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Kontrast erweiterte AOOCT für die retinale Bildgebung

Contrast enhanced AOOCT for imaging the human retina in vivo

Michael Pircher (ORCID: 0000-0001-9285-7527)
  • Grant-DOI 10.55776/P22329
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 20.04.2010
  • Projektende 19.09.2013
  • Bewilligungssumme 259.539 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%); Physik, Astronomie (70%)

Keywords

    Optical Coherence Tomography, Doppler OCT, Adaptive Optics, Autofluorescence, Polarization Sensitive Imaging, Scanning Laser Ophthalmoscopy

Abstract Endbericht

Die menschliche Netzhaut besteht aus unterschiedlichen Schichten welche die komplexe Aufgabe übernehmen, sowohl das einfallende Licht in elektrische Signale umzuwandeln, als auch die entstehende Information aufzubereiten bevor diese zum Gehirn weitergeleitet wird. Augenkrankheiten reduzieren die Funktionalität der Netzhaut, wodurch es, ohne Behandlung, zu einem Verlust des Sehvermögens beziehungsweise im Endstadium zur Erblindung kommen kann. In den vergangen Jahrhunderten sind unterschiedlichste optische Techniken entwickelt worden um die Netzhaut in vivo zu untersuchen. Die direkte Funduskopie und in weiterer Folge die Fundusphotographie gelten dabei immer noch als "Gold Standard" in der Diagnostik der Netzhauterkrankungen. Allerdings liefern diese Techniken nur oberflächliche Bilder ohne Tiefenauflösung. In den letzten Jahren entwickelten sich zwei unterschiedliche Techniken, Scanning Laser Ophthalmoskopie (SLO) und optische Kohärenztomographie (OCT), zu leistungsstarken modernen klinischen Untersuchungsmethoden. Hervorzuheben wäre hierbei die einzigartige Tiefenauflösung von OCT welche die Unterscheidung von den einzelnen retinalen Schichten erlaubt und daher eine verbesserte Diagnose verglichen mit anderen Methoden ermöglicht. Mit kommerziell erhältlichen OCT Systemen ist es allerdings derzeit nicht möglich i) einzelne Zellen auf der Netzhaut zu visualisieren, ii) zusätzlichen Bildkontrast zu erzeugen oder iii) funktionelle Eigenschaften der Retina zu untersuchen. Ad i) Imperfektionen der abbildenden Optik des Auges limitieren die erreichbare transversale Auflösung und damit die Möglichkeit eines Geräts einzelne Zellen zu visualisieren. Mit Hilfe von adaptiver Optik (AO) können diese Imperfektionen korrigiert werden, um eine Auflösung entsprechend dem Diffraktionslimit des Auges zu erreichen. Ad ii) Diverse Techniken wurden für die OCT entwickelt um zusätzlichen Bildkontrast zu erreichen; Doppler OCT detektiert und misst die Geschwindigkeiten von bewegten Teilchen, polarisationssensitive OCT (PS-OCT) nützt die Polarisationseigenschaften des Lichtes um zusätzliche Informationen (z.B. Doppelbrechung, Depolarisation) über das Objekt zu sammeln, Phasenkontrast OCT verwendet die Phaseninformation des Lichtes um einen zusätzlichen Kontrast (basierend auf unterschiedlicher optischer Länge) zu erzeugen. Ad iii) Erste Experimente untersuchten die Möglichkeiten mittels SLO und OCT retinale Funktion zu messen. Vielversprechende Ergebnisse wurden mit SLO und AO-SLO erzielt, allerdings mit einer geringen Tiefenauflösung. Bis jetzt wurde die retinale Funktion mit Hilfe von OCT auf zellulärer Ebene noch nicht untersucht. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung eines neuartigen diagnostischen Gerätes welches AO mit einem simultanen SLO/OCT Bildgebungssystem kombiniert. In einer Pilotstudie konnten wir die Vorteile eines solchen Systems verglichen mit anderen AO-OCT Systemen hervorheben. Darüber hinausgehend sollen unterschiedliche Kontrastmechanismen (Doppler OCT, PS-OCT, Phasenkontrast OCT) in dieses Gerät implementiert werden. Zusätzlich soll die Möglichkeit bestehen mit diesem Gerät Autofluoreszenz Bilder aufzunehmen um auch einen molekularen Kontrast zu generieren. Das neu entwickelte Gerät soll Bilder der menschlichen Retina mit zellulärer Auflösung und erweitertem Kontrast liefern, und soll sowohl an Freiwilligen als auch an Patienten mit unterschiedlichsten Netzhauterkrankungen getestet werden. In der letzten Phase des Projekts soll die retinale Funktionalität (Veränderung der Retina nach Lichtstimulation) untersucht werden. Die mit dem Gerät gesammelten Daten könnten neue Einblicke in den Status und den Verlauf von diversen Netzhauterkrankungen liefern. Das Messen der retinalen Funktion liefert zusätzliche Informationen und könnte in Kombination mit den strukturellen Messungen zu einer genaueren Diagnose der zugrundeliegenden Krankheit führen. Längerfristig ist es denkbar, dass mit dem neuen Gerät der Verlauf einer Krankheit bzw. der Erfolg einer Therapie besser als bisher beobachtbar wäre und damit verbunden eine Optimierung der Behandlung möglich wäre.

Der Sehsinn gehört zu den komplexesten Sinnen des Menschen. Krankheiten können die Funktionalität des Auges herabsetzen, wodurch es, ohne Behandlung, zu Sehverlust und sogar Erblindung kommen kann. Ein wesentlicher Bestandteil des Sinnesorgans Auge ist die Netzhaut, die das in das Auge einfallende Licht in elektrische Signale umwandelt. Diese Signale werden noch innerhalb der Netzhaut vorverarbeitet bevor die entsprechende Information dann in das visuelle Zentrum des Gehirns weitergeleitet wird. Für eine genauere Diagnose und eine Optimierung der derzeitigen Therapien benötigt man nicht invasive bildgebende Verfahren die möglichst viele Details der Netzhaut in vivo erfassen können. Im Rahmen dieses Projektes wurden Geräte entwickelt die sogar winzigste Strukturen (etwa einzelne lichtempfindliche Zellen wie Zapfen oder Stäbchen) auf der Netzhaut darstellen können. Um die dafür nötige Auflösung zu erzielen wurde die sogenannte adaptive Optik eingesetzt, ein Verfahren welches schon in der Astronomie erfolgreich angewandt wird um noch schärfere Bilder zu bekommen. Um zusätzlich die Tiefenauflösung der Bilder zu steigern wurde die adaptive Optik mit der optischen Kohärenztomographie kombiniert. Die optische Kohärenztomographie ist ein mittlerweile insbesondere in der Augenheilkunde etabliertes Verfahren mit dessen Hilfe Schnittbilder der Netzhaut mit einer Tiefenauflösung von wenigen Mikrometern aufgenommen werden können. Durch die Kombination dieser beiden Verfahren ist es nun möglich Strukturen der Netzhaut mit bis dato unerreichbarer Schärfe und Detailtreue abzubilden. Das Verfahren ist nicht-invasiv und wurde in vivo an Freiwilligen und Patienten angewandt. Desweitern können mit dieser Technik Abläufe innerhalb der Netzhaut auf zellulärer Ebene beobachten werden. Ein Beispiel für diese Abläufe ist die Erneuerung von Teilen der lichtempfindlichen Zellen. Diese Erneuerung ist extrem wichtig um zellulären Schaden durch die Lichteinstrahlung vorzubeugen. Dieser Prozess ist zwar bekannt aus Experimenten in unterschiedlichsten Tiermodellen, eine Anwendung der verwendeten Techniken am menschlichen Auge ist aber unmöglich da die Daten nur ex-vivo erfasst werden können. Im Rahmen dieses Projektes konnte nun zum ersten Mal dieser Erneuerungsprozess direkt am Menschen in vivo beobachtet werden. Dies ist ein wesentlicher Schritt für ein besseres Verständnis dieser Prozesse die wahrscheinlich mit fortschreitendem Alter gestört werden und dadurch die Entstehung von Erkrankung der Netzhaut, etwa durch die altersbedingten Makula Degeneration, begünstigen.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Christian Ahlers, Medizinische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Robert Zawadzki, UC Davis School of Medicine - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 445 Zitationen
  • 10 Publikationen
Publikationen
  • 2024
    Titel Improvements on speed, stability and field of view in adaptive optics OCT for anterior retinal imaging using a pyramid wavefront sensor
    DOI 10.1364/boe.533451
    Typ Journal Article
    Autor Brunner E
    Journal Biomedical Optics Express
    Seiten 6098-6116
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Acousto Optic Modulation Based En face AO SLO OCT
    DOI 10.1007/978-3-319-06419-2_64
    Typ Book Chapter
    Autor Pircher M
    Verlag Springer Nature
    Seiten 1921-1939
  • 2015
    Titel Imaging of retinal vasculature using adaptive optics SLO/OCT
    DOI 10.1364/boe.6.001407
    Typ Journal Article
    Autor Felberer F
    Journal Biomedical Optics Express
    Seiten 1407-1418
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Influence of wave-front sampling in adaptive optics retinal imaging.
    DOI 10.1364/boe.8.001083
    Typ Journal Article
    Autor Laslandes M
    Journal Biomedical optics express
    Seiten 1083-1100
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Review of adaptive optics OCT (AO-OCT): principles and applications for retinal imaging [Invited].
    DOI 10.1364/boe.8.002536
    Typ Journal Article
    Autor Pircher M
    Journal Biomedical optics express
    Seiten 2536-2562
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Image Quality in Adaptive Optics Optical Coherence Tomography of Diabetic Patients
    DOI 10.3390/diagnostics15040429
    Typ Journal Article
    Autor Brunner E
    Journal Diagnostics
    Seiten 429
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Visualizing human photoreceptor and retinal pigment epithelium cell mosaics in a single volume scan over an extended field of view with adaptive optics optical coherence tomography
    DOI 10.1364/boe.393906
    Typ Journal Article
    Autor Shirazi M
    Journal Biomedical Optics Express
    Seiten 4520-4535
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Lens based adaptive optics scanning laser ophthalmoscope.
    DOI 10.1364/oe.20.017297
    Typ Journal Article
    Autor Felberer F
    Journal Optics express
    Seiten 17297-310
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Adaptive optics SLO/OCT for 3D imaging of human photoreceptors in vivo.
    DOI 10.1364/boe.5.000439
    Typ Journal Article
    Autor Felberer F
    Journal Biomedical optics express
    Seiten 439-56
    Link Publikation
  • 2010
    Titel Temporal changes of human cone photoreceptors observed in vivo with SLO/OCT
    DOI 10.1364/boe.2.000100
    Typ Journal Article
    Autor Pircher M
    Journal Biomedical Optics Express
    Seiten 100-112
    Link Publikation

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