnliche Fortpflanzungsmodi.Das Ziel des Projektes war es, diese fundamentalen Prozesse aufzuklären. Um die molekularen Mechanismen hinter der Symbiontenselektion zu verstehen, haben wir uns (1) auf eine Familie von möglichen Antimikrobiotika konzentriert, den bakterientötenden Durchlässigkeit erhöhenden Proteinen (Bactericidal Permeability Increasing, BPI) fokussiert. Zwei zeigten strukturelle und biochemische Ähnlichkeit mit den menschlichen Immunauslösern, die eine zentrale Rolle in der Bekämpfung von Krankheitserregern im Schleimhautgewebe spielen. Sie werden durch die Oberfläche des Wurmes ausgeschieden und verhindern möglicherweise die Ansiedlung von nicht-symbiotischen Mikroorganismen. Begleitend, (2) haben wir die Fortpflanzungsmodi von vier am Wurm lebenden Bakterien charakterisiert und zeigten, dass alle lange bestehende Paradigmen der Zellbiologie widerlegen. So legen zwei stäbchenförmige Symbionten ihre Teilungsebene entlang ihrer Längsachse fest (anstatt sich transversal zu teilen); filamentöse Symbionten teilen sich symmetrisch, obwohl sie über 100 m-lang sind, und sichelförmige Symbionten zeigen beispiellose Zelllängenvariation.Zusammenfassend bestätigte diese Studie von natürlich vorkommenden Tier-Bakterien- Symbiosen die reichübergreifende Konservierung von angeborenen Immunmolekülen, welche die Ansiedlung von spezifischen Mikroorganismen auf der Wirtsoberfläche vermitteln. Zudem zeigte die Studie über Zellteilung von natürlich vorkommenden Bakterien, dass sich diese Schlüsselprozesse dramatisch von denen in gut-studierten Modellbakterien unterscheiden können. Deswegen sind die erhaltenen Resultate ein Aufruf zu weiteren Studien über die molekulare Zellbiologie von Umweltmikroben. Insbesondere die Untersuchung der Zellteilung von Wurm-assoziierten Bakterien wird die Identifizierung von konservierten strukturellen und regulatorischen Molekülen fördern. Seitdem sie zu einer medizinisch und ökologisch wichtigen Gruppe von Bakterien gehören, könnte das Verständnis über die Grundlagen ihrer Reproduktion zu anwendbaren Nutzen führen.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 51%
  • Universität Wien - 49%
Nationale Projektbeteiligte
  • Christa Schleper , Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Tanneke Den Blaauwen, University of Amsterdam - Niederlande
  • Lawrence I. Rothfield, University of Connecticut Health Center - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 357 Zitationen
  • 17 Publikationen
Publikationen
  • 2016
    Titel Improved ultrastructure of marine invertebrates using non-toxic buffers
    DOI 10.7717/peerj.1860
    Typ Journal Article
    Autor Montanaro J
    Journal PeerJ
    Link Publikation
  • 2015
    Titel A new cellular target for Yersinia pestis
    DOI 10.1038/icb.2015.60
    Typ Journal Article
    Autor Garcia-Vallejo J
    Journal Immunology and Cell Biology
    Seiten 769-770
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Cell Division: Symbiotic Bacteria Turn It Upside Down
    DOI 10.1016/j.cub.2018.02.041
    Typ Journal Article
    Autor Thanbichler M
    Journal Current Biology
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Host-Polarized Cell Growth in Animal Symbionts
    DOI 10.1016/j.cub.2018.02.028
    Typ Journal Article
    Autor Pende N
    Journal Current Biology
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Eubostrichus fertilis sp. n., a new marine nematode (Desmodoridae: Stilbonematinae) with an extraordinary reproductive potential from Belize, Central America
    DOI 10.1163/15685411-00002807
    Typ Journal Article
    Autor Ott J
    Journal Nematology
    Seiten 777-787
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Nematode-bacterium symbioses--cooperation and conflict revealed in the "omics" age.
    DOI 10.1086/bblv223n1p85
    Typ Journal Article
    Autor Murfin K
    Journal The Biological bulletin
    Seiten 85-102
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Growth in width and FtsZ ring longitudinal positioning in a gammaproteobacterial symbiont
    DOI 10.1016/j.cub.2012.08.033
    Typ Journal Article
    Autor Leisch N
    Journal Current Biology
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Phylogenetic confirmation of the genus Robbea (Nematoda: Desmodoridae, Stilbonematinae) with the description of three new species
    DOI 10.1080/14772000.2014.941038
    Typ Journal Article
    Autor Ott J
    Journal Systematics and Biodiversity
    Seiten 434-455
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Calling the roll on Laxus oneistus immune defense molecules
    DOI 10.1007/s13199-012-0157-3
    Typ Journal Article
    Autor Bulgheresi S
    Journal Symbiosis
    Seiten 127-135
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Asynchronous division by non-ring FtsZ in the gammaproteobacterial symbiont of Robbea hypermnestra
    DOI 10.1038/nmicrobiol.2016.182
    Typ Journal Article
    Autor Leisch N
    Journal Nature Microbiology
    Seiten 16182
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Bacterial cell biology outside the streetlight
    DOI 10.1111/1462-2920.13406
    Typ Journal Article
    Autor Bulgheresi S
    Journal Environmental Microbiology
    Seiten 2305-2318
    Link Publikation
  • 2016
    Titel All the microbiology nematodes can teach us
    DOI 10.1093/femsec/fiw007
    Typ Journal Article
    Autor Bulgheresi S
    Journal FEMS Microbiology Ecology
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Host Langerin (CD207) is a receptor for Yersinia pestis phagocytosis and promotes dissemination
    DOI 10.1038/icb.2015.46
    Typ Journal Article
    Autor Yang K
    Journal Immunology and Cell Biology
    Seiten 815-824
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Contribution to four Caribbean Coral Reef Ecosystems Program Annual reports (2011, 2012, 2013, 2014).
    Typ Journal Article
    Autor Bulgheresi S
    Journal Caribbean Coral Reef Ecosystems Program Annual reports (2011, 2012, 2013, 2014)
  • 2014
    Titel Size-independent symmetric division in extraordinarily long cells
    DOI 10.1038/ncomms5803
    Typ Journal Article
    Autor Pende N
    Journal Nature Communications
    Seiten 4803
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Microbial Symbiont Transmission: Basic Principles and Dark Sides
    DOI 10.1007/978-3-642-21680-0_22
    Typ Book Chapter
    Autor Bulgheresi S
    Verlag Springer Nature
    Seiten 299-311
  • 2011
    Titel Beneficial Microorganisms in Multicellular Life Forms
    DOI 10.1007/978-3-642-21680-0
    Typ Book
    editors Rosenberg E, Gophna U
    Verlag Springer Nature

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